Mongi Kooli

Mongi Kooli (1980)

Mongi Kooli (arabisch منجي الكعلي, DMG Munǧī al-Kuʿlī; * 15. März 1930 in Ksar Hellal; † 14. Juni 2018 in Gammarth, Délégation La Marsa, Gouvernement Tunis) war ein tunesischer Jurist und Politiker der Sozialistischen Destur-Partei (PSD), der unter anderem zwischen 1976 und 1977 Minister für öffentliche Gesundheit war.

Leben

Mongi Kooli wurde bereits im Alter von zehn Jahren zum Waisen und zog 1943 nach Tunis, wo er das Collège Sadiki besuchte. 1954 begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Sorbonne, der Universität von Paris, und wurde nach dessen Abschluss im August 1959 als Nachfolger von Tahar Belkhodja auf dem siebten Kongress zum Generalsekretär des Exekutivbüros des Allgemeinen Tunesischen Studentenverbandes UGET (Union générale des étudiants de Tunisie) gewählt. Daraufhin war er als Nachfolger von Habib Ben Mohamed Lahbib von 1964 bis zu seiner Ablösung durch Abdelaziz Beltaïef 1967 Gouverneur von Jendouba sowie als Nachfolger von Hédi Baccouche zwischen 1967 und seiner Ablösung durch Abdeljelil Mehiri 1969 Gouverneur von Bizerte. 1974 wurde er für die Sozialistische Destur-Partei PSD (Parti Socialiste Destourien) Mitglied der Nationalversammlung und vertrat in der vierten Legislaturperiode bis 1979 den Wahlkreis „Monastir“.

Im Kabinett Nouira fungierte Kooli zwischen dem 5. November 1974 und dem 21. Juli 1976 als Staatssekretär beim Außenminister Habib Chatty und löste daraufhin am 31. Mai 1976 Mohamed Mzali als Minister für öffentliche Gesundheit ab und bekleidete dieses Amt bis zum 27. Dezember 1977, woraufhin Mongi Ben Hamida ihn ablöste. Er war zeitweise außerdem Direktor des Nationalen Sicherheitsdienstes (Sûreté nationale) und Botschafter in Spanien. Am 25. April 1980 wurde er als Nachfolger von Mohamed Sayah im Kabinett Mzali zum Beigeordneten Minister beim nunmehrigen Premierminister Mzali und zugleich zum Direktor der Sozialistischen Destour-Partei ernannt und bekleidete diese beiden Ämter bis zu seiner abermaligen Ablösung durch Hédi Baccouche am 13. März 1984. 1981 wurde er Mitglied der aus der Nationalversammlung hervorgegangenen Abgeordnetenkammer (Chambre des députés) und vertrat in der sechsten Legislaturperiode bis 1986 erneut den Wahlkreis „Monastir“. Zudem war er Bürgermeister seiner Heimatstadt Ksar Hellal. Er war zwischen dem 14. März 1984 und dem 22. Januar 1986 im Range eines Ministers Ministerrepräsentant im Kabinett Mzali und Vertreter damit des Präsidenten der Republik Habib Bourguiba Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde er im Januar 1986 Botschafter in der Tschechoslowakei und verblieb auf diesem diplomatischen Posten in Prag bis zu seiner Abberufung durch den neuen Staatspräsidenten Zine el-Abidine Ben Ali am 7. Dezember 1987.

Sein Sohn Ali Kooli (* 1964) bekleidete von 2020 bis 2021 den Posten des Ministers für Wirtschaft, Finanzen und Investitionsförderung.

Veröffentlichung

Commons: Mongi Kooli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Belkhodja, Tahar. rulers.org (englisch).
  2. ↑ Baccouche, Slaheddine. rulers.org (englisch).
  3. ↑ Chatty, Habib. rulers.org (englisch).
  4. ↑ Mzali, Mohamed. rulers.org (englisch).
  5. ↑ Bourguiba, Habib (Ben Ali). rulers.org (englisch).
  6. ↑ Ben Ali, Zine El Abidine. rulers.org (englisch).
  7. ↑ Kooli, Ali. rulers.org (englisch).
Personendaten
NAME Kooli, Mongi
ALTERNATIVNAMEN منجي الكعلي (arabisch)
KURZBESCHREIBUNG tunesischer Politiker und Diplomat
GEBURTSDATUM 15. März 1930
GEBURTSORT Ksar Hellal
STERBEDATUM 14. Juni 2018
STERBEORT Gammarth, Délégation La Marsa, Gouvernement Tunis