Micro-Credential

Ein Micro-Credential (auch Microcredential, Microdegree oder Nanodegree genannt) ist sowohl eine Bezeichnung für eine Bescheinigung der Teilnahme an einem kompakten Bildungskurs als auch eine Bezeichnung für einen kompakten Bildungskurs an sich.

Die Europäische Kommission schreibt:

"Microcredentials bescheinigen die Lernergebnisse kurzfristiger Lernerfahrungen, z. B. eines kurzen Kurses oder einer Schulung. Sie helfen flexibel und zielgerichtet, die für unsere persönliche und berufliche Entwicklung benötigten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erwerben."

Definition

Mit Micro-Credentials werden Lernergebnisse nachgewiesen, die eine Person im Rahmen eines kleinen Lernumfangs erworben hat. Die Europäische Kommission empfiehlt seit 2022 die Micro-Credentials im Zusammenhang mit lebenslangem Lernen und Beschäftigungsfähigkeit. Diese sollen den flexiblen Zugang zu qualitativ hochwertigem Lernen auf unterschiedliche Weise und in verschiedenen Umgebungen ermöglichen. Damit können über alle Lebensphasen hinweg Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen im sozialen, persönlichen, kulturellen und beruflichen Bereich entwickelt werden. Das Ziel der EU ist es, mit Transparenz und Kernelementen die Qualität von Micro-Credentials sicherzustellen, damit Angebote mit Micro-Credentials im formalen, informellen und non-formalen Bereich über die Grenzen hinweg vergleichbar, anerkennbar und übertragbar sind.

Micro-Credentials sollen lebenslanges Lernen beziehungsweise Weiterbildung fördern.

Basis der deutschlandweiten Entwicklungen ist das vom European Consortium of Innovative Universities entwickelte Konzept, an das sich alle Hochschulen in der Europäischen Union zu halten haben.

Anbieter

Microcredentials werden z. B. von Hochschulen, privaten Bildungseinrichtungen oder Online-Akademien/Bildungswebsites unter anderem in Form von E-Learning als Massive Open Online Course angeboten. Sie sollen den Erwerb von Zusatzqualifikationen der Teilnehmenden innerhalb einer kurzfristigen bis mittelfristigen Zeit sicherstellen, meist innerhalb von 25 und 180 Stunden.

An einer Qualitätsprüfung auf Basis einheitlicher Standards der Angebote wurde bereits gearbeitet, weitere, z. T. lokale Konkretisierungen sind in Vorbereitung.

Eine generelle Anerkennung oder Anrechnung von Micro-Credential-Zertifikaten, beispielsweise durch Arbeitgeber beziehungsweise Unternehmen, aber auch durch Lehrende, Prüfungsausschüsse und Prüfungsverwaltungen an Hochschulen, gibt es nicht. Es gibt Hochschulen, die Einblick geben in ihre Praxis von Anerkennungs- und Beratungsprozessen.

In manchen Fällen werden Micro-Credentials von Hochschulen anerkannt und mit Creditpoints vergütet. Dies gilt oft, wenn die Hochschule selbst Anbieter des Micro-Credentials war.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Katharina Hölter: (S+) Ein Lebenslauf voller Micro-Credentials. In: Der Spiegel. 6. Februar 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 6. Februar 2022]).
  2. ↑ Ein europäischer Ansatz für Microcredentials - European Education Area. 19. Dezember 2024, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  3. ↑ Europaeische Kommission (2022) Empfehlungen über einen europäischen Ansatz für Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit (16. Juni 2022/C 243/02). Abgerufen am 23. September 2026.
  4. ↑ Adam Vigdor Gordon: 'MicroMasters' Surge As MOOCs Go From Education To Qualification. In: forbes.com. Abgerufen am 6. Februar 2022 (englisch).
  5. ↑ Hochschulrektorenkonferenz (HRK): HRK-Modus-Projekt "Microcredentials an Hochschulen – Strategische Entwicklung und Qualitätssicherung" - Ergebnisse der HRK-Modus-Zukunftswerkstatt Microcredentials. (hrk-modus.de [PDF; abgerufen am 6. Februar 2026]).
  6. ↑ Hochschulverbund Microcredentials in Sachsen-Anhalt (MC4LSA): Career Readiness durch Microcredentials. (stiftung-hochschullehre.de [abgerufen am 6. Februar 2026]).
  7. ↑ Leibnitz Universität Hannover. Zentrale Einrichtung für Weiterbildung: Wissen – Zentrale Einrichtung für Weiterbildung. Abgerufen am 23. September 2026.