Minna Falk (* 26. November 1874 in Heide (Holstein); † 11. August 1938 in Babelsberg) war eine deutsche Schriftstellerin.
Minna Falk wurde als Minna Augusta Stange geboren und war ein Kind des Bierbrauers Peter Hinrich Gustav Stange und seiner Frau Anna Catharina, geb. Sievers. Am 31. Januar 1875 wurde sie zuhause evangelisch getauft. Sie wuchs in Heide mit weiteren sieben Geschwistern auf, ein „fröhliches Haus“ seien sie gewesen, erinnerte sie sich später. Am 18. Juli 1894 ehelichte sie in Heide Johann Falk aus Marnerdeich bei Marne in Holstein, einen „Kaufmann in abhängiger Stellung“, Sohn eines Tagelöhners auf einem Hof in der Marsch, wie sie später festhielt. 1896 wurden sie Eltern eines Sohnes, der mit einer Rückratsverkrümmung geboren wurde und über viele Jahre orthopädisch behandelt werden musste. Der Sohn schlug beruflich den Weg seines Vaters als Kaufmann ein, heiratete und wurde Vater von drei Kindern: Aenne, Klaus und Hans. Die Familie lebte zunächst in Kyritz, wobei nichts Näheres über den Aufenthalt dort bekannt ist.
Im Jahr 1928 schied Minna Falks Ehemann mit 60 Jahren aus dem Berufsleben aus und unterstützte fortan seine Frau beim Fertigen der Manuskripte. Wenigstens in den Jahren 1928 bis 1932 ist nachweisbar, dass Minna Falk in Wernigerode am Harz lebte. Zu dieser Zeit hatte sie bereits fünf Romane veröffentlicht und publizierte in Tageszeitungen und Zeitschriften wie u. a. Reclams Universum und den Mecklenburgische Monatshefte.
1932 zogen sie und ihr Mann nach Nowawes, seit 1938 Babelsberg. Dort hatte ihr Schwager in der Uhlandstraße 1929 ein Mehrfamilienhaus erworben, in das sie einzogen. Minna Falks publizistischer Erfolg ermöglichte es ihr schließlich, das Haus zu erwerben. Hier starb sie am 11. August 1938 um 19.45 Uhr an den Folgen einer Krebserkrankung des Dickdarms. Am 15. August wurde sie auf dem Alten Friedhof in Potsdam beigesetzt. Johann Falk verkaufte das Haus 1941 und verzog nach Kleinmachnow, wo er sich 1944 das Leben nahm. Er wurde neben seiner Frau auf dem Alten Friedhof beigesetzt. Das Grab existiert nicht mehr.
Etwa um 1900 begann Minna Falk nach eigenem Bekunden zu schreiben, „um sich selbst ein wenig den Druck von der Seele zu schreiben“. Zunächst veröffentlichte sie Kindergedichte und Kindergeschichten, bevor sie mit der Erzählung „Klaus Jürgens Hof“, für die ihr die Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart 125 RM bezahlte, ihr Schreiben professionalisierte. Ihre Romane spiegeln ihre Lebenswirklichkeit und Erfahrungen wider: Das Leben in der Familie, Sorge um die Kinder, Fragen der Ehe. Dabei war sie eine aufmerksame Beobachterin der Zeitumstände, die oft den Hintergrund ihrer meistens in Norddeutschland angesiedelten Romane abgeben. Die Zwiespälte, in die ihre Protagonistinnen und Protagonisten geraten, werden durch die Liebe aufgelöst. In krisenhafter Zeit schrieb Falk für ein bürgerliches weibliches Publikum, das sich in der „Echtheit meiner Bilder“ wiederfand. „Die Echtheit meiner Bilder hat mir auch wohl zum Erfolg verholfen. Und dass ich immer bereit war. Fand ich am Tage keine Zeit, schrieb ich nachts. Wir sind nie müde geworden, mein Mann und ich, uns durchzukämpfen, und schafften es schließlich auch. Zwanzigtausend Mark erspartes Geld brachten wir sogar zusammen, die die Inflation uns allerdings wieder nahm“. Die Frauen sind bei Minna Falk stark, sanft und mütterlich. 1933 war sie Mitglied im „Reichsverband Deutscher Schriftsteller“ (RDS), ihre Mitgliedsnummer 600 blieb gleich, als der RDS im Zuge der Gleichschaltung zum 1. Oktober 1935 aufgelöst und in die „Reichsschriftumskammer“ überführt wurde.
Eine geistige Nähe zum Nationalsozialismus lässt sich weder durch Mitgliedschaften in der NSDAP oder eine ihrer Gliederungen noch durch ihre Texte belegen; sie selbst bezeichnete sich als „Deutschnational“. Weder in Heide noch in Babelsberg erinnert etwas an diese vielgelesene Autorin der Zwischenkriegszeit.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Falk, Minna |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 26. November 1874 |
| GEBURTSORT | Heide (Holstein) |
| STERBEDATUM | 11. August 1938 |
| STERBEORT | Babelsberg |