
Moly (von altgriechisch μῶλυ mōly bzw. mṓly = mṓlyza, „Knoblauch“ – nicht zu verwechseln mit der umgangssprachlichen Bezeichnung „Molly“ der psychotropen Substanz MDMA) bezeichnet in der griechischen Mythologie und in der antiken Heilkunde eine zauberwirksame bzw. gegen Bezauberung wirksame Pflanze mit weißer Blüte und schwarzem Wurzelstock.
Erstmals erwähnt wird das Gewächs in der Odyssee. Odysseus berichtet dort, wie Hermes es ihm als Schutz gegen die Hexenkünste der Kirke mitgegeben habe, die seine Gefährten auf der Insel Aiaia teilweise in Schweine verwandelt hatte:
„Also sprach Hermeias, und gab mir die heilsame Pflanze,
Die er dem Boden entriss, und zeigte mir ihre Natur an:
Ihre Wurzel war schwarz, und milchweiß blühte die Blume;
Moly wird sie genannt von den Göttern. Sterblichen Menschen
Ist sie schwer zu graben; doch alles vermögen die Götter.“
Diese Beschreibung reicht nicht zu einer Identifikation aus, zudem ist nicht sicher, dass Homer eine real existierende Pflanze charakterisierte. Daher stützen sich Versuche, Moly botanisch zu identifizieren, auch auf andere antike Autoren:
Wie bereits Sprengel betonte, muss das Moly des Dioskurides aber nicht mit dem Moly Homers identisch sein, dies gilt analog auch für die anderen antiken Autoren.
