Mihovil Logar

Mihovil Logar, Sonderbriefmarke der Staatlichen Serbischen Post (Pošta Srbije) von 2009

Mihovil Logar (serbisch-kyrillisch Миховил Логар; * 6. Oktober 1902 in Fiume, Österreich-Ungarn; † 13. Januar 1998 in Belgrad, Bundesrepublik Jugoslawien) war ein slowenisch-serbischer Komponist, Pianist, Hochschullehrer und Musikpublizist.

Leben

Aus einer slowenischen Familie stammend und 1902 in der kroatischen Hafenstadt Fiume (dem heutigen Rijeka) geboren, verließ Mihovil Logar infolge der durch den Vertrag von Rom (1924) besiegelten Annexion und Besetzung der Stadt durch die italienischen Faschisten unter Benito Mussolini die Stadt und ging ins Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien). Den größten Teil seines Lebens verbrachte er künftig in Belgrad. Nach dem Beginn eines Architekturstudiums wandte er sich der Komposition zu. Seine Ausbildung erhielt er 1922–1927 am Prager Konservatorium bei Karel Boleslav Jirák und anschließend in der Meisterklasse von Josef Suk. Mit Komponisten wie Dragutin Čolić, Vojislav Vučković, Stanojlo Rajičić, Milan Ristić und der Komponistin Ljubica Marić zählt man Logar zur sogenannten „Prager Gruppe“, deren Vertreter wichtige Elemente ihrer Ausbildung in der tschechischen Hauptstadt erfuhren und ab den 1930er-Jahren bis teilweise weit nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl durch ihr künstlerisches Schaffen als auch ihre Lehrtätigkeit eine wichtige Rolle im serbischen und jugoslawischen Musikleben spielten. Nach seiner Rückkehr nach Jugoslawien unterrichtete er in Belgrad zunächst 1927–1940 theoretische Fächer und Klavier an der Serbischen Musikschule, der heutigen „Mokranjac“-Musikschule, dann 1940–1945 an der mit der Belgrader Musikakdemie (FMU) verbundenen Musikfachschule.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Logar 1945 eine Anstellung als außerordentlicher Professor an der Musikakademie, 1955–1972 war er ordentlicher Professor. Von 1956 bis 1958 fungierte er als Präsident des Komponistenverbandes von Serbien (Udruženjе kompozitora Srbije). Neben seiner umfangreichen und produktiven Tätigkeit als Komponist trat er auch als Pianist in Erscheinung, wobei er häufig eigene Werke interpretierte. Zudem schrieb er Musikkritiken u. a. für das serbische Musikmagazin Zvuk (Klang) und das italienische Journal La Scala. Er war Ehrenmitglied der Regia Accademia (der heutigen Accademia di Belle Arti in Florenz. Für sein musikalisches Wirken erhielt er u. a. den jugoslawischen Orden der Arbeit mit der Roten Fahne, die italienische Ehrenbezeichnung Commendatore della Repubblica Italiana (1969) sowie die Goldmedaille „Vittorio Gui“. Weiters wurde er mit dem Belgrader Oktoberpreis (1968) und den Smetana-, Dvořák- und Kodály-Medaillen ausgezeichnet. Mihovil Logar verstarb am 13. Januar 1998 in Belgrad. Postum wurde seine 1960 auf einen Text von Tanasije Mladenović komponierte Hymne an Belgrad 2021 vom dortigen Gemeinderat zur offiziellen Hymne der Stadt Belgrad erklärt.

Werke (Auswahl)

Oper

Ballett

Orchester

Instrumentalkonzerte

Duo und Kammermusik

Klavier solo

Kantaten

Lied

Filmmusik

Zudem zahlreiche Werke verschiedener Gattungen, darunter auch Massenlieder und pädagogische Stücke. Zur Mitte der 2020er-Jahre liegt noch keine vollständige Auflistung und systematische Katalogisierung von Mihovil Logars Œuvre vor.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Serbische Hauptstadt bekommt eigene Hymne, auf www.viennaoffices.at, 9. Juni 2021
  2. ↑ Adriana Sabo und Milan Milojković: On the Occasion of the 120th Anniversary of Mihovil Logar’s Birth, in: Slovenika 8/2022, Musikologisches Institut der Universität Belgrad (SANU), S. 13–15 (englisch)
Personendaten
NAME Logar, Mihovil
ALTERNATIVNAMEN Логар, Миховил (srS)
KURZBESCHREIBUNG serbischer Komponist, Pianist, Hochschullehrer und Musikpublizist
GEBURTSDATUM 6. Oktober 1902
GEBURTSORT Rijeka
STERBEDATUM 13. Januar 1998
STERBEORT Belgrad