Monika Queisser

Monika Queisser (2023)

Monika Queisser (geboren 16. Juli 1963 in Palo Alto, Kalifornien, USA) ist eine deutsche Volkswirtin und Politikwissenschaftlerin. Sie leitet bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris die Abteilung Sozialpolitik.

Leben und beruflicher Werdegang

Monika Queisser schloss 1982 am Fanny-Leicht-Gymnasium in Stuttgart ihr Abitur ab. Ab 1983 studierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München Journalismus und belegte parallel eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in der 22. Lehrredaktion. 1986 bis 1987 nutzte sie für einen Forschungsaufenthalt am Institute of Southeast Asian Studies (ISEAS) in Singapur. 1988 schloss sie mit einer Arbeit zu Nation-Building und die Medien: eine Fallstudie von Singapurs Pressepolitik als Diplom-Journalistin ab.

Parallel studierte sie zwischen 1982 und 1989 ebenfalls an der Universität München Volkswirtschaftslehre und beendete den Studiengang mit einer Diplomarbeit zum Thema Soziale Sicherung in Entwicklungsländern: Indonesien, Philippinen und Singapur.

Ebenfalls an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde Monika Queisser 1993 bei Dieter Grosser im Fach Politikwissenschaft zum Dr. rer. pol. promoviert mit einer Arbeit unter dem Titel Vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren: die chilenische Rentenreform als Modell für Entwicklungsländer?

Berufserfahrungen sammelte sie als freie Journalistin zwischen 1985 und 1990 beim Bayerischen Rundfunk (BR) im Hörfunk in den Abteilungen Wirtschaft und Aktuelles. Von 1990 bis 1993 war sie beim Ifo Institut für Wirtschaftsforschung als wissenschaftliche Referentin in der Abteilung Entwicklungsländer tätig. Von 1993 bis 1997 arbeitete sie bei der Weltbank in Washington D.C. zunächst als Young Professional, dann als Expertin für Rentensysteme, Regulierung und Aufsicht von privaten Rentenfonds und Versicherungen.

1997 wechselte Queisser zur OECD als Referentin in der Abteilung Global Interdependence, zuständig für Rentenreform und Finanzmarktentwicklung in Schwellenländern. Zwischen 1999 und 2007 war sie bei der OECD Referentin in der Abteilung für Sozialpolitik, zuständig u. a. für Rentenpolitik und Behindertenpolitik in OECD-Ländern. Anschließend folgte ein Jahr als Beraterin im Kabinett des OECD-Generalsekretärs José Ángel Gurría. Seit 2009 leitet Monika Queisser bei der OECD die Abteilung für Sozialpolitik. Sie ist zuständig u. a. für Themen wie Familien- und Jugendpolitik, Geschlechtergleichstellung, LGBTQI+, Integration, Sozialausgaben, soziale Wohnungspolitik und Rentenpolitik.

Monika Queisser berät als international anerkannte Rentenexpertin Regierungen der OECD-Länder bei der Gestaltung und Umgestaltung ihrer Rentensysteme. Seit Dezember 2025 ist sie Mitglied der von der Bundesregierung berufenen Rentenkommission, die bis Juni 2026 Vorschläge für eine grundlegende Rentenreform erarbeiten soll.

Weitere Tätigkeiten

Privates

Monika Queisser ist Mutter einer Tochter, sie ist mit dem französischen Schriftsteller Frédéric Richaud verheiratet. Ihr Vater war der Halbleiterphysiker und emeritierte Professor Hans-Joachim Queisser.

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Gut gerüstet? Deutschlands Arbeitsmarkt im OECD-Vergleich. Konrad-Adenauer-Stiftung, 27. Oktober 2021, abgerufen am 10. August 2023.
  2. ↑ Internationale Organisationen: Beraterinnen. W20, abgerufen am 10. August 2023.
  3. ↑ Monika Queisser. World Economic Forum, abgerufen am 10. August 2023 (englisch).
  4. ↑ "Die Leute verstehen, was sie zu verlieren haben". In: Mitgeschnitten: Debatten, Daten, Dokumente. OECD Blog, 11. Dezember 2019, abgerufen am 10. August 2023.
  5. ↑ Rentenkommission eingesetzt. Alterssicherungskommission startet. Bundesregierung, 7. Januar 2026, abgerufen am 23. Mai 2026.
  6. ↑ Karin Christmann: Das sind die Mitglieder der Renten-Kommission. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 23. Mai 2026]).
Personendaten
NAME Queisser, Monika
KURZBESCHREIBUNG deutsche Volkswirtin und Politikwissenschaftlerin
GEBURTSDATUM 16. Juli 1963
GEBURTSORT Palo Alto, Kalifornien