Michel Decoust

Michel Decoust (* 19. November 1936 in Paris) ist ein französischer Komponist, Dirigent und Musikpädagoge.

Leben

Decoust begann eine Ausbildung als Pianist, die er im Alter von fünfzehn Jahren unterbrach, um sich der Architektur zuzuwenden. Erst 1956 kehrte er zur Musik zurück und studierte am Conservatoire de Paris bei Yvonne Desportes (Solfège und Kontrapunkt), Louis Fourestier (Orchesterleitung), Georges Dandelot (Harmonielehre), Olivier Messiaen (Musikanalyse), Darius Milhaud und Jean Rivier (Komposition).

1963 gewann er den Grand Prix de Rome. 1964–65 besuchte er in Köln Kurse für neue Musik bei Karlheinz Stockhausen und Henri Pousseur und in Bâle für Orchesterleitung bei Pierre Boulez. 1967 komponierte Decoust das experimentelle Stück Polymorphie für großes Orchester, dessen Uraufführung durch das Orchestre National de France in der Kathedrale von Royan zu einem Kunstskandal führte.

Um 1970 gehörte er zu den Gründern des Orchestre des Pays de la Loire, 1972 gründete er mit Irène Jarsky und Martine Joste das Conservatoire de Pantin, dessen Direktor er bis 1976 war. 1975 berief ihn Boulez zum Leiter der pädagogischen Abteilung des IRCAM, von 1979 bis 1991 war er Generalinspektor für den Musikunterricht beim französischen Kultusministerium. Nachdem er bis 1994 als Generalinspektor für den Musik-, Tanz- und Schauspielunterricht von Montpellier gewirkt hatte, kehrte er bis 2001 an das Kultusministerium zurück.

Decoust wurde u. a. als Ritter des Ordre des Arts et des Lettres (1980) und der Ehrenlegion (1987) sowie als Offizier des Ordre national du Mérite (1991) ausgezeichnet. 1989 erhielt er den Kompositionspreis der SACEM.

Werke