Miskawaih

Miskawaih (geboren um 932 in Rey, Iran; gestorben 1030 in Isfahan, Iran) war ein früher persischer Philosoph, Geschichtsschreiber und Philhellene.

Iran um das Jahr 1000 (Buwaihiden, Samaniden-Staaten und abhängige Gebiete, Sallariden und abhängige Gebiete, Ziyariden-Staaten)

Leben und Wirken

Über sein Leben ist nur wenig bekannt. Seine Vorfahren stammen aus Persien und traten möglicherweise vom Zoroastrismus zum Islam über. Er war mit der persischen und arabischen Sprache vertraut, mit der persischen Kultur und der griechischen Philosophie, Medizin und Naturforschung, und er liebte die Poesie. Miskawaih hatte Gelegenheit, den persischen Arzt, Naturforscher und Philosophen Avicenna in Hamadan zu treffen, war mit Abū Haiyān al-Tawhīdī befreundet und gehörte zu dem Kreis der Gelehrten um den Bujidenwesir Ibn al-'Amid in Bagdad, er war Bibliothekar von dessen Bibliothek in Rey. Er schrieb über eine Vielzahl von Themen, darunter Geschichte, Theologie, Philosophie und Medizin. Sein herausragender Beitrag liegt im Bereich der Ethik und Geschichtsschreibung.

Sein Werk über die Läuterung des Charakters, Tahḏīb al-aḫlāq, zählt zu den Klassikern der islamischen Ethik (aḫlāq). Später hat Nasīr ad-Dīn at-Tūsī (1201–1274) in seinem Werk Aḫlāq an-Nāṣirī Stellen daraus übernommen.

Miskawaih ist Verfasser des großen universalhistorischen Werkes Taǧārib al-umam (Die Erfahrungen der Völker), worin sich der Autor auf offizielle Dokumente und Kontakte zu Zeitgenossen stützen konnte. Es ist eine umfassende Geschichte der Welt nach at-Tabarīs Universalgeschichte und gilt als ein bedeutsames Werk der islamischen Geschichtsschreibung.

Zu den Kulturvölkern zählte Miskawai neben den Arabern und Persern nur die Inder und Byzantiner. Der Westen, das Frankenland, findet bei ihm noch keine Erwähnung.

Er schrieb auch über spirituelle Medizin (Ṭibb ar-rūḥānī).

Werke

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Gotthard Strohmaier: Avicenna. Beck, München 1999, ISBN 3-406-41946-1, S. 140.
  2. ↑ C. Edmund Bosworth (2002)
  3. ↑ vgl. The Cambridge History of Moral Philosophy (2017), herausgegeben von Sacha Golob, Jens Timmermann, S. 159 f. in der Google-Buchsuche
  4. ↑ Die Oxford Encyclopedia of Philosophy, Science, and Technology in Islam (2014), herausgegeben von Salim Ayduz, Ibrahim Kalin, Caner Dagli (S. 211 in der Google-Buchsuche), beispielsweise zählt folgende classics of Islamic ethics auf: “al-Māwardī's Adab al-dunyā waʾl-dīn, Ibn Ḥazm's al-Akhlāq wa al-sīr, Abū Naṣr al-Ṭabarsī's Makārim al-akhlāq, Ibn Miskawayh's Tahdhīb al-akhlāq, Naṣīr al-Dīn al-Ṭūsī's Akhlāq-i Naṣīrī, Jalāl al-Dīn Dawwani's Akhlāq-i Jalālī, Kinalizade Ali Efendi's Akhlāq-i ʿAlaʿi” sowie weitere Werke.
  5. ↑ Gotthard Strohmaier: Avicenna. 1999, S. 140.
  6. ↑ TIBB-ı RÛHÂNÎ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  7. ↑ C. A. Qadir, S. 200, Anm. 8.
  8. ↑ IRIB: „„Dschawidan Cherad“, welches die Gedanken von iranischen, indischen, arabischen und griechischen Weisen enthielt“.
  9. ↑ vgl. Khwaja Abdul Hamid: Ibn Maskawaih: a study of his Al-fauz al-asghar. 1946
Personendaten
NAME Miskawaih
ALTERNATIVNAMEN Miskawaih; Ibn Miskawayh; Aḥmad ibn Muḥammad ibn Yaʿqūb; Ebn Meskavayh; Misikaiwei; Miskawayh; Ahmad ibn Muhammad ibn Yaqub ibn Miskawah; Ahmad Ibn Mohammad Ibn Yaqub; Ibn Moskawiy; Ebn Meskavayh; Ahmad Ibn-Muhammad Miskawaih
KURZBESCHREIBUNG islamischer Philosoph
GEBURTSDATUM um 932
STERBEDATUM 1030
STERBEORT Isfahan, Iran