MicroLED – auch MikroLED, MLED, mLED oder μLED genannt – ist eine Flachbildschirmtechnologie auf Basis von Leuchtdioden (kurz: LED) und sind eine Art von LED-Fernseher. Wie der Name besagt, basieren MikroLEDs auf Anordnungen (Arrays) mikroskopisch kleiner Leuchtdioden, die die einzelnen Bildelemente, als Pixel bezeichnet, bilden. Die Pixel sind hierbei selbstleuchtend, dimmbar und komplett abschaltbar, ähnlich wie bei OLED- und Plasmabildschirmen, und benötigen deshalb keine Hintergrundbeleuchtung wie bei Flüssigkristallanzeigen (Liquid Crystal Displays, kurz: LCDs). Im Allgemeinen definiert sich die Mikrotechnik mit geometrischen Strukturen und Dimensionen im Mikrometerbereich (0,1–1000 µm). Hersteller wie PlayNitride und Sony definieren MicroLED Bildschirme mit Leuchtdioden, die eine Leuchtbreite kleiner als 50 µm oder eine Leuchtfläche kleiner als 0,003 mm² haben.

MicroLED-Bildschirme gelten als die Nachfolger der OLED-, LED-LCD- und Plasmabildschirme. Sie vereinen alle Vorteile dieser bestehenden Bildschirmtechnologien und haben, bis auf die zurzeit (2022) höheren Herstellungskosten, kaum Nachteile.
Im Gegensatz zu den aus organischen Molekülen bestehenden OLEDs bestehen MicroLEDs aus nichtorganischem Indiumgalliumnitrid (InGaN).
Die mikroskopisch kleinen Leuchtdioden werden durch einen Roboter maschinell auf eine Bildschirmfläche bestückt, was ein sehr langsamer und aufwendiger Prozess ist. Der taiwanesische Hersteller PlayNitride stellt seit 2017 farbige und farbig-transparente und flexible MicroLED-Bildschirme her. Der Hersteller verwendet hierbei allerdings ein Massentransferverfahren, indem die einzelnen Leuchtdioden aus einem zerschnittenen Wafer in einer Gruppe entnommen und dann auf eine Bildschirmfläche aufgestempelt werden. Laut Herstellerangaben ist die Transparenz von transparenten MicroLED-Bildschirmen höher als bei transparenten LCD- oder OLED-Bildschirmen.
Bei den erwähnten geplanten Fernsehern von Samsung in QNED-Technik sollen die GaN-Nanostäbchen aufgedruckt werden. Die Stäbchen werden dazu in eine Lösung gegeben. Beim Aufdruck auf ein Substrat werden die mikroskopisch kleinen Leuchtstäbchen mit einer elektrischen Ladung vertikal aufgerichtet.
Mikro-LED-Anordnungen werden monolithisch im Batch-Verfahren auf einem geeigneten Substrat aus Saphir oder Silizium hergestellt. Das bevorzugte Material ist anorganisches, monokristallines Galliumnitrid (GaN), welches durch Epitaxie auf dem Substrat gebildet wird. Im Gegensatz zur bisherigen Herstellung werden jedoch die Leuchtdioden anschließend nicht zertrennt, sondern als Anzeigematrix beibehalten. Die dazu notwendige neuartige Struktur mit vielfachen Herausforderungen wie Dotierung für unterschiedliche Farben, Kontaktierung als Matrixanordnung, mechanische Stabilität bei Transfer vom Herstellsubstrat auf ein Anzeigesubstrat sind noch nicht derart gelöst, dass solche Anzeigen für kommerzielle Produkte eingesetzt werden können. Das Unternehmen Apple Inc. sieht Potential in dieser neuen Technik und hat deshalb das Pionierunternehmen LuxVue Technology übernommen.
MicroLEDs eignen sich wegen ihres geringen Energieverbrauchs sowohl für sehr kleine Geräte (wie Smartwatches, Smartphones, Tablets und Notebooks) als auch für Fernseher und Kinoleinwände. Allerdings schritt die kostengünstige Miniaturisierung nur langsam voran, so dass die ersten Fernseher für Endbenutzer erst seit 2022 in Masse produziert werden.