Der einer jüdischen Familie entstammende Michael Rachlis studierte von 1905 bis 1911 an der Technischen Hochschule München. Er arbeitete seit 1913 in Berlin, wo er zunächst Bühnenbilder entwarf. Später entstanden einige Landhäuser, sowie Innenausstattungen, u.a. in Kooperation mit dem ungarischstämmigen Architekten Ferenc Domány. Für die Adlerwerke entwarf Rachlis den Showroom in der Hardenbergstraße. Walter Gropius bezog Rachlis– neben Carl Fieger, dem Textilgestalter Richard Lisker und dem Bildhauer D. Paulon– bei der Entwicklung des Adler Standard 6 als Ingenieur mit ein.
In Rachlis Atelier fand 1922/1923 Hans Nitzschke Arbeit als Architekt, ebenso der Riba-Architekt Frank Tischler.
Von 1928 bis 1933 hatte Rachlis einen Vertrag mit den Deutschen Werkstätten und entwarf für diese Zimmereinrichtungen. 1931 lud ihn der Film- und Kinounternehmer Samuel Lionel „Roxy“ Rothafel – neben den Architekten Gropius, Poelzig, Mendelsohn, Taut und Häring– ins Berliner Hotel Esplanade im Rahmen der Planung eines Theaterbaus,der heutigen Radio City Music Hall,in New York ein. 1935 floh Rachlis nach London– lebte dort im Isokon beziehungsweise in den sogenannten Lawn Road Flats – und war dort bis zu seinem Tod als Architekt tätig. Dort entwarf er Büroräume, teils im Stil des Art Déco, für zwei Aluminiumgesellschaften, für eine Zeitung, für eine Kunstgalerie und ein Restaurant.
Golf-Platz auf dem Dach des Eden-HotelsVilla Zissu am Hundekehlesee in der Villenkolonie Grunewald: Ursprünglich repräsentatives Wohnhaus, nach 1945 Quartier der britischen Besatzungsmacht und Residenz des niederländischen Generalkonsulats, dann Mehrparteienwohnhaus und heute wieder Familiendomizil.Lückhoffstraße 34, ein eingeschossiger winkelförmiger roter Klinkerbau mit knapp abschließendem Sattel- und Walmdach im Stil des Neuen Bauens
1917: Bühnenbild für das Schauspiel Der König (Regie: Victor Barnowsky)
vor 1930: Innenausstattung der Gaststätte Bols-Taverne in Berlin
1927–1929: Warteraum und Garderobenhalle, Tanz- und Goldsaal, Dachgarten und Bar (Innenausstattung) des Eden-Hotel in Berlin, Budapester Straße, unter Mitwirkung von Ludwig Kainer
vor 1930: Innenausstattung der Bar Cascade in Berlin und Mitwirkung von George Ramon
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