Missunde III auf der Schlei-Überfahrt (2026) | ||||||||||||||||||
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Die Missunde III ist eine Grundseilfähre mit elektrischem Antrieb für Personen und Kraftfahrzeuge. Sie verbindet auf der Fährverbindung Missunde–Brodersby über die Schlei die Orte Missunde in Schwansen und Brodersby in Angeln in Schleswig-Holstein.
Die Fähre soll mit Batterien und Solarunterstützung emissionsfrei fahren. Die Baukosten betrugen ohne ständige Nachbesserungen rund 3,3 Millionen Euro. Auf der Verbindung über die Schlei werden pro Jahr bis zu 170.000 Fahrzeuge befördert, davon 50.000 Fahrräder.

Die vom Planungsbüro Buchloh entworfene und in der Schiffswerft Hermann Barthel in Derben gebaute Missunde III sollte ihre Vorgängerin, die dieselgetriebene Missunde II, ersetzen. Die Inbetriebnahme war zunächst für den 1. November 2022 vorgesehen, verzögerte sich dann aber um mehrere Jahre.
Nach der Ablieferung des Schiffes wurde festgestellt, dass die Windlast der mit einem Dach versehenen Fähre zu groß ist und sich durch die Dimensionierung der Antriebsanlage die Fahrzeit einer Überfahrt verdoppelt. Zudem mussten die schon umgebauten Anleger erneut ertüchtigt werden. Die Taufe des Schiffes erfolgte trotzdem am 31. Januar 2024 durch Julia Carstens, Staatssekretärin im Kieler Wirtschaftsministerium. Daher musste die geplante Betriebsaufnahme im März 2024 ausgesetzt werden.
Da die neue Fähre für ihren Zweck nicht eingesetzt werden konnte, wurde die bereits verkaufte Missunde II für die Sommersaison 2024 zurückgeholt. Sie könnte danach weiter eingesetzt werden, müsste aber für rund 1,7 Mio. Euro nach den inzwischen geänderten Sicherheitsvorschriften der Europäischen Union aufgerüstet werden. Auf Grund der notwendigen Umbauarbeiten verlängerte der Bund die Betriebserlaubnis für die Missunde II bis 2028. Bei der Nachfolgerin dauerten die Umbauarbeiten länger als geplant. Das Land erteilte einer spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei das Mandat, Ansprüche des Landes aufgrund von möglichen Fehlern bei der Konstruktion der Fähre zu prüfen.
Noch im April hatte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein angekündigt, dass die neue Elektrofähre voraussichtlich Ende September 2024 einsatzbereit sei. Die aufwändigen Umbauarbeiten – unter anderem an der Seilführung und an den Rampen auf beiden Uferseiten – sollten bis Sommer 2025 andauern. Der Tausch der Fähren würde erst nach der Tourismussaison zum Jahreswechsel 2025/2026 erfolgen. Zu den Umbau-Kosten äußerte sich das Land anfangs nicht, im Landtag kamen die Kosten zur Sprache, sie wurden geschätzt auf: 780.000 € für den Umbau des Schiffs und 275.000 € für den Umbau der Landanlagen.
Es sollten folgende Arbeiten ausgeführt werden:
Wegen Platzmangel in Missunde lag die Fähre auf einem Liegeplatz in Kappeln-Ellenberg und wurde am 27. August 2024 in den Hafen des Ostseeresorts in Olpenitz verlegt.
Der Umbau der Fähre begann im Herbst 2025, der Einsatz war ab 1. April 2026 vorgesehen. Am 24. März 2026 fand die erste Probefahrt statt. Nach diesen Probefahrten wurde der geplante Starttermin erneut wegen Problemen mit den Anlegern auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Fähre nahm den Fährbetrieb am 29. April 2026 vorläufig auf. Sie ist zunächst nur für den Transport von Fahrzeugen bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 t zugelassen.
Am 24. Mai 2026 wurde die Fähre wegen Problemen mit gerissenen Antriebsriemen außer Betrieb genommen, die Beschaffung der Ersatzteile sollte einige Wochen dauern. Nach dem jüngsten Ausfall wurde die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft mit der Lösung der Probleme betraut. Die Verantwortlichkeit sollte juristisch geklärt werden. Mitte Juni 2026 wurde der Betrieb wieder aufgenommen.
Nach einer weiteren Betriebseinstellung wegen Sicherheitsbedenken am 16. Juli 2026 – der Fanghaken rastete beim Anlegen in bestimmten Konstellationen nicht richtig ein – wurde der Betrieb am 25. Juli 2026 wieder aufgenommen.
Am 30. Juli 2026 wurde die Fähre trotz Anpassungen zwei Wochen zuvor wegen erneuter Sicherheitsbedenken bei Problemen beim Anlegen außer Betrieb genommen.
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen kündigte am Folgetag an, die ursprünglich erst nach der Sommersaison vorgesehene Überprüfung umgehend beginnen zu lassen. Neben einer dauerhaften technischen Lösung für die Missunde III sollten auch die Reaktivierung der Missunde II und ein möglicher Neubau geprüft werden. Am 7. August 2026 wurde gemeldet, dass die Missunde III gescheitert ist, und die Missunde II übergangsweise erneut zum Einsatz kommt, bis ein Ersatzneubau verfügbar ist.
Die Comedy-Sendung Mario Barth deckt auf! drehte am 7. August 2024 vor Ort einen Filmbericht über die Geschichte der neuen Elektrofähre.
Das Satiremagazin extra 3 hat einen Bericht unter der Kategorie Realer Irrsinn erstellt, der am 25. September 2024 gezeigt wurde. Eine Fortsetzung folgte am 6. September 2026 auf extra 3 Spezial.