Miles Joseph Berkeley

Miles Joseph Berkeley

Miles Joseph Berkeley (* 1. April 1803 in Biggin Hall, Northamptonshire, England; † 30. Juli 1889 in Sibbertoft bei Market Harborough, Northamptonshire) war ein englischer Geistlicher und Botaniker. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit den „Kryptogamen“, insbesondere mit Algen, Pilzen und Moosen. Berkeley gilt außerdem als „Vater“ der britischen Pflanzenpathologie.

Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Berk.“.

Leben und Wirken

Berkeley war der zweite Sohn und das vierte Kind von Charles Berkeley und dessen Frau Charlotte Munn, einer Schwester von Paul Sandby Munn (1773–1845). Seine frühe Ausbildung erhielt er an der Oundle School, einer Tagesschule in Oundle, und später an der Rugby School in Rugby. 1821 immatrikulierte sich Berkeley am Christ’s College in Cambridge. 1825 erwarb er dort den Grad eins Baccalaureus artium (B. A.) und 1828 den eines Magister artium (M. A.).

Am 21. Dezember 1826 wurde Berkeley zum Diakon ordiniert und am 23. Dezember 1827 zum Priester geweiht. Er war zunächst Kurat in Stibbington in Huntingdonshire. 1829 wurde Berkeley Kurat von St. John in Margate. Ab 1833 wohnte er in King’s Cliffe und war ständiger Kurat von Apethorpe und Woodnewton in Northamptonshire. 1868 wurde Berkeley zum Vikar in Sibbertoft ernannt und das er bis 1886 ausübte.

Am 28. Januar 1833 heiratete er Cecelia Emma Campbell, mit der er 16 Kinder hatte.

Neben seiner geistlichen Tätigkeit war er Zoologe und Botaniker und forschte vor allem auf dem Gebiet der Mykologie. Dabei hat er sich vor allem Verdienste um die Biologie und Ökologie der Pilze erworben und hat die Terminologie der Pilzkunde wesentlich geprägt. Zudem erforschte er nicht nur die Pilzflora von England und Kontinentaleuropa, sondern auch der außereuropäischer Gebiete.

In seiner Artikelserie Decades of fungi (1844–1856) werden Pilze von verschiedenen Erdteilen vorgestellt und viele neue Arten beschrieben.

Vom 7. Januar 1854 bis zum 3. Oktober 1857 erschien im Gardeners’ chronicle eine 173-teilige Artikelfolge über Phytopathologie.

Ehrungen

1836 wurde Berkeley in die Linnean Society of London aufgenommen. 1857 wurde Berkeley als Mitglied in die Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt. Am 12. Juni 1879 wurde Berkeley zum Mitglied („Fellow“) der Royal Society gewählt, die ihm bereits 1863 die Royal Medal verliehen hatte. Berkeley war Mitglied der Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften.

Ihm zu Ehren wurde die Algengattung Berkeleya Grev. und die Pilzgattungen Berkelella (Sacc.) Sacc., Berkeleyna Kuntze und Berkleasmium Zobel benannt.

Schriften (Auswahl)

Bücher

Zeitschriftenbeiträge

Der von der Royal Society herausgegebene Catalogue of scientific papers vermittelt einen Eindruck über seine zahlreichen Zeitschriftenbeiträge.

Sonstige

Nachdrucke

Literatur

Nachrufe

Weitere

Commons: Miles Joseph Berkeley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Berkeley, Miles Joseph. In: John Archibald Venn (Hrsg.): Alumni Cantabrigienses. A Biographical List of All Known Students, Graduates and Holders of Office at the University of Cambridge, from the Earliest Times to 1900. Teil 2: From 1752 to 1900, Band 1: Abbey–Challis. Cambridge University Press, Cambridge 1940, S. 243 (Digitalisat).
  2. ↑ S. T. Buczacki: The Reverend Miles Berkeley. In: J. A. Lucas, R. C. Shattock, D. S. Shaw, Louise R. Cooke (Hrsg.): Phytophthora. Cambridge University Press, Cambridge 1991, ISBN 0-521-40080-5, S. 5.
  3. ↑ Vegetable pathology. No. I. In: The Gardeners’ chronicle and agricultural gazette. Nr. 1, 7. Januar 1854, S. 4 (online).
  4. ↑ Vegetable pathology. No. CLXXIII. In: The Gardeners’ chronicle and agricultural gazette. Nr. 40, 3. Oktober 1857, S. 676–677 (online).
  5. ↑ Mitgliedseintrag von Miles Joseph Berkeley bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 15. Juni 2022.
  6. ↑ Eintrag zu Berkeley; Miles Joseph (1803–1889) im Archiv der Royal Society, London
  7. ↑ Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Hrsg.: Botanischer Garten Berlin. 2016, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.
  8. ↑ Royal Society of London: Catalogue of Scientific Papers (1800–1863). Band 1, London 1876, S. 295–297 (online).
  9. ↑ Royal Society of London: Catalogue of Scientific Papers (1864–1873). Band 7, London 1877, S. 144–147 (online).
  10. ↑ Royal Society of London: Catalogue of Scientific Papers (1874–1883). Band 9, London 1891, S. 200–201 (online).