Die Mindscouts waren ein Pionierprojekt zur Förderung von Kindern mit besonderen Begabungen in der Schweiz. Die Mindscouts waren die erste Jugendgruppe in der Schweiz, wo sich hochbegabte Kinder und Jugendliche regelmäßig auf sozialer Ebene begegnen und sich austauschen konnten. Die Mindscouts waren kein Kurssystem und verstanden sich als Ergänzung zu anderen Projekten für hochbegabte Kinder. Mindscouts-Aktivitäten fokussierten sich auf den sozialen Austausch mit Gleichgesinnten durch Spiele, gemeinsame Schreib- und Kunstprojekte, sowie Robotik-Workshops. Die Mindscouts nahmen Kinder ab sieben Jahren mit einer Fähigkeitsabklärung in mindestens einem Begabungsbereich bei den obersten 2 % sein. Die Mindscouts wurden personell von Mitgliedern von Mensa Schweiz unterstützt.
Der Name der Gruppe, Mindscouts, ist ein Portmanteau geschaffen vom Mindscouts-Gründer Beat A. Schwendimann im Jahr 2000 durch die Verbindung der Ausdrücke 'Mind' (mit Bezug auf die Intelligenz der Teilnehmenden) und 'Scouts' (da das Modell der Mindscouts von Jugendgruppen wie den Pfadfindern und Cevi inspiriert wurden).
Die Mindscouts zielten darauf ab, Kindern und Jugendlichen mit besonderen Fähigkeiten die Möglichkeit zu bieten, sich in der Freizeit sozial mit Gleichgesinnten treffen zu können. Zu einer Gruppe mit Gleichgesinnten (peer group) zu gehören ist ein wichtiger Schritt zur Bildung von sozialen Kompetenzen. Entwicklungspsychologen haben aufgezeigt, dass Beziehungen zu Gleichgesinnten wichtig für die soziale, kognitive und emotionale Entwicklung sind. Die Mindscouts waren inspiriert vom 'Enrichment Model' des Psychologen Joseph Renzulli.
Die Mindscouts unterschieden sich durch folgende Merkmale von anderen Projekten für hochbegabte Kinder:
Zwischen 2000 und 2009 haben sich die Mindscouts alle zwei Wochen am Samstagnachmittag im Raum Zürich für drei Stunden getroffen. Die Aktivitäten umfassten Brettspiele, Entwicklung neuer Brettspiele, Robotik, Kunstprojekte, Theater und Museumsbesuche. Im Jahr 2009 besaßen die Mindscouts einen umfangreichen Bestand von Brettspielen, Büchern und LEGO-Mindstorms-Sets (finanziert durch Mitglieder- und Gönnerbeiträge).
Die Teilnahme bei den Mindscouts stand allen Kindern und Jugendlichen ab sieben Jahren offen. Bewerber mussten eine Fähigkeitsabklärung von anerkannten psychologischen Diensten vorlegen können. Hochbegabung wurde definiert als Fähigkeiten in mindestens einem Begabungsbereich in den obersten 2 %. Die Mindscouts hatten ein breit gefasstes Verständnis von Begabung. Eine anfängliche Probephase diente der Bestimmung der gemeinsame Sympathie zwischen Kind, Gruppe und Mitarbeitern. Obwohl einige Mitarbeiter der Mindscouts Mitglieder von Mensa Schweiz waren, war eine Mitgliedschaft bei Mensa keine Aufnahmebedingung. Die Zahl der Teilnehmer wurde klein gehalten um ein gutes Betreuungsverhältnis von 4:1 (oder geringer) zu gewährleisten.
Alle Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder der Mindscouts arbeiteten auf Freiwilligenbasis. Die Mindscouts waren als gemeinnütziger Verein in der Schweiz registriert. Die Mindscouts wurden von einem Vorstand geführt, dessen Mitglieder jährlich gewählt wurden. Die Mindscouts wurden durch Mitgliederbeiträge und durch Gönnerbeiträge von Firmen finanziert. Finanzielle Beiträge dienten zur Bezahlung von Raummiete, Ankauf von Spiel- und Bastelmaterial.
Die Mindscouts wurden am 11. November 2000 in Zürich von Beat A. Schwendimann, mehreren Mitgliedern von Mensa und Kinderpsychologen gegründet. Eine zweite Mindscouts-Gruppe existierte in St. Gallen von 2003 bis 2004. Die Mindscouts-Gruppen trafen sich regelmäßig alle zwei Wochen Samstag nachmittags. Die Einstellung des Mindscouts-Projekts wurde von Vorstand im Jahr 2009 beschlossen, da mittlerweile ausreichend andere Projekte zur Unterstützung von Kindern mit besonderen Begabungen entstanden sind. Die Mindscouts können als Pionierprojekt im Bereich der Förderung von Sozialkompetenzen von hochbegabten Kindern angesehen werden.