Blüte im DetailFrühe Mirabelle von BergtholdMirabelle de SeptembreFlotows MirabellePillnitzer MirabelleMirabelle von Nancy im Freilichtmuseum Roscheider Hof
Die Mirabelle (Prunus domestica subsp. syriaca), auch als Gelbe Zwetschge bezeichnet und in Österreich gelegentlich Kriecherl genannt, ist eine Unterart der Pflaume. Mirabellen ähneln sehr den artverwandten Kirschpflaumen und können daher von Laien leicht verwechselt werden.
Merkmale
Die Mirabelle ist ein dornenloser, sparriger Baum. Die einjährigen Zweige sind behaart.
Die Steinfrucht besitzt einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern, ist kugelig, tief wachsgelb und oft mit einer rötlichen Punktierung oder grün. Das Fruchtfleisch ist sehr süß und löst sich leicht vom Steinkern. Dieser ist rundlich-eiförmig. Seine Dicke entspricht 72 bis 80% der Länge und seine Rückenfurche weist nur spärliche Kammstriche auf.
Nach Oberdorfer leitet sich die in Kleinasien und Nordpersien beheimatete Mirabelle aus einer Kreuzung der Pflaume mit der Kirschpflaume ab, vielleicht auch aus einer Kreuzung der Pflaume mit dem Schlehdorn.
Die Mirabelle wird in Mittel- und Südeuropa sowie Nordafrika als Obst angebaut. In Mitteleuropa liegen die Hauptanbaugebiete in Lothringen, im Saarland, am Mittelrhein, in der Pfalz und in Mainfranken. Allein in Lothringen wachsen rund 250.000 Mirabellenbäume, von denen jährlich 15.000 Tonnen der Früchte, 70% der Weltproduktion, geerntet werden.
Aus den Früchten wird unter anderem eine Spirituose produziert, der Mirabellenbrand.
Johannes Müller: Deutschlands Obstsorten. 7 Bände. Eckstein und Stähle, Stuttgart 1905–1934, DNB018244742. Ein Fachbuch, in dem mehr als 300 Äpfel-, Birnen-, Pflaumen-, Erdbeeren-, Aprikosen- und Rebsorten mit Abbildungen beschrieben werden; (online)
1234567Hildemar Scholz, Ilse Scholz: Prunus. In: Hans. J. Conert u.a. (Hrsg.): Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band 4 Teil 2B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2. Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8.
↑E. Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 573.
↑Die Bezeichnung Miracose ist unter der Registernummer 302008024348 seit dem 8. Oktober 2008 für die Waren „Sämereien, lebende Pflanzen und natürliche Blumen“ beim Deutschen Patent- und Markenamt als eingetragene Marke der Ahrenz + Sieberz GmbH & Co KG geschützt. Link zum DPMAregister
12Hubert Siegler: Trends bei XXL-großen Mirabellen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Würzburg Veitshöchheim (online (Memento vom 18. Juli 2011 im Internet Archive) PDF; 82kB).