Monika Brachmann

Monika Brachmann in ihrem Atelier (2017)

Monika Brachmann (* 12. Mai 1944 in Arnswalde, Provinz Pommern) ist eine deutsche Malerin und Grafikerin.

Leben

Nach dem Tod des Vaters, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, lebte Monika Brachmann mit ihrer Mutter und ihren Großeltern im zerbombten Berliner Arbeiterbezirk Wedding. Nach der mittleren Reife besuchte sie 1960 bis 1962 eine Handelsschule, arbeitete anschließend bis 1963 im öffentlichen Dienst und war nach ihrer Heirat 1964 für vier Jahre im Einzelhandel tätig. Ab 1968 studierte sie bei Hans Förtsch an der Berliner Akademie für Grafik, Druck und Werbung (heute Universität der Künste) und schloss das Studium 1972 mit Auszeichnung ab. Ein weiteres Studium an der Freien Abteilung der Hochschule für Bildende Kunst beendete sie als Meisterschülerin von Hermann Bachmann 1976. Bis zu ihrem Malereistudium gehörte sie der Künstlervereinigung „Die Rote Nelke – Westberlin“ an, einer politisch motivierten studentischen Vereinigung der 68er-Bewegung. Seit 1976 ist sie vor allem als Malerin, aber auch als Grafikerin freiberuflich tätig.

1973, zur Zeit der feministischen Bewegung in West-Berlin, malte Monika Brachmann das Werk „Liegender Akt“ (Öl/Leinwand, 100 × 120 cm).

Von 1978 bis 1985 war sie nebenher Dozentin an der Volkshochschule Berlin-Kreuzberg am Checkpoint Charlie. Nach der deutschen Wiedervereinigung verlegte sie 1994 ihren Schaffensschwerpunkt in die Uckermark in den Norden Brandenburgs, ohne ihren Wohnsitz in Berlin aufzugeben. 2013 errichtete Monika Brachmann mit ihrem Ehemann die gemeinnützige „Wolfgang und Monika Brachmann Stiftung“. Sie gehörte der GEDOK an und ist Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen und im Künstlersonderbund in Deutschland.

Werk

Monika Brachmann: „Selbst à la Beckmann“, 1978, Öl/Leinwand, 80 × 100 cm

Monika Brachmann wählte ihren eigenen Weg zum Realismus und grenzte sich vom Abstrakten Expressionismus, Action Painting und Color Field Painting ab. Ihre Vorbilder sind Max Beckmann, die „großen Franzosen“ – wie Édouard Manet, Paul Cézanne, Henri Matisse – sowie Paula Modersohn-Becker, Vincent van Gogh und Edvard Munch. Diese begründeten Brachmanns künstlerisches Credo: „Kunst kommt von Können“. Während Monika Brachmanns Berliner Zeit bis 1993 waren Menschenbilder und Stillleben, gelegentlich auch Reiseimpressionen bevorzugte Themen ihrer Malerei. Dabei ist der weibliche Akt ein Thema, mit dem sich die Künstlerin in den Jahren vor 1989 auseinandersetzte.

Die deutsche Wiedervereinigung hat mit dem neuen Schaffensschwerpunkt in der Uckermark auch im Werk von Monika Brachmann zu einer Zäsur geführt. Hier fand ein einschneidender Umbruch statt, der eine malerische Entwicklung von rund 30 Jahren hinter sich ließ. Den traditionellen Bildaufbau der Jahre vor 1989 verabschiedend, vertraut die Malerin seitdem auf dynamische Rhythmisierung: eine schnelle Folge unterbrochener Linien. Ihre Bildelemente (Himmel, Wolkenschatten, Winde) verstärken den Eindruck kräftiger Bewegung bei den streng konstruierten Bildern. Brachmanns malerisches Werk umfasst 2017 etwa 600 Arbeiten Öl auf Leinwand.

Darüber hinaus hat Monika Brachmann ihre Passion für Linie und Fläche des Holzschnitts gepflegt, der sie seit den frühen 1980er Jahren nachgeht. Ihr grafisches Werk umfasst mittlerweile rund 150 Arbeiten, vorwiegend Holzschnitte, daneben Radierungen, Kupferstiche, Mezzotinten, Lithografien. Parallel dazu ist eine Vielzahl von Arbeiten auf Papier – Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen – entstanden.

Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen (Auswahl)

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

Monika Brachmann: „Boisterfelde mit Rapshügel“, 1999, Öl/Leinwand, 120 × 130 cm

Seit 1998 regelmäßige Teilnahme an den Jahresausstellungen des Künstlersonderbundes

Kataloge und Publikationen

Literatur

Commons: Monika Brachmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAME Brachmann, Monika
KURZBESCHREIBUNG deutsche Malerin und Grafikerin
GEBURTSDATUM 12. Mai 1944
GEBURTSORT Arnswalde