Microsoft Application Virtualization

App-V
Logo
Basisdaten
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version 5.1 (Server)
Betriebssystem Windows Server 2003 R2, Windows Server 2008, Windows Server 2008 R2, Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2, Windows Vista, Windows 7, Windows 8, Windows 8.1, Windows 10, Windows Server 2016
Kategorie Systemverwaltung
Lizenz MS-EULA
deutschsprachig nein
learn.microsoft.com/en-us/microsoft-desktop-optimization-pack/app-v/appv-for-windows

Microsoft Application Virtualization (kurz App-V) ist eine Lösung zur Anwendungsvirtualisierung. Das Programm wurde früher unter dem Namen SoftGrid vermarktet.

Übersicht

Bei App-V (vormals SoftGrid) werden Anwendungen durch ein Datacenter oder einen anderen Netzwerkstandort bedient und auf dem Client in einer virtuellen Umgebung ausgeführt. Die virtualisierten Anwendungen werden in Sandboxen ausgeführt, wodurch sie unabhängig von einer Installation und anderen Anwendungen auf dem lokalen Desktop arbeiten. Eine Einbindung mit dem Systems Management Server ist realisierbar. Dadurch, dass die Programme zur Laufzeit verteilt werden, ist eine lokale Installation nicht mehr nötig und der Administrationsaufwand auf den Clients wird stark reduziert.

Vereinfacht gesagt streamt bei App-V ein Server die Software zum Rechner des Anwenders, ähnlich wie ein Online-Video. Kurz nach Beginn des Streams kann der Anwender die Applikation benutzen, während im Hintergrund weitere Programmteile nachgeladen werden. Der Vorteil ist also, dass auf einem Anwendercomputer außer dem App-V Client keine Software installiert werden muss. Bei entsprechender Installation kann der Benutzer sich irgendwo im Netzwerk an einen fast softwarefreien Rechner setzen und die Zusatzsoftware benutzen, da diese vom App-V Server nach Bedarf zum User gestreamt wird. Wird die Netzverbindung zum Server aus irgendeinem Grund unterbrochen, so kann die Anwendung weiterhin im Offlinemodus betrieben werden. Dies setzt jedoch voraus, dass die Software zuvor komplett auf den Client gestreamt wurde.

Microsoft Application Virtualization (App-V) ist Bestandteil des „Microsoft Desktop Optimization Packs“ (MDOP). Mit Version 4.2 des Desktop Clients wurde die Clientcompatibilität mit Windows Vista hinzugefügt. Der App-V Client für Remote Desktop Services (zuvor als „Terminal Services“ bezeichnet) ermöglicht die Installation auf einem Windows Server 2000 oder Windows Server 2003 sowie Windows Server 2008.

Mit der Version 4.5 wurde unter anderem auch Dynamic Suiting Communication (DSC) hinzugefügt. Diese Technik erlaubt eine Kommunikation zwischen virtualisierten Applikationen, obwohl der ursprüngliche Sinn von Virtualisierung eine Isolation der Applikationen untereinander war.

Ende 2012 ist App-V 5 erschienen. Im Juli 2015 war der Mainstream Support für App-V 4.6, basierend auf einer älteren Architektur, beendet. Unternehmen haben die Möglichkeit, alte Softwarepakete automatisiert von App-V 4.x nach App-V 5 zu migrieren.

Mit Erscheinen von Windows 10 Version 1607 sowie mit Windows Server 2016 ist App-V und auch UE-V (Microsoft User Experience Virtualization) fester Bestandteil der Enterprise Edition bzw. des Windows Servers 2016. Die Funktion kann über die PowerShell mit dem Befehl Enable-Appv oder eine Gruppenrichtlinie aktiviert werden. Der App-V Sequencer ist seit diesem Zeitpunkt Bestandteil des Windows Assessment and Deployment Kit (Windows Automated Installation Kit).

Architektur

Die App-V Systemarchitektur besteht aus den folgenden Komponenten:

Hintergrund

Mit dem Erwerb von Softricity im Juli 2006 hat Microsoft die Bedeutung der Anwendungsvirtualisierung unterstrichen. Aus dieser Akquisition stammt Microsoft SoftGrid bzw. Microsoft Application Virtualization (App-V).

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Getting started with App-V for Windows client. In: learn.microsoft.com. Microsoft, 18. April 2018, abgerufen am 9. August 2025 (englisch).
  2. ↑ Softgrid heißt jetzt App-V. In: it-administrator.de. 25. Juni 2008, abgerufen am 9. August 2025.
  3. ↑ Microsoft Desktop Optimization Pack. In: partner.microsoft.com. Microsoft, abgerufen am 9. August 2025.
  4. ↑ Wolfgang Sommergut: Microsoft packt App-V und UE-V in Windows 10 und Server 2016. In: windowspro.de. 7. Juli 2016, abgerufen am 9. August 2025.
  5. ↑ Enable the App-V in-box client. In: learn.microsoft.com. Microsoft, 18. April 2018, abgerufen am 9. August 2025 (englisch).
  6. ↑ Microsoft Extends Virtualization Strategy, Outlines Product Road Map. In: microsoft.com. Microsoft, 22. Mai 2006, archiviert vom Original am 15. Juni 2006; abgerufen am 9. August 2025 (englisch).