| Marktgemeinde Eberndorf Dobrla vas | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Völkermarkt | |
| Kfz-Kennzeichen: | VK | |
| Fläche: | 67,68 km² | |
| Koordinaten: | 46° 35′ N, 14° 39′ O | |
| Höhe: | 476 m ü. A. | |
| Einwohner: | 5.983 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 88 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 9141 | |
| Vorwahlen: | 0 42 36 | |
| Gemeindekennziffer: | 2 08 03 | |
| NUTS-Region | AT213 | |
| UN/LOCODE | AT ERF | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Kirchplatz 1 9141 Eberndorf | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Wolfgang Stefitz (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2021) (23 Mitglieder) |
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| Lage von Eberndorf Dobrla vas im Bezirk Völkermarkt | ||
Südtor zum Hof der Stiftskirche Eberndorf | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Eberndorf (slow. Dobrla vas) ist eine zweisprachige Marktgemeinde mit 5983 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Völkermarkt in Kärnten (Österreich).
Die Gemeinde liegt im Jauntal im sich südlich der Drau erstreckenden Jaunfeld.
Eberndorf besteht aus den acht Katastralgemeinden Buchbrunn (Bukovje), Gablern (Lovanke), Gösselsdorf (Goselna vas), Kühnsdorf (Sinča vas), Loibegg (Belovče), Mittlern (Metlova), Mökriach (Mokrije) und Pribelsdorf (Priblja vas). Das Gemeindegebiet gliedert sich in folgende 24 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):
| Völkermarkt | Ruden | |
| Sankt Kanzian am Klopeiner See | Bleiburg | |
| Sittersdorf | Globasnitz | Feistritz ob Bleiburg |

Von historischer Bedeutung für die heutige Gemeinde und die Region war das Stift Eberndorf, das auf einer Stiftung des Friulaner Grafen Chazelin († vor 1106) beruhte und durch den Patriarchen von Aquileia Peregrin/Pilgrim (reg. 1132–1161) als Augustiner-Chorherrenstift gegründet wurde. Das für weite Teile des Jauntals wichtige Stift wurde im Zuge der Gegenreformation 1604 aufgelöst und durch eine Jesuitenresidenz ersetzt, die bis zur Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 bestand. 1809 wurden das Stift und der dazugehörige Grundbesitz dem Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal übergeben, das bis heute der Eigentümer ist. Die spätgotische Stiftskirche und die barocke Stiftsanlage prägen noch heute das Ortsbild.
Die Ortsgemeinde Eberndorf wurde 1850 gebildet und wuchs zunächst bis 1866 durch Eingemeindungen zur flächenmäßig größten Kärntens heran. 1876 wurden Globasnitz, Rückersdorf und Sittersdorf abgetrennt und als eigene Ortsgemeinden etabliert sowie Grabelsdorf mit St. Kanzian vereinigt. Neben der Eingliederung der Katastralgemeinde Mökriach 1944 gab es seither nur geringe Gebietskorrekturen. Das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ wurde Eberndorf 1952 zugesprochen.
Von 1902 bis 1971 war der Ort auch mit der Vellachtalbahn (Schmalspurstrecke Kühnsdorf – Eberndorf – Eisenkappel) erreichbar. Die Bahnstrecke wurde 1971 stillgelegt und anschließend abgetragen. Einige wenige Spuren sind erhalten, so z. B. das Heizhaus des ehemaligen Bahnhofs Kühnsdorf.



| Eberndorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 2.670 | |||
| 1880 | 2.676 | |||
| 1890 | 2.734 | |||
| 1900 | 2.743 | |||
| 1910 | 2.831 | |||
| 1923 | 2.745 | |||
| 1934 | 3.179 | |||
| 1939 | 3.336 | |||
| 1951 | 4.189 | |||
| 1961 | 4.639 | |||
| 1971 | 5.278 | |||
| 1981 | 5.673 | |||
| 1991 | 5.922 | |||
| 2001 | 6.016 | |||
| 2011 | 5.900 | |||
| 2021 | 5.887 | |||
| 2026 | 5.983 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Eberndorf 6.014 Einwohner, davon besaßen 95,5 % die österreichische und 2,5 % die bosnische Staatsbürgerschaft. 8,6 % gehörten der slowenischsprachigen Volksgruppe an.


Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 89,4 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 2,6 %, zum Islam 2,3 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 4,1 % (Stand: Volkszählung 2001).
Die Gemeinde Eberndorf ist in drei Pfarren gegliedert:
Eberndorf/Dobrla vas zählt zum slowenischen Dialektgebiet des Jauntales (slow. Podjunsko narečje), der zur Kärntner slowenischen Dialektgruppe gehört. Bezeichnend ist, dass auch Sitz des Jauntaler Dekanats Eberndorf/Dobrla vas ist.


Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Eberndorf mit seiner Umgebung noch ein weitestgehend slowenischsprachiger Ort. Das organisierte Vereinsleben der Slowenen blühte in jener Zeit in der Gegend auf, so dass der slowenische Kyrill und Method-Schulverein Družba sv. Cirila in Metoda (CMD) etwa 1888 in Abtei, 1890 für Pribelsdorf und Umgebung und 1908 in Sankt Margareten im Rosental Zweigvereine gründete.
1907 kam es zur Gründung des Bildungsvereines Trta in Sittersdorf/Žitara vas. 1904 wurde der Verein Društvo „Gorotan“ sowie 1910 ein Zweigverein der Pfarre Podružnica župnija Dobrla ves „Slovenske Straže“ (Slowenische Wacht) gegründet. Gleichzeitig erhielt das slowenische Chorwesen einen bedeutenden Aufschwung, und insbesondere die Kirchenchöre wurden wichtige Träger der slowenischen Sprachkultur. Wer im Chor sang, konnte gutes Schriftslowenisch.
Besondere Bedeutung für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region, der Menschen und der Sprache kommt der 1890 in Kühnsdorf gegründeten Hranilnica in posojilnica (Spar- und Darlehenskasse) zu, die insbesondere auch die Kulturarbeit förderte.
Am 25. März 1906 wurde der slowenische Bildungsverein Katoliško izobraževalno društvo Dobrla ves auf Betreiben des Gründers der Posojilnica (Darlehenskasse) und Bürgermeisters Janez Šumah sowie des Kaplans Ivan Kogelnik, als Vorgängerorganisation des Slovensko prosvetno društvo „Srce“ (Slowenischer Kulturverein „Srce“) gegründet. Bedeutende Wirkungsbereiche waren das Laienschauspiel, die Bildungsarbeit, die Förderung der Lesekultur durch die vereinseigene Bibliothek sowie das Tamburizzaspiel im Chor. 1909 wurde die Turnsektion Orel (Adler) gegründet. 1913 wurde die Paternuž-Wirtschaft erworben, um darauf das Kulturhaus Kulturni dom zu errichten. Wegen des Ersten Weltkrieges wurde es jedoch erst nach dem Ende des Krieges fertiggestellt. Die Zwischenkriegszeit, ab den 1920er Jahren, war von zahlreichen Diskriminierungen und Schikanierungen geprägt, das Vereinshaus eingezogen. Schließlich wurden alle slowenischen Vereine verboten, das Vermögen enteignet bzw. kulturelle Werte zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 der Verein unter dem heute noch weithin bekannten Namen Slovensko prosvetno društvo „Srce“ (Slowenischer Kulturverein „Srce“) wiedergegründet. Seitdem ist der Verein eine der tragenden Säulen des Kulturlebens in der Gemeinde.
Am Kreisverkehr der westlichen Ortseinfahrt steht die 1999 errichtete kinetische Skulptur Einhorn des Künstlers Tomas Hoke. Die rund 6,5 Meter hohe Skulptur aus Stahl und Edelstahl nimmt Bezug auf das Einhorn im Wappen Eberndorfs; das bewegliche Horn wird durch den Wind bewegt.
Im Stift Eberndorf befindet sich die Galerie Stift Eberndorf, die in den historischen Räumlichkeiten des Stifts zeitgenössische Kunst präsentiert. Im Juni 2025 wurde der adaptierte historische Pferdestall als Veranstaltungsraum eröffnet. Die Eröffnung fand am 21. Juni 2025 mit einer Vernissage des Künstlers Edwin Wiegele statt.
Die SONUS Musikwerkstatt ist eine jährlich stattfindende musikalische Workshopwoche am Campus AdFontes in Eberndorf, bei der gemeinsam musiziert und an musikalischen Projekten gearbeitet wird.
Die Einrichtungshäuser der Rutar Group haben ihren Sitz in Eberndorf.
Im Jahr 2010 waren von den 186 landwirtschaftlichen Betrieben 132 Nebenerwerbsbetriebe. Diese bewirtschafteten 56 Prozent der Flächen. Rund 60 Prozent der Produktionsbetriebe waren im Baugewerbe tätig. Knapp ein Drittel der Beschäftigten im Dienstleistungssektor arbeitete im Handel, etwa ein Viertel im Bereich soziale und öffentliche Dienste und zehn Prozent in Beherbergung/Gastronomie (Stand 2011).
| Wirtschaftssektor | Anzahl Betriebe | Erwerbstätige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2001 | 2011 | 2001 | |
| Land- und Forstwirtschaft 1) | 186 | 218 | 99 | 75 |
| Produktion | 54 | 53 | 404 | 561 |
| Dienstleistung | 274 | 218 | 1134 | 1149 |
1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, PendelnEberndorf ist eine Pendlergemeinde. Von den 2.667 Erwerbstätigen, die 2011 in der Gemeinde lebten, arbeiteten 749 im Ort und über siebzig Prozent pendelten aus. Dafür kamen 888 Menschen aus der Umgebung zur Arbeit nach Eberndorf. FremdenverkehrWie für den Bezirk typisch, ist die Gemeinde vor allem im Sommer ein Ziel für Touristen. Mehr als 84 Prozent der Übernachtungen erfolgen in den Monaten Juni, Juli und August. In den Jahren 2010 bis 2019 sank die Anzahl der Übernachtungen um dreißig Prozent. |
Pendler |

Der Gemeinderat besteht aus 23 Mitgliedern.
Das Wappen von Eberndorf zeigt „In blauem Halbrundschild auf rundem goldenen Berg steigendes weißes Einhorn, nach rechts gerichtet“. Die Gemeinde verwendete schon vor der Wappenverleihung (1960) ein steigendes Einhorn im Siegel. Es wurde von den Jesuiten für das Stift Eberndorf eingeführt und fußt im mittelalterlichen „hortus conclusus“ (das Einhorn flüchtet in den Schoß der Jungfrau Maria). Das goldene Kreissegment im Schildfuß kann als Berg wie auch als Teil der Weltkugel gedeutet werden.
Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 6. September 1960 verliehen. Die Fahne ist Weiß-Blau mit eingearbeitetem Wappen.
