Monika Haeger

Monika Haeger (* 20. Juni 1945 in Berlin; † 8. Oktober 2006 ebenda) zählte zu den Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR.

Leben

Haeger verbrachte ihre frühe Kindheit zunächst bei ihrer Mutter in Frankfurt am Main, später bei den Großeltern in Berlin. Von 1954 bis zum Abitur lebte sie im Ost-Berliner Vorzeige-Kinderheim A. S. Makarenko. Nach dem Studium war sie im Buchverlag Junge Welt als Lektorin unter anderem für Bastelbögen zur Wehrerziehung verantwortlich, später arbeitete sie im Transpress Verlag.

Durch ihre Zeit als Heimkind wurde sie sozialistisch geprägt, sodass sie sich in den ideologischen Dienst der DDR stellte. Unter dem Decknamen Karin Lenz stieg sie zu einer wichtigen informellen Mitarbeiterin der Stasi auf und spionierte als vermeintlich enge Freundin der Bürgerrechtlerinnen Bärbel Bohley, Ulrike Poppe und Irena Kukutz über Jahre die Ostberliner Initiativgruppe Frauen für den Frieden aus, was für diese zu Verhören, Verhaftungen, Gefängnisaufenthalten und Bohleys Ausbürgerung aus der DDR führte. Darüber hinaus hatte sie Zugang zum engeren Kreis der Ostberliner Initiative Frieden und Menschenrechte um Gerd Poppe, Werner Fischer und den 1988 ausgebürgerten Ralf Hirsch und konnte daher detailliert über die Aktivitäten der wichtigsten Oppositionsgruppen berichten.

Anfang 1989 wurde Haeger von Bärbel Bohley, Irena Kukutz und Katja Havemann als Mitarbeiterin der Stasi enttarnt. Ende 1990 gab sie ein Interview, in dem sie ihre Beweggründe darlegte, für die Staatssicherheit zu arbeiten.

Dokumentationen

Film

Theaterstück

Einzelnachweise

  1. ↑ Zöglinge. Film 1974. In: TV Media. Abgerufen am 26. April 2025.
  2. ↑ Irena Kukutz, Katja Havemann: Geschützte Quelle.Gespräche mit Monika H. alias Karin Lenz. Basis Druck, Berlin 1990, ISBN 3-86163-005-2.
  3. ↑ Peter Wensierski/Jahn: Monika Haeger - Stasi-IM unter Freunden. In: YouTube-Kanal Filme zum Mauerfall. Abgerufen am 28. April 2026.
  4. ↑ Nicole Heinrich: Monika Haeger: Inside Stasi. Drei Masken Verlag. In: textbuehne.eu. Abgerufen am 25. April 2026.
  5. ↑ IM Dienst der Stasi - Der Fall Monika Haeger. Film von Peter Wensierski. In: rbb online. 26. November 2017, abgerufen am 25. April 2026.
  6. ↑ Lena Schneider: DVD mit Filmen der Filmhochschule Babelsberg: Die Streberin und das Subjekt. In: Der Tagesspiegel Online. 26. Oktober 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 25. April 2026]).
  7. 1 2 Ilko-Sascha Kowalczuk: Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur: Die Wahrheit muss raus. Bekenntnisse einer Stasi-Agentin. In: Bundeszentrale für politische Bildung. 30. September 2005, abgerufen am 25. April 2026.
  8. ↑ Roland Jahn: Stasi: Sollen wir mit früheren IMs reden? In: Die Zeit. 28. Juli 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 1. September 2026]).
  9. ↑ courage frauenzeitung: courage frauenzeitung. Abgerufen am 1. September 2026 (deutsch).
  10. ↑ Monika Haeger – inside stasi. Nächste Vorstellung am 09. Dezember 2022 im FAT – Frankfurter Autoren Theater. Abgerufen am 1. September 2026.
Personendaten
NAME Haeger, Monika
KURZBESCHREIBUNG Inoffizielle Mitarbeiterin des Ministeriums für Staatssicherheit
GEBURTSDATUM 20. Juni 1945
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 8. Oktober 2006
STERBEORT Berlin