
Die mollweideschen Formeln, benannt nach dem deutschen Mathematiker und Astronomen Carl Brandan Mollweide, sind trigonometrische Formeln, die für beliebige Dreiecke gelten.

Sinus-Additionstheorem für Doppelwinkel:
Winkelsumme im Dreieck und Übergang zum Komplementärwinkel:
Addition von (1) und (2), Anwendung von (3) und (5), Kürzen unter Verwendung von (6):
Subtraktion von (1) - (2), Anwendung von (4) und (5), Kürzen unter Verwendung von (7):
Multiplikation mit dem gemeinsamen Nenner ergibt die angegebenen Formeln. Die anderen beiden Formeln, die eine Summe bzw. eine Differenz zweier Seiten enthalten, entstehen durch zyklische Substitution der Seiten- und Winkelbezeichnungen.

Im rechtwinkligen Dreieck gilt und im rechtwinkligen Dreieck zudem . Damit ergibt sich:
Betrachtet man die Strecke , so gilt für deren Länge:
Im rechtwinkligen Dreieck gilt aber auch , damit ergibt sich insgesamt:

Eine Verallgemeinerung der mollweideschen Formeln gilt für Sehnenvierecke. Sei ein Sehnenviereck mit den Seitenlängen , , und und den Innenwinkeln , , und . Außerdem sei der Schnittpunkt der Diagonalen und der anliegende Winkel im Dreieck . Dann gilt:
Daraus ergeben sich einige Varianten dieser Formeln:
Daraus erhält man die folgenden Formeln mit Tangenswerten der Halbwinkel:
Die Formeln wurden in der heutigen Darstellung 1808 von Mollweide veröffentlicht und verbreiteten sich anschließend unter seinen Namen. Allerdings waren sie schon vorher anderen Mathematikern bekannt. Die Kosinusgleichungen finden sich bereits in Isaac Newtons Arithmetica Universalis (1707). Sowohl die Sinus- als auch die Kosinusvariante finden sich als geometrische Lehrsätze in Analysis triangulorum (1746) von F. W. de Oppel. Ebenfalls noch vor Mollweide finden sich die Formeln auch in Werken von Thomas Simpson (1748), Antoine-René Mauduit (1765) und Antonio Cagnoli (1786).