Milein Cosman (geboren 31. März 1921 in Gotha als Emilie Else Cosmann; gestorben 21. November 2017 in Hampstead (London)) war eine in Deutschland geborene britische Künstlerin, Chronistin und Illustratorin jüdischer Herkunft. Sie war vor allem für ihre Porträts zahlreicher Personen des öffentlichen Lebens bekannt.
Milein Cosman war die Tochter von Hugo Cosmann (1879–1951) und dessen Ehefrau Helene (geb. Dalberg, 1891–1976). Sie wurde am 31. März 1921 als Emilie Else Cosmann in Gotha geboren, wuchs aber in Düsseldorf auf. Ihre Leidenschaft für das Zeichnen entwickelte sich schon in frühen Jahren und wurde von ihren Eltern gefördert und unterstützt. Bei langen Spaziergängen am Rheinufer entlang fertigte sie Skizzen von ihren Eltern und Passanten an.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste sie 1937 aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Deutschland verlassen. Zuerst wurde sie in ein Internat in die Schweiz geschickt, um ihre Schulbildung dort abzuschließen. Ein Jahr später schloss sie sich ihrer Familie in England an. Dort begann sie 1939 ihr Studium an der Slade School of Fine Art. Nach dem Universitätsabschluss illustrierte Cosman zahlreiche Kinder- und Sachbücher sowie Magazine und Zeitschriften. Großbritannien wurde zu ihrer Wahlheimat, und Milein Cosman betonte immer wieder, dass sie sich nicht als Geflüchtete, sondern als in Deutschland geborene britische Bürgerin empfand.
1947 besuchte sie das erste Edinburgh Festival, wo sie ihren zukünftigen Ehemann, den österreichischen Musiker Hans Keller, traf.
Im Herbst 1949 reiste sie nach Bonn, um im Auftrag der deutschen Illustrierten Heute die Sitzung des ersten Deutschen Bundestages zu skizzieren. Einige ihrer Bonn-Skizzen wurden 1949 auf zwei Doppelseiten der Heute-Ausgabe für November veröffentlicht, die meisten gerieten aber für eine lange Zeit in Vergessenheit, bis sie 2017 von der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages erworben wurden.
Milein Cosman starb am 21. November 2017 im Alter von 96 Jahren in Hampstead.
Während ihres Studiums an der Slade School of Fine Art mochte sie am meisten den Lithografie-Unterricht bei Harold Jones. Ein weiterer prägender Einfluss war Randolph Schwabe, der ein großes Interesse an der Zeichenkunst der Alten Meister hegte. Schon im Laufe des Studiums wurden das Zeichnen und die Druckgrafik zu Milein Cosmans Spezialgebieten.
Als sie 1946 bei der Programmzeitschrift RadioTimes als Illustratorin arbeitete, lernte sie balinesische und japanische Tänzer kennen, was ihr ermöglichte, ihre Fähigkeit zu vervollkommnen, Menschen in Bewegung darzustellen. Ihre fließenden Skizzen von Tänzern auf der Bühne wurden später zu ihrer künstlerischen Visitenkarte.
Cosman hatte fast 30 Einzelausstellungen und ihre Arbeiten wurden von vielen führenden Museen erworben, darunter dem British Museum, dem Victoria and Albert Museum, der National Portrait Gallery in London, dem Ashmolean Museum in Oxford, dem Fitzwilliam-Museum in Cambridge, dem Hunterian Museum in Glasgow, dem Palais des Beaux-Arts de Bruxelles und dem Kupferstichkabinett Berlin. Sie war dafür bekannt, schnell zu zeichnen und Bewegungen förmlich einzufangen und im Bild sichtbar werden zu lassen. Sie benutzte dafür Tusche, Bleistifte und Conté-Stifte.
Sie bevorzugte es, ihr Modell unverstellt zu porträtieren. Das bedeutete, es möglichst unbemerkt zu zeichnen, weshalb ein Großteil ihrer Arbeiten während der Proben für Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen aus den Seitenbühnen oder dem Auditorium entstand. Um die genuinen Wesenszüge einzufangen, begann sie ihre Skizze mit den Augen, fügte die Nase hinzu, dann den Mund.
Cosmans Biografin Ines Schlenker attestiert ihr das „Talent, auch die flüchtigsten Eindrücke auf dem Papier festhalten zu können“. In ihren „mit wenigen, schnell hingeworfenen Strichen“ geschaffenen „Momentaufnahmen“ komme „ihr Mut zur Konzentration aufs Wesentliche besonders zur Geltung“. Die Kunsthistorikerin Anna Schultz schätzt an Cosmans „aufmerksamen und einfühlsamen Bildnissen“, dass nicht nur „einschlägige Charakteristika der Dargestellten“ erkannt, sondern „sie so gekonnt auf Papier“ gebannt wurden, „dass sie die jeweilige Persönlichkeit in Essenz abbilden“. Andreas Kaernbach, Kurator der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages, meint, man erkenne das Innere des Dargestellten, deshalb seien es „vibrierende Zeichnungen“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cosman, Milein |
| ALTERNATIVNAMEN | Cosmann, Emilie Else (Geburtsname); Keller, Emilie |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschstämmige britische Künstlerin, Chronistin und Illustratorin |
| GEBURTSDATUM | 31. März 1921 |
| GEBURTSORT | Gotha |
| STERBEDATUM | 21. November 2017 |
| STERBEORT | Hampstead (London) |