Mobile Riverine Force

Die Mobile Riverine Force (MRF) war eine gemeinsame militärische Einheit der US Army und der US Navy während des Vietnamkriegs. Sie wurde konzipiert, um in den Fluss- und Sumpfgebieten des Mekong-Deltas in Südvietnam zu operieren und spielte eine zentrale Rolle in der sogenannten „Brown-Water Navy“.

Geschichte

Die MRF wurde Ende 1966 als „Mekong Delta Mobile Afloat Force“ (MDMAF) gegründet und ab Mai 1967 offiziell als Mobile Riverine Force bezeichnet. Sie basierte auf den Erfahrungen der französischen Dinassauts Divisions Navales d’Assaut aus dem Indochinakrieg und wurde entwickelt, um die Mobilität und Schlagkraft amerikanischer Truppen in schwer zugänglichem Gelände zu erhöhen.

Die Hauptlandbasis der MRF befand sich im Đồng Tâm Base Camp nahe Mỹ Tho. Zusätzlich operierte die Einheit von mobilen schwimmenden Basen aus, die auf modifizierten Landungsschiffen (LSTs) basierten.

Struktur und Ausrüstung

Die MRF bestand aus:

Diese Boote waren oft modifizierte Landungsboote aus dem Zweiten Weltkrieg, angepasst für den Einsatz in den engen und flachen Wasserwegen des Deltas.

Operationen

Die MRF führte zahlreiche Operationen durch, darunter:

Während der Tet-Offensive 1968 spielte die Mobile Riverine Force eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung strategischer Punkte im Mekong-Delta.

Bedeutung

Die Mobile Riverine Force war ein innovatives Konzept der gemeinsamen Kriegsführung von Heer und Marine in einem komplexen geografischen Umfeld. Sie ermöglichte schnelle Truppenbewegungen, direkte Feuerunterstützung und erhöhte Flexibilität in einem Gebiet, das für konventionelle militärische Operationen schwer zugänglich war. Die Erfahrungen der MRF beeinflussten spätere Konzepte der Flusskriegsführung und gelten als Vorläufer moderner amphibischer Einsätze.

Literatur

Commons: Mobile Riverine Force – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien