Michael Taussig (* 3. April 1940 in Sydney) ist ein australischer Anthropologe. Obwohl er zum Thema der medizinischen Anthropologie publiziert, ist er am besten für seine Auseinandersetzung mit Karl Marx’ „Idee des Warenfetischismus“ bekannt, vor allem im Hinblick auf die Werke von Walter Benjamin.
Taussig studierte Medizin an der University of Sydney. In diesem Fach erwarb er 1964 einen Abschluss. 1974 promovierte er im Fach Anthropologie an der London School of Economics. Er ist Professor an der Columbia University.
Taussig wurde sowohl stark von der Frankfurter Schule der Kritischen Theorie als auch dem französischen Poststrukturalismus beeinflusst und wurde ein Akteur der Verlagerung im Bereich der Anthropologie in den 1980er Jahren. Seine Arbeit trug zu einem zunehmenden Misstrauen der kulturellen Analysen aus der Perspektive der dominanten westlichen kapitalistischen Kultur bei. Seine frühen Erfahrungen als Arzt in Kolumbien in den späten 1960er Jahren beeinflussten einen grundlegenden Wandel in seiner Auffassung der Rolle von Geschichten und Erzählungen, über und gegen objektive Wissenschaft in der kulturellen Bildung. Ethnographie wurde eine bewusste positive Kraft in dieser Kultur. Dies führte zu Taussigs Durchmischung von Fakt und Fiktion in seinem ethnographischen Schreiben und damit zu seinem Status als eine Figur der Kontroverse im Bereich der Anthropologie.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Taussig, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | australischer Anthropologe, Hochschullehrer an der Columbia University |
| GEBURTSDATUM | 3. April 1940 |
| GEBURTSORT | Sydney |