Monika Sieveking (* 1944 in Potsdam) ist eine deutsche Malerin, Zeichnerin und ehemalige Politikerin der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW). Ihre gegenständliche, gesellschaftskritische Malerei wird dem Berliner Kritischen Realismus zugerechnet.
Monika Sieveking wurde 1944 in Potsdam geboren und studierte von 1964 bis 1970 freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Berlin (West), der heutigen Universität der Künste Berlin, bei Hans Jaenisch und Heinz Trökes, dessen Meisterschülerin sie wurde. Ab 1970 unterrichtete sie an Berliner Jugendkunstschulen und Sommerakademien in Bremerhaven. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Berlin.
Sieveking war Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW) und gehörte in den 1980er-Jahren als Mitglied des Büros des Parteivorstandes zum engeren Führungskreis der Partei. Durch ihre Parteimitgliedschaft unterhielt sie Kontakte zu Beschäftigten der Berliner Industrie, die auch Eingang in ihre künstlerische Arbeit fanden.
Vom 2. bis 4. Juli 1984 reiste Sieveking als Teil einer fünfköpfigen Delegation der SEW nach Stockholm zur Konferenz über Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa (KVAE). Die Delegation überbrachte den Vertretern der Teilnehmerstaaten einen Appell, die Ost-West-Verhandlungen auf der Grundlage sowjetischer Vorschläge fortzusetzen, und führte Gespräche mit Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, Italiens, der Niederlande, der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 1989 kandidierte Sieveking für die SEW.
Sieveking entwickelte ein vielseitiges, überwiegend gegenständliches Werk, das sich insbesondere mit Menschen, ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie gesellschaftlichen Konflikten auseinandersetzt. Sie arbeitet mit Zeichnung, Aquarell, Lithografie, Siebdruck und Collage und fertigt neben Porträts auch Tafel-, Wand- und Altarbilder an.
Zu ihren frühen sozialkritischen Arbeiten gehört das 1973 entstandene, zweiteilige Ölgemälde Gruppenbild mit Siemensarbeiter:innen, das Beschäftigte eines Berliner Siemenswerks gemeinsam mit Künstlern und anderen Personen aus ihrem sozialen Umfeld zeigt. Zur Vorbereitung fertigte Sieveking Zeichnungen in den Werkshallen an und porträtierte Arbeiterinnen und Künstlerfreunde in ihrer Wohnung. Das Gemälde zeigt Arbeiterinnen, die ihre Mahlzeiten unmittelbar neben Maschinen einnehmen, da ihnen kein Pausenraum zur Verfügung stand.
Die Zeichnungen und Gemälde ihrer Sozialreportage Krankenhausalltag entstanden 1976 und 1977 in Auseinandersetzung mit dem Arbeitsalltag im Berliner Klinikum Steglitz, dem heutigen Universitätsklinikum Benjamin Franklin. Für das Projekt Meinst Du, die Russen wollen Krieg? porträtierte sie 1982 während eines Arbeitsaufenthalts Menschen in Moskau und Minsk. Ihre 1987 entstandene Porträtserie Gesichter des Widerstands zeigt Menschen, die gegen den Nationalsozialismus Widerstand geleistet hatten, und befindet sich in der Sammlung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Neben ihren gesellschaftskritischen Arbeiten schuf Sieveking auch religiöse Kunst. Für die Martin-Luther-Gemeinde in Berlin-Neukölln malte sie 1984 das Altarbild Unsere Stadt – Stadt Gottes.
Sieveking präsentierte ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Zu ihren Einzelausstellungen zählen Präsentationen im Übersee-Museum Bremen (1999), in einer Galerie in Maryborough in Australien (2002), in der Berliner Galerie am Körnerpark (2004), in der Schwartzschen Villa (2006) und im Kunstverein Husum (2009).
Im Jahr 2024 war sie an der Gruppenausstellung Annem işçi – Wer näht die roten Fahnen? im Marta Herford beteiligt, die sich mit Bündnissen zwischen Arbeitsmigrantinnen und Kunstschaffenden in den 1970er-Jahren auseinandersetzte. Ebenfalls 2024 erwarb das Museum Ludwig in Köln ihr zweiteiliges Gruppenbild mit Siemensarbeiter:innen für seine Sammlung. Im September 2026 war Sieveking in der Ausstellung Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960 im Berliner Gropius Bau vertreten, die sich mit der Kunst- und Kulturproduktion im Zusammenhang mit der Arbeitsmigration seit den 1960er-Jahren beschäftigt.
Werke Sievekings befinden sich in der Berlinischen Galerie, der Neuen Nationalgalerie, dem Museum Ludwig, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Übersee-Museum Bremen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sieveking, Monika |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Malerin, Zeichnerin und ehemalige Politikerin (SEW) |
| GEBURTSDATUM | 1944 |
| GEBURTSORT | Potsdam |