Mirze Edis

Mirze Edis (* 1. Januar 1972 in Kars, Türkei) ist ein deutsch-türkischer Stahlarbeiter, Betriebsrat der Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg und Politiker der Partei Die Linke. Bei der Bundestagswahl vom Februar 2025 wurde er in den Deutschen Bundestag gewählt.

Biographie

Mirze Edis ist in Kars in der Osttürkei geboren und hat kurdische Wurzeln. Er emigrierte als Dreijähriger mit seiner Familie nach Deutschland, wo sein Vater als Gastarbeiter in einem Hüttenwerk Arbeit fand. Edis wuchs in Hochfeld auf.

Er machte später eine Ausbildung bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) zum Stahlbauschlosser. Im Alter von 22 Jahren wurde er Mitglied im Betriebsrat. Im Jahr 2013 wurde der Betriebsrat mit dem Betriebsrätepreis in Bronze ausgezeichnet. Als es im Nachgang der COVID-19-Pandemie dem Stahlwerk in Duisburg wirtschaftlich nicht gut ging, plädierte er für eine staatliche Beteiligung am Unternehmen.

Politische Laufbahn

Mirze Edis trat 2010 der Partei die Linke bei, damals als Reaktion auf die Agenda 2010. Ab 2013 strebte er den Einzug in den Deutschen Bundestag an. Bei der Bundestagswahl 2021 trat er als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Duisburg I an, erreichte dort 4,7 Prozent der Erststimmen und verpasste den Einzug ins Parlament.

Bei der Bundestagswahl 2025 trat Edis erneut im Wahlkreis Duisburg I an und wurde von seinem Landesverband auf Platz 6 der Landesliste nominiert. In seinem Wahlkreis erreichte er 8,6 Prozent der Erststimmen und konnte über die nordrhein-westfälische Landesliste seiner Partei erstmals in den Deutschen Bundestag einziehen. Er ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Schriftführer des Bundestages. Für seine Fraktion ist er Sprecher für Industriepolitik und gemeinsam mit Stefan Hartmann Co-Leiter der gleichnamigen Arbeitsgruppe der Fraktionsvorsitzendenkonferenz.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Deutscher Bundestag - Mirze Edis. Abgerufen am 5. Juni 2025.
  2. ↑ Tatverdächtige Kontrahenten von Linken-Politiker Edis bestreiten, Graue Wölfe zu sein In: Waz, 30. September 2011.
  3. 1 2 3 4 Fabienne Piepiora: Linken-Politiker Edis ist der große Gewinner: „Bin beschimpft worden“. 23. Februar 2025, abgerufen am 24. Februar 2025.
  4. ↑ Karl Müller-Bahlke: »Ich will mal sehen, wie lange Merz im Stahlwerk durchhält«. In: jacobin.de. 11. Dezember 2025, abgerufen am 29. März 2026.
  5. ↑ Preisträger Bronze - Deutscher Betriebsräte-Preis 2013. In: Bund-Verlag. Abgerufen am 29. März 2026.
  6. ↑ Transformation der Arbeitswelt: Mirze Edis aus Duisburg. 6. November 2020, abgerufen am 24. Februar 2025.
  7. ↑ Mike Michel, Alexander Triesch, Leonie Miß: Bundestagswahl 2025 in Duisburg: Bas und Özdemir holen die Direktmandate – Edis zieht in Bundestag ein. In: Rheinische Post. 24. Februar 2025, abgerufen am 24. Februar 2025.
  8. ↑ Profil - Fraktion Die Linke im Bundestag. Abgerufen am 23. Juni 2025.
  9. ↑ FVK-Arbeitsgruppe Industriepolitik eingerichtet. In: Die Linke. 30. August 2025, abgerufen am 4. September 2025.