Military-Science-Fiction

Military-Science-Fiction (abgekürzt MSF, Military-SF oder Military SF) ist ein Subgenre der Science-Fiction. Werke dieses Sub-Genres legen großes Gewicht auf die realistische Beschreibung fiktiver militärischer Konflikte, die Protagonisten sind meistens Teil einer militärischen Vereinigung. MSF umfasst das Spektrum von der Heroisierung bis zur kritischen Auseinandersetzung mit Krieg und seinen Folgen. Die meisten Werke der MSF sind der Hard-SF zuzurechnen.

Obwohl es Definitionsprobleme gibt (siehe Definitionsklärung), sind die realistische Beschreibung der militärischen Auseinandersetzung, der angewandten Taktik sowie der technischen Details aus militärischer Sicht fast immer als wesentliche Themen anzutreffen.

Eines der klassischen Werke, die der MSF zugerechnet werden können, ist Robert A. Heinleins Starship Troopers (siehe auch die Verfilmung) sowie Space-Navy-Adaptionen, die meist nach dem Modell der Royal Navy angelegt sind (siehe als Vorbild auch die Bücher um Horatio Hornblower). Beispiele hierfür sind David Webers Honor-Harrington-Universum oder David Feintuchs Nick-Seafort-Serie. Aber auch satirische Auseinandersetzungen mit dem Militär, wie Harry Harrisons Bill, The Galactic Hero oder Robert Asprins Phule's-Company-Serie werden zur Military-Science-Fiction gezählt.

Definitionsklärung

Eine klare und eindeutige Abgrenzung zu anderen Sub-Genres der Science-Fiction wie der Space Opera sind nur selten möglich und fließend.

Als Beispiel für die problematische Zuordnung sei hier Lois McMaster Bujolds Vorkosigan-Serie genannt. Während die ersten drei Bücher generell der MSF zugerechnet werden, zählt man spätere Bände eher zum Subgenre der Space Opera, da die militärischen Aspekte eher in den Hintergrund gerückt sind.

Daher gibt es auch sehr unterschiedliche Definitionen für MSF:

Beispiele

Romane

Film und Fernsehen

Video- und Brettspiele

Kritik

Dieser Zweig der Science-Fiction wird manchmal folgendermaßen kritisiert:

Der Cambridge Companion to Science Fiction fasst die Argumentation der Kritiker folgendermaßen zusammen: „… Hard SF, die in konservative Machtphantasien über Militärtechnik und Menschen, die mit überdimensionierten Waffen ihre Gegner töten, ausartet.“

In einem wissenschaftlichen Kontext ist es die Aufgabe der Science-Fiction, die Menschen an neue Technologie und Veränderungen zu gewöhnen (siehe dazu Susan Sontags Aufsatz zu wissenschaftlichen Aspekten der SF: Imagination of Disaster). Dies trifft auch auf die MSF zu. Dies lässt sich gut anhand der MSF und ihrer frühen Vertreter aufzeigen, die sich unter dem Eindruck von großen Kriegen (bis inklusive Zweitem Weltkrieg) mit Innovationen in der Kriegsführung und neuen Gegnern beschäftigten:

In jüngerer Zeit wird durch die Asymmetrische Kriegführung (Terrorismus, Guerilla, Private Sicherheits- und Militärunternehmen) und das Aufflammen von Konflikten auf der ganzen Welt auch der Beschäftigung mit diesen militärischen Aspekten mehr Gewicht beigemessen (Vietnamkrieg bis 9/11):

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Scott Connors: The Politics of Military SF. Publishers Weekly, 7. April 2008, abgerufen am 5. Juni 2008.
  2. ↑ Craig E. Engler: Classic Sci-Fi Reviews: Starship Troopers (Memento des Originals vom 25. März 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. SciFi.com, 1997. Abgerufen: 5. Juni 2008.
  3. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 358.
  4. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 407.
  5. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 141.
  6. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 179.
  7. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 19.
  8. 1 2 Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 61.
  9. ↑ Siehe dazu die Definitionssammlung auf eLib (aus dem Englischen von eLib.at). Abgerufen am 24. Januar 2009.
  10. ↑ Michael Nagula: Perry Rhodan - Die Chronik. 1. Auflage. Band, Nr. 1. Hannibal, Höfen 2011, ISBN 978-3-85445-326-0, S. 459.
  11. ↑ Stephan Maus: Ein deutscher Held. In: stern.de. 3. Dezember 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Dezember 2013; abgerufen am 16. Dezember 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. ↑ Edward James, Farah Mendlesohn (Hrsg.): The Cambridge Companion to Science Fiction. Cambridge UP, New York 2003, ISBN 978-0-521-01657-5, S. 193 ff.
  13. ↑ Science and Fiction Themenkreis (eLib.at). Abgerufen: 24. Januar 2009.
  14. ↑ Susan Sontag: Imagination of Disaster (Memento des Originals vom 6. Januar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., pdf, frühe Version. Abgerufen: 24. Januar 2009. Siehe zur Auseinandersetzung von Wissenschaft, Gesellschaft und SF auch: Science and Fiction Themenkreis (eLib.at). Abgerufen: 2. Februar 2009.
  15. 1 2 3 4 J. Clute, P. Nicholls: The Encyclopedia of science fiction. St. Martin’s Griffin, New York 1995. Article: War.
  16. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 402.
  17. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 38.
  18. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 274.
  19. ↑ Don D’Ammassa: Encyclopedia of science fiction. Facts On File, New York 2004, S. 306.
  20. ↑ Monitor-Magazin. Sendung vom 24. Februar 1969: Perry Rhodan. In: youtube.com. 23. Juni 2008, abgerufen am 16. Dezember 2013.