
Minnie the Moocher (etwa Minnie, die Schnorrerin) ist ein Jazz-Song, den Cab Calloway 1929 zusammen mit Irving Mills schrieb und veröffentlichte. Der Song wurde wegen seiner Scat-Refrains bekannt. Calloway ließ das Publikum daran teilnehmen, indem er jede Phrase in Form eines Anrufs wiederholen ließ.
Das Lied basiert musikalisch und textlich auf dem Song „Willie the Weeper“, dessen Text mit vielen Hinweisen auf das Drogenmilieu versehen ist. Die Person „Smokey“ wird als „cokey“ (Kokainkonsument) beschrieben. Auch die Textzeile „[…] kick the gong around“ entstammt dem Jargon für das Opiumrauchen. Im weiteren Text wird ein Opiumrausch beschrieben, in dem Minnie sich reich und als Freundin des schwedischen Königs sieht. Calloway nahm das Lied erstmals mit seinen Mississourians 1929 auf, zu dieser Zeit entstand auch das ähnliche „Kickin’ the gong around“. Später kam auch noch eine längere Version von „Minnie“ auf den Markt. Das Titel-Catchword „Minnie“ nutzte Calloway in mehreren Folgestücken, wie zum Beispiel „Minnie the Moocher’s Wedding Day“, „Ghost of Smoky Joe“, „Kickin’ the Gong Around“, „Minnie’s a Hepcat Now“, „Mister Paganini – Swing for Minnie“, „We Go Well Together“ und „Zah Zuh Zaz“. 1980 spielte Calloway „Minnie the Moocher“ im Film Blues Brothers und war 1987 an einer Fassung auf dem Album Cab Calloway Stands in for the Moon von Kip Hanrahan und Conjure beteiligt.
In Filmen sowie TV-Serien fand „Minnie-the-Moocher“ ebenfalls wiederholt Verwendung. Die Ursprungsversion des Songs sang Bette Davis 1932 in dem Film Die Hütte im Baumwollfeld. Im gleichen Jahr entstand Max Fleischers Zeichentrickfilm „Minnie the Moocher“, in dessen Anfangssequenz Cab Calloway und seine Band für etwa 30 Sekunden zu sehen sind. Im anschließenden Comic-Film treten Betty Boop und ein Walross auf, das beim Singen die gleichen Tanzbewegungen wie Calloway ausführt. Eine weitere Filminterpretation war 1984 in Francis Ford Coppolas Film The Cotton Club zu sehen; Calloway wurde in Coppolas Hommage an den legendären Harlemer Cotton Club von Larry Marshall gespielt.
Die eingespielten Cover-Versionen von „Minnie the Moocher“ dürften aktuell in die Hunderte gehen. Die Webseite COVER.INFO listet knapp anderthalb Dutzend namhafterer Versionen auf – darunter Bigband-Versionen von Roy Fox und seiner Swingband (1932), Duke Ellington und seiner Band (1962) sowie dem Pasadena Roof Orchestra (1989).
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