Die Mimosengewächse (Mimosoideae) waren eine Unterfamilie innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Taxa, die vor Legume Phylogeny Working Group 2017 hier eingeordnet waren, gehören seither zur Unterfamilie Caesalpinioideae. Seit 2017 ist die Unterfamilie Mimosoideae kein akzeptiertes Taxon mehr.
Die 79 bis 82 Gattungen mit etwa 3275 Pflanzenarten sind in tropischen bis subtropischen oder warm-gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet. Nur 64 Arten kommen in Mitteleuropa vor.











Es handelt sich bei den Arten der Unterfamilie Mimosoideae meist um immergrüne oder laubabwerfende verholzende Pflanzen: Bäume und Sträucher; selten sind es ein-, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen meist selbständig aufrecht oder seltener kletternd. Sie können halophytisch mesophytisch oder xerophytisch sein. Sie können Harz enthalten. Manchmal übernehmen die Sprossachsen die Aufgabe der Photosynthese.
Bei einigen Arten tritt Heterophyllie auf. Die wechselständig und spiralig oder zweizeilig angeordneten Laubblätter sind meist gut entwickelt, sitzend bis gestielt oder seltener reduziert. Die Blattspreiten der gut entwickelten Laubblätter sind einfach oder oft zweifach gefiedert. Die gefiederten Blattspreiten können viele Fiederblättchen enthalten oder manchmal auch nur zwei. Die Fiederblättchen können krautig, ledrig oder fleischig sein. Die Blattflächen können drüsig punktiert sein. Manchmal sind die Blätter zu Phyllodien oder Dornen umgewandelt. Es sind meist haltbare bis früh abfallende Nebenblätter vorhanden; sie können laubblattartig oder zu Dornen, Drüsen bis Schuppen reduziert sein.
Am Blattstiel und an den Fieder- sowie an den Blättchenstielen sind meist Pulvini vorhanden, damit Bewegungen möglich sind.
Die Blüten stehen zu vielen in unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammen. Gekennzeichnet sind sie meist durch radiärsymmetrische, (drei- bis sechs-) meist fünfzählige Blüten, die meist zwittrig, selten eingeschlechtig sind. Die meist zahlreichen (3 bis 100) Staubblätter sind oft untereinander verwachsen und ragen oft über die Krone hinaus. Die Staubblätter können alle fertil sein oder ein Teil ist zu Staminodien umgebildet. Es ist meist nur ein Fruchtblatt vorhanden, bei wenigen Gattungen gibt es zwei bis 16 Fruchtblätter. Es werden meist Hülsenfrüchte gebildet.
Stickstofffixierung kommt häufig vor.
Die Bestäubung erfolgt auf vielfältige Weise: Anemophilie, Entomophilie, Ornithophilie oder Chiropterophilie.
Die Unterfamilie der Mimosoideae wurde früher auch als selbständige Familie Mimosaceae R.Br. betrachtet. Molekularbiologische Arbeiten zeigen, dass die Mimosoideae eine monophyletische Gruppierung darstellen, die allerdings in die Unterfamilie Caesalpinioideae eingebettet ist und deren Taxa seit 2017 dort eingeordnet sind. Aus diesem Grund findet die Unterfamilie Mimosoideae in der Systematik von 2017 der Legume Phylogeny Working Group keine Berücksichtigung.
Die Unterfamilie der Mimosoideae wurde in drei Tribus gegliedert und enthält 79 bis 82 Gattungen mit etwa 3275 Arten: