Der Miles Gloriosus (lateinisch), auf Deutsch der ‚ruhmredige, prahlerische Soldat‘, ist ein Typus der Weltliteratur, der vor allem in Lustspielen auftritt. Er tritt bereits in der Antike in einer gleichnamigen Komödie bei Plautus auf, der diesen Typus wiederum aus der Griechischen Komödie übernahm. Das griechische Original heißt ἈλαζώνAlazṓn, deutsch ‚Angeber‘, ‚Großmaul‘, sein Dichter ist nicht bekannt.
Eigenschaften
Der glorreiche Soldat ist ein eitler Prahler, ein Bramarbas, ein Aufschneider und Feigling, der kaum von etwas anderem spricht als von seinen angeblichen Heldentaten, die er vor allem im Kriege erlebt haben will. Meist hat er noch einen Pagen, einen schmeichlerischen Parasiten, der seinen prahlerischen Herrn in seinem Selbstbewusstsein aufrechterhält, indem er die vermeintlichen Heldentaten vor anderen bestätigt und rühmt.
Der Eunuch (Terenz, in der Person Hauptmann Thraso mit seinem Parasiten Gnatho, ebenfalls bei Menander)
In seinen Charakterbeschreibungen sammelt Theophrast unter Nr. 23 mehrere beispielhafte Züge eines Aufschneiders, darunter den Soldaten, der sich seines Feldzugs mit Alexander, seiner Bekanntschaft mit ihm und der reichen Beute rühmt.
↑Fritz Martini: Gerhart Hauptmanns „Der Biberpelz“. Gedanken zum Bautypus einer naturalistischen Komödie. In: Fritz Martini: Lustspiele – und das Lustspiel. Klett, Stuttgart 1974, ISBN 3-12-905640-8, S. 213–235, hier: S. 229.