| Molino Forclaz | ||
|---|---|---|
| Daten | ||
| Ort | Colón / San José, Departamento Colón, Provinz Entre Ríos, Argentinien | |
| Baumeister | Juan Bautista Forclaz | |
| Bauherr | Juan Bautista Forclaz | |
| Baustil | Holländerwindmühle | |
| Bauzeit | 1888–1890 | |
| Baukosten | 6000 Pesos Fuertes | |
| Höhe | 12 m | |
| Grundfläche | 50 m² | |
| Koordinaten | 32° 11′ 22,2″ S, 58° 10′ 37,92″ W | |
| Besonderheiten | ||
| Monumento Histórico Nacional (seit 1985), kombiniert mit historischer Göpelmühle (malacate) | ||
Der Molino Forclaz ist eine historische Windmühle holländischen Typs im Departamento Colón der argentinischen Provinz Entre Ríos. Sie liegt zwischen den Städten Colón und San José. Das Bauwerk wurde zwischen 1888 und 1890 von Juan Bautista Forclaz, einem aus der Schweiz stammenden Kolonisten, erbaut und ist seit 1985 als Nationales Historisches Denkmal (spanisch Monumento Histórico Nacional) geschützt. Heute bildet das rund fünf Hektar große Areal ein Freilicht- und Regionalmuseum.
Die Anlage befindet sich etwa 200 Meter abseits der alten Schotterstraße, die San José und Colón auf nahezu halber Distanz miteinander verbindet. In einer Entfernung von weniger als 500 Metern liegt das ehemalige Wohnhaus von Alejo Peyret, dem ersten Verwalter der Kolonie San José, das heute als Museum und pädagogischer Lehrbauernhof (Granja Educativa) genutzt wird. Sämtliche Hauptgebäude der Anlage wurden auf der höchsten Erhebung des Geländes errichtet, während die tiefer gelegenen Flächen ursprünglich für Obst- und Gemüsegärten sowie als Weideland dienten.
Im Zuge der europäischen Besiedlung von Entre Ríos unter General Justo José de Urquiza erreichte die Schweizer Auswandererfamilie Forclaz aus dem Kanton Wallis zwischen 1859 und 1860 die neu gegründete Colonia San José. Um den Mahlbedarf der rasch wachsenden Ackerbaukolonie zu decken, betrieben die Forclaz zunächst eine Göpelmühle (molino a malacate), die von Maultieren angetrieben wurde.
Aufgrund der steigenden Getreideproduktion (insbesondere Weizen und Mais) initiierte einer der Söhne, Juan Bautista Forclaz, den Bau einer leistungsfähigeren Windmühle nach europäisch-holländischem Vorbild. Die Bauarbeiten begannen Ende 1888 unter Mithilfe von Familienmitgliedern und Nachbarn. 1890 wurden die Maschinen montiert und das Bauwerk fertiggestellt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 6000 Pesos Fuertes.
Nach der Fertigstellung stellte sich heraus, dass die Mühle nicht wie vorgesehen arbeiten konnte. Die durchschnittlichen Windstärken der Region reichten für den schweren Antriebsmechanismus selten aus. Zudem verhinderte die Konstruktion und Anstellung der Flügel, dass der Wind effizient durch das Gefüge strömen und ausreichend Drehkraft entfalten konnte. Juan Bautista Forclaz sah sich gezwungen, die Windkraft weitgehend aufzugeben und den Mahlbetrieb erneut mit der benachbarten Göpelmühle fortzuführen.
Durch gezielte Aufwertungsmaßnahmen der Gemeinden Colón und San José sowie des Fördervereins entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden regionalen Tourismusziel; die jährlichen Besucherzahlen stiegen von 1630 im Jahr 2008 auf über 30.200 im Jahr 2015.
Der Mühlturm ruht auf einem Fundament aus lokal anstehenden Steinen (piedras moras). Die konische Basis weist einen Durchmesser von acht Metern sowie eine Wandstärke von einem Meter auf. Bis zu einer Höhe von drei Metern besteht das aufgehende Mauerwerk aus Bruchstein, die verbleibenden neun Meter bis zur Gesamthöhe von zwölf Metern wurden aus gebrannten Ziegeln gemauert.
Die obere Kuppel besteht aus Zinkblech und lässt sich drehen, um die Mühlenflügel nach der Windrichtung auszurichten. Die vier Flügel waren je sechs Meter lang und einen Meter breit, besaßen eine stufenförmige Sprossenstruktur und wurden mit festem Tuch bespannt.
Neben der Windmühle umfasst das historische Bauensemble: