Wladimir Fjodorowitsch Minorski

Wladimir Minorski (1928)

Wladimir Fjodorowitsch Minorski (russisch Владимир Фёдорович Минорский, wissenschaftliche Transliteration Vladimir Fëdorovič Minorskij; * 24. Januarjul. / 5. Februar 1877greg. in Kortschewa, Gouvernement Twer; † 25. März 1966 in Cambridge) war ein bedeutender russischer Orientalist und Iranist. Er betätigte sich vor allem auf dem Feld der Kurdologie.

Biografie

Wladimir Minorski (auch Vladimir Minorsky) entstammte einer jüdischen Familie aus Kortschewa, einer Stadt, die heute im Iwankowoer Stausee untergegangen ist. Er erwarb seinen Schulabschluss mit Goldmedaille und begann anschließend ein Studium an der Universität Moskau, wo er von 1896 bis 1900 Jura studierte. Nach Abschluss dieses Faches studierte er orientalische Sprachen am Lasarew-Institut und trat zum russisch-orthodoxen Glauben über.

1903 begann er seine Tätigkeit im russischen Außenministerium, die ihn von 1904 bis 1908 nach Persien und von 1908 bis 1912 nach St. Petersburg sowie nach Turkestan führte.

1911 veröffentlichte er eine Monografie über den Yarsanismus. 1912 wurde er zum russischen Botschafter in Istanbul ernannt und wirkte im folgenden Jahr als Mitglied des Kaiserlich-Russischen Regierungsausschusses in der internationalen Kommission zur Festlegung der türkisch-persischen Grenze. Nach der Oktoberrevolution emigrierte er nach Teheran, von wo aus er 1919 nach Frankreich ging. Dort arbeitete er einige Jahre an der russischen Botschaft in Paris.

Ab 1923 unterrichtete Wladimir Minorski Persische Literatur an der École nationale des langues orientales vivantes, später auch Türkisch und islamische Geschichte.

Von August 1930 bis Januar 1931 wirkte er als Oriental Secretary anlässlich der Exhibition of Persian Art am Burlington House, London.

Seine Tätigkeit an der Universität London begann 1932, wo er als Dozent für Persische Sprache an der School of Oriental and African Studies (SOAS) arbeitete. Ab 1933 war er Dozent für Persische Literatur und Geschichte und 1937 Professor der Iranistik in der Nachfolge von Sir E. D. Ross. Zu seinen Studenten gehörten unter anderem Richard Ettinghausen und Juri Nikolajewitsch Roerich. 1944 emeritierte er und wurde zum Ehrenmitglied der School of Oriental and African Studies (SOAS) ernannt. Von 1948 bis 1949 war er Gastprofessor an der Universität Kairo.

Wladimir Minorski war unter anderem Corresponding Fellow der British Academy (1943), Ehrenmitglied der Société asiatique in Paris (1946), auswärtiges Mitglied (associé étranger) der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres (1963) und Ehrendoktor der Université libre de Bruxelles (1948).

Wladimir Minorski hinterließ über 200 Schriften. Er starb 1966 in Cambridge und wurde gemäß seinem Wunsch auf dem Nowodewitschi-Friedhof in Moskau beigesetzt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bulletin of the School of Oriental and African Studies. Band 14, Nr. 3, 1953, S. 410.
Personendaten
NAME Minorski, Wladimir Fjodorowitsch
ALTERNATIVNAMEN Минорский, Владимир Фёдорович; Minorsky, Vladimir Fyodorovich
KURZBESCHREIBUNG russischer Orientalist und Iranist
GEBURTSDATUM 5. Februar 1877
GEBURTSORT Kortschewa, Gouvernement Twer
STERBEDATUM 25. März 1966
STERBEORT Cambridge