Michael Clyde Washburn (* 1943) ist ein US-amerikanischer Autor und emeritierter Hochschullehrer an der Indiana University South Bend (Indiana). Er lehrte über Philosophiegeschichte, asiatische Philosophie, Existenzialismus und die Psychologie religiöser Erfahrung.
Washburn wurde im Fach Philosophie, im Jahre 1970, promoviert. Er verteidigte er seine Dissertation unter der Betreuung von Herbert Marcuse an der University of California in San Diego. Der Titel der Dissertationsschrift von Michael Clyde Washburn, lautete The Problem of Self-Knowledge and the Evolution of the Critical Epistemology: 1781 to 1787 (Dissertation, Universität von Kalifornien, San Diego, 1970)
Später verbrachte Washburn seine akademische Laufbahn als Professor für Philosophie und Psychologie. Washburn ist ein Vertreter der transpersonalen Psychologie, der psychoanalytische Konzepte mit spiritueller Entwicklung verbindet. Dabei steht Washburn in der Tradition der analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung und wird häufig der jungianisch geprägten Richtung der transpersonalen Psychologie zugerechnet. Entsprechend misst er dem Unbewussten, archetypischen Bildern, symbolischen Prozessen und der spirituellen Dimension der Psyche eine zentrale Bedeutung bei.
Im Zentrum seiner Theorie steht die Vorstellung eines „Dynamic Ground“, einer tiefen psychischen und spirituellen Grunddimension, mit der der Mensch ursprünglich verbunden ist. Nach Washburn muss sich das entstehende Ich zunächst von dieser ursprünglichen Einheit lösen, um eine eigenständige Persönlichkeit auszubilden. Spirituelle Entwicklung besteht später nicht einfach in einem weiteren Fortschreiten zu höheren Bewusstseinsstufen, sondern in einer erneuten Annäherung an diese tiefe Quelle, wobei verdrängte, unbewusste und oft auch körperlich erfahrbare Kräfte integriert werden. Diesen Prozess beschreibt er als „Regression im Dienst der Transzendenz“, also die Rückkehr zu frühen psychischen Schichten dient nicht dem Rückschritt, sondern einer umfassenderen Reifung.
Zu Ken Wilber stand Washburn in einem wichtigen theoretischen Gegensatz, englisch Wilber/Washburn-controversy. Während Wilber die spirituelle Entwicklung vor allem als stufenweisen Aufstieg zu höheren Bewusstseinsebenen versteht und scharf zwischen frühkindlichen („präpersonalen“) und spirituellen („transpersonalen“) Zuständen unterscheidet, betont Washburn die Bedeutung der Rückverbindung mit den tiefen Schichten des Unbewussten.
Wilber kritisierte Washburn deshalb mit dem Vorwurf, das sich frühe psychische Zustände und echte spirituelle Erfahrungen miteinander vermischten. Washburn hielt dagegen, dass Wilbers Modell die Rolle des Unbewussten, der Körperlichkeit und psychodynamischer Prozesse unterschätze. Die Auseinandersetzung zwischen beiden gilt als eine der bedeutendsten Debatten innerhalb der transpersonalen Psychologie und verdeutlicht zwei unterschiedliche Auffassungen spiritueller Entwicklung:
Washburn und seine Frau Pamela sind seit 1962 verheiratet. Er hat drei Töchter und vier Enkelkinder. Washburn ist Autor verschiedener Bücher und einer Vielzahl wissenschaftlicher Publlikationen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Washburn, Michael |
| ALTERNATIVNAMEN | Washburn, Clyde Michael (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Psychologe, Autor und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 1943 |