Michael Rachlis (* 29. Juli 1884 in Moskau; † 1953 in London) war ein deutscher Architekt, Innenarchitekt und Bühnenbildner.
Der einer jüdischen Familie entstammende Michael Rachlis studierte von 1905 bis 1911 an der Technischen Hochschule München. Er arbeitete seit 1913 in Berlin, wo er zunächst Bühnenbilder entwarf. Später entstanden einige Landhäuser, sowie Innenausstattungen, u. a. in Kooperation mit dem ungarischstämmigen Architekten Ferenc Domány. Für die Adlerwerke entwarf Rachlis den Showroom in der Hardenbergstraße. Walter Gropius bezog Rachlis – neben Carl Fieger, dem Textilgestalter Richard Lisker und dem Bildhauer D. Paulon – bei der Entwicklung des Adler Standard 6 als Ingenieur mit ein.
In Rachlis Atelier fand 1922/1923 Hans Nitzschke Arbeit als Architekt, ebenso der Riba-Architekt Frank Tischler.
Von 1928 bis 1933 hatte Rachlis einen Vertrag mit den Deutschen Werkstätten und entwarf für diese Zimmereinrichtungen. 1931 lud ihn der Film- und Kinounternehmer Samuel Lionel „Roxy“ Rothafel – neben den Architekten Gropius, Poelzig, Mendelsohn, Taut und Häring – ins Berliner Hotel Esplanade im Rahmen der Planung eines Theaterbaus, der heutigen Radio City Music Hall, in New York ein. 1935 floh Rachlis nach London – lebte dort im Isokon beziehungsweise in den sogenannten Lawn Road Flats – und war dort bis zu seinem Tod als Architekt tätig. Dort entwarf er Büroräume, teils im Stil des Art Déco, für zwei Aluminiumgesellschaften, für eine Zeitung, für eine Kunstgalerie und ein Restaurant.
Rachlis war Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und eines der ersten Mitglieder von The Circle, einer Gesellschaft von geflüchteten Architekten – darunter Ernst L. Freud, Heinrich Julius Reifenberg sowie Harry Rosenthal– und Planern sowie Designern in London.



| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rachlis, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 29. Juli 1884 |
| GEBURTSORT | Moskau |
| STERBEDATUM | 1953 |
| STERBEORT | London |