Milton Avery

Milton Avery, gezeichnet von Sally Michel, seiner Frau (1961)

Milton Clark Avery (* 7. März 1885 in Altmar, New York; † 3. Januar 1965 in Woodstock, New York) war ein amerikanischer Maler.

Leben

Avery wuchs in einer Gerberfamilie auf. Bereits mit 16 Jahren arbeitete er in verschiedenen Hilfstätigkeiten, mit denen er sich und seine Familie ernährte, was er auch später, teilweise in Nachtschichten, fortsetzte. Als sein Schwager 1915 starb, war er als einziger verbliebener männlicher Familienangehöriger in der Pflicht, für die Familie zu sorgen. Sein Kunstinteresse veranlasste ihn, bei der Connecticut League of Art Students in Hartford, Connecticut Unterricht zu nehmen. 1924 lernte er die Kunststudentin und Grafikerin Sally Michel kennen, die er 1926 heiratete. Michels Einkommen ermöglichte ihm, sich auf die Malerei zu konzentrieren. Im Verlauf der 1920er und 1930er Jahre war Avery auch in der Art Students League of New York tätig. Roy Neuberger begann ihn zu fördern und kaufte über 100 seiner Werke, was für Avery nach jahrelanger Tätigkeit den künstlerischen Durchbruch bedeutete. 1929 kam es zum ersten größeren Aufkauf seiner Werke durch die Phillips Collection in Washington, D.C.; dort fand 1944 die erste Einzelausstellung seiner Werke statt. 1963 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.

Stil

Avery wird gerne als amerikanischer Matisse bezeichnet, so etwa 1981 in der New York Times, was auf seine farbliche Vielfalt und die Flächigkeit seiner Landschaftsgemälde Bezug nimmt. Farbbeziehungen waren ihm wichtiger als perspektivische Tiefenwirkung. Wurde er zunächst für zu abstrakt gehalten, galt er, nachdem der Expressionismus populär wurde, als zu naiv. Weitere Einflüsse werden Adolph Gottlieb und Mark Rothko zugerechnet.

Avery war ein wortkarger Mensch. Er wurde auf dem Artist Cemetery in Woodstock, New York, begraben. 1965 übergab Sally Avery die persönlichen Unterlagen dem Archive of American Art in der Smithsonian Institution. Seit 2007 sind diese auch online verfügbar. Seine Tochter March Avery ist ebenso Malerin.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Nachlass Milton Avery mit Biographie in den Smithsonian Archives of American Art.
  2. 1 2 Bert Chernow: Milton Avery. Miami, Florida 1987, S. 9.
  3. ↑ Book of Members, 1780–2010. American Academy of Arts and Sciences, abgerufen am 28. April 2011 (englisch).
  4. ↑ Hilton Kramer: Avery-“Our Greatest Colorist”. New York Times, 12. April 1981.
  5. ↑ Clement Greenberg: Milton Avery. In: Arts Magazine. Band 32. Jahrgang, 1957, S. 39–46 (englisch).
  6. ↑ vgl. die Biographie im Davistown Museum in Liberty (Maine).
  7. ↑ Mark Rothko: Commemorative Essay für die New York Society for Ethical Culture, 7. Januar 1965. In: Adelyn D. Breeskin: Milton Avery. National Collection of Fine Arts, Washington 1969.
  8. ↑ Milton Avery in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 9. August 2018. .
  9. ↑ Milton Avery / MATRIX 34 im Archiv des Berkeley Art Museums.
  10. ↑ Martha Schwendener: Approaching Abstraction, but Not Quite Getting There. New York Times, 18. Februar 2011.
Personendaten
NAME Avery, Milton
ALTERNATIVNAMEN Avery, Milton Clark (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Maler
GEBURTSDATUM 7. März 1885
GEBURTSORT Altmar (New York)
STERBEDATUM 3. Januar 1965
STERBEORT Woodstock (New York)