Michel Victor Acier wurde 1736 in Versailles (Frankreich) als Sohn eines Weinhändlers geboren. Auf Wunsch seines Vaters Victor wurde er an der Pariser Académie Royale zum Bildhauer ausgebildet und nahm 1759 am Grand Prix de Sculpture der École Académique teil. Er schuf Kleinplastiken, konnte sich aber in Paris schwer behaupten, und als die Königlich Sächsische Porzellanmanufaktur 1764 im Ausland nach neuen Modelleuren suchte, nutzte er die Chance, nach Dresden umzusiedeln. Nach dem Tod Kändlers 1775 war Acier für die künstlerische Gestaltung des Meißner Porzellans allein verantwortlich. Im Auftrag König Friedrichs II. schuf er 1783 ein Flachrelief mit einer Darstellung des gefallenen Grafen von Schwerin. Er wurde zum Ehrenmitglied der Berliner Kunstakademie ernannt. Ab 1780 wirkte Acier als königlich-sächsischer Modelliermeister in Dresden. Im Jahr 1780 ernannte man ihn zum Ehrenmitglied der Dresdner Kunstakademie. Acier starb am 17. Februar 1799 an einer Entzündung in der Töpfergasse Nr. 574 in Dresden und wurde am 19. Februar auf dem Alten Katholischen Friedhof beigesetzt. Einer seiner Urenkel ist der Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893).
W. Goder: Michel Victor Acier zum 250. Geburtstag. In: Keramos. 112, 1986, S. 25–40.
Lucinde Braun: Čajkovskijs französischer Urgroßvater Michel Victor Acier. In: Mitteilungen der Tschaikowsky-Gesellschaft. 10, 2003, S. 74–82.
Lucinde Braun: Die Familie Acier in Dresden. In: Mitteilungen der Tschaikowsky-Gesellschaft. 11, 2004, S. 58–60.
U. Pietsch (Hrsg.): Meissen für die Zaren. München 2004.
Pauline von Spee: Die klassizistische Porzellanplastik der Meissener Manufaktur von 1764 bis 1814. Dissertation Universität Bonn 2004, urn:nbn:de:hbz:5-05306.
L. Braun, J. Haeusler, O. Landmann: Genealogica. In: Mitteilungen der Tschaikowsky-Gesellschaft. 16, 2009, S. 12–40.
↑Archives départementales des Yvelines, Registres paroissiaux, commune Versailles, 1736.
↑Kunstakademie Dresden, Nr. 3; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, I. HA, Rep. 76 alt, Ältere Kultusoberbehörden III, Kuratorium der Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften, Nr. 9, 169, 221.