Monticchiello

Monticchiello
Panorama di Monticchiello
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Siena (SI)
Gemeinde Pienza
Koordinaten 43° 4′ N, 11° 43′ OKoordinaten: 43° 4′ 2″ N, 11° 43′ 29″ O
Höhe 500 m s.l.m.
Einwohner 202 (2011)
Telefonvorwahl 0577 CAP 53026

Monticchiello ist ein Ortsteil (Fraktion, italienisch frazione) der Gemeinde Pienza in der Provinz Siena, Region Toskana in Italien.

Geografie

Der Ort liegt im Val d’Orcia ca. 4 km südöstlich des Hauptortes Pienza, ca. 6 km südwestlich von Montepulciano und ca. 42 km südöstlich der Provinzhauptstadt Siena. Der Ort ist der einzige Ortsteil Pienzas und liegt bei 500 Höhenmetern und hatte 2001 ca. 230 Einwohner. 2017 waren es 202 Einwohner. Unterhalb des Ortes fließt der Torrente Tresa, einem Nebenfluss des Orcia.

Geschichte

Erstmals besiedelt wurde der Ort von den Etruskern und danach von den Römern. In der Zeit der Herrschaft der Langobarden gehörte der Ort zum Kloster San Salvatore di Monte Amiata. In den Dokumenten der Abtei erscheint der Ort erstmals schriftlich 973 als Besitz von Lamberto Aldobrandeschi. 1156 schenkte Paltonieri di Forteguerra dem Papst Hadrian IV. den Ort und diese gab ihn als Lehen an Paltonieri di Forteguerra zurück. Ab dem frühen 13. Jahrhundert stand der Ort unter dem Einfluss der Republik Siena, die den Ort wie Torrita di Siena und Montefollonico als Außenposten an der Ostgrenze ihrer Republik nutzte. Der Konflikt mit Montepulciano und Orvieto dauerte von 1229 bis 1235, dabei wurde der Ort von Orvieto schwer beschädigt. Nachdem die Stadtherren 1233 die Allianz mit Siena festigten, ging man aus dem Konflikt siegreich hervor und Siena festigte seine Machtposition in Monticchiello. Die Seneser bauten das Cassero und die Stadtmauern sowie weitere Befestigungsanlagen ab 1260. Im Konflikt mit Florenz und Montepulciano verkauften die Herren von Monticchiello den Ort 1397 für 2000 Fiorini an Florenz, die bis zum Frieden von Venedig 1401 Herr im Ort blieben und danach den Ort an Siena zurückgeben mussten. 1502 wurde der Ort von Cesare Borgia eingenommen. Eine weitere wichtige Rolle spielte Monticchiello im letzten Konflikt zwischen Siena und Florenz. Während Siena schon 1555 eingenommen wurde und die Seneser Regierung sich ins Exil nach Montalcino zurückzog, konnte Monticchiello erst am 15. August 1559 nach dem Frieden von Cateau-Cambrésis (3. April 1559) von den Medici übernommen werden.

Am 26. Juni 1778 wurde vom Großherzog der Toskana, Leopold II., angeordnet, dass der Monticchiello als Ortsteil zu Pienza gehört. Schutzpatron des Ortes ist San Cristoforo, der Heiligentag ist der 25. Juli.

Sehenswürdigkeiten

Die Pieve dei Santi Leonardo e Cristoforo a Monticchiello

Bilder

Literatur

Commons: Monticchiello – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Offizielle Webseite des ISTAT (Memento des Originals vom 2. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Siena, abgerufen am 26. Juli 2014 (italienisch)
  2. ↑ Italia in dettaglio zu Monticchiello, abgerufen am 4. März 2018 (italienisch)
  3. 1 2 3 Emanuele Repetti: MONTICCHIELLO, o MONTECCHIELLO (Monticlum) in Val d’Orcia.
  4. 1 2 3 Ottavio Matteini: Siena fuori campo.
  5. 1 2 3 4 5 Montichiello.org zur Geschichte von Montichiello
  6. 1 2 Offizielle Webseite der Gemeinde Pienza zu Montichiello
  7. 1 2 Castelli Toscani
  8. 1 2 3 4 5 6 Bruno Santi: L’Amiata e la Val d’Orcia
  9. ↑ La Buca del Beato: Speleologia tra preistoria, folklore e leggenda von Franco Fabrizi und Franco Rossi (Associazione Speleologica Senese), veröffentlicht bei La mia terra di Siena (italienisch) Wayback Archive Version vom 10. Februar 2012