Montserrat Roig

Montserrat Roig i Fransitorra (* 13. Juni 1946 in Barcelona; † 10. November 1991 ebenda) war eine katalanische Schriftstellerin und Journalistin. Sie verfasste zahlreiche Romane, Erzählungen, Reportagen und Artikel in katalanischer Sprache.

Unterschrift von Montserrat Roig

Leben

Roig wuchs in einer bürgerlichen Familie in Barcelona auf. Ihr Vater, Tomàs Roig i Llop, war Rechtsanwalt und Schriftsteller. 1968 beendete sie ihr Philosophiestudium an der Universität Barcelona und 1970 wurde sie promoviert. Mit zwanzig Jahren heiratete sie den Architekten Albert Puigdomènech. Nach drei Jahren wurde die Ehe wieder geschieden. Später war sie mit dem Soziologen Joaquim Sempere-Carreras liiert. Sie erlag 45-jährig ihrer Brustkrebserkrankung und hinterließ zwei Kinder. Montserrat Roig ist im Cementiri de Montjuïc begraben.

Politisches und gesellschaftliche Engagement

In jungen Jahren nahm Roig an Demonstrationen gegen den Franquismus teil. In ihren ersten Jahren an der Universität war sie Mitglied der Universitat Popular UP, der Jugendorganisation der Força Socialista Federal (FSF). Nach der Auflösung der FSF trat Roig in die kommunistische Partei PSUC ein. Sie nahm an verschiedene Aktionen gegen die franquistische Diktatur teil.

Im Jahr 1976 wurde Roig Teil des Leitungsrates der Kulturinstitution Ateneu Barcelonès.

Literarische Laufbahn

Plakette in den Jardins de Montserrat Roig, Barcelona

Sie arbeitete zwischen 1972 und 1973 an der Universität Bristol als Lektorin. Nachdem sie 1971 mit den Erzählungen Molta roba i poc sabó... i tan neta que la volen den Víctor-Català-Preis gewonnen hatte, widmete sie sich vollzeitig der Literatur. Sie begann ihre Karriere als Romanschriftstellerin mit den Werken Ramona, adéu (1972) für das sie 1976 den Premi Sant Jordi de novel·la erhielt und El temps de les cireres (1977)

Roig machte auch Karriere als Journalistin. Sie hatte großen Erfolg mit ihren Interviews, die später in den Bänden Retrats paral·lels (1975–1976) veröffentlicht wurden. Ein anderes bekanntes Werk wurde Els catalans als camps nazis (1977) (Die Katalanen in den Nazi-Lagern), dafür erhielt sie den Crítica-Serra-d'Or-Preis. Ab 1977 arbeitete Roig als Journalistin bei Televisión Española, wo sie bei der Interviewsendung Personatges mitwirkte.

Mit dem Roman L’hora violeta (1980) erreichte Roig ihren Höhepunkt als literarisch-feministische Autorin. Von diesem Moment an erhielten ihre Romane aber einen etwas anderen Schwerpunkt. Später brachte sie L’òpera quotidiana (1982), La veu melodiosa (1987) und die Erzählungen El cant de la joventut (1989) heraus. Auch schrieb sie L’agulla daurada wofür die den Nationalpreis der Katalanischen Literatur 1986 erhielt. Ihr letztes Werk war Digues que m'estimes encara que sigui mentida (1991).

Der Roman Die Frauen vom Café Núria erschien 2024 auf Deutsch und webt eine Erzählung über drei Generationen von Frauen in Barcelona, die sich durch Zeiten des Wandels, des Bürgerkriegs und des Widerstands gegen das Franco-Regime navigieren. Die Protagonistin Mundeta, eine Figur von komplexer und widersprüchlicher Natur, repräsentiert dabei unterschiedliche Ideologien und veranschaulicht das Ringen um Selbstbestimmung. Das Buch ist eine Hommage an die katalanische Kultur und Geschichte.

Montserrat Roig war zwischen 1989 und 1990 Mitglied der Associació d’Escriptors en Llengua Catalana und Vizepräsidentin der Junta Territorial del Principat de Catalunya.

Nachlass

Ihr literarischer Nachlass wird in der Arxiu Nacional de Catalunya (Nationalarchiv Kataloniens) aufbewahrt.

Werke

Einzelnachweise

  1. 1 2 Montserrat Roig i Fransitorra. In: L’Enciclopèdia.cat. Gran Enciclopèdia Catalana (katalanisch).
  2. 1 2 3 4 Montserrat Roig. AELC (katalanisch).
  3. ↑ Montserrat Roig i Fransitorra: Biografia i obra periodística. UPF, archiviert vom Original am 3. März 2016; abgerufen am 1. Oktober 2013 (katalanisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ Maria Àngels Francés Díez: «La llengua sóc jo»: identitat nacional i de gènere en Montserrat Roig. Universitat d’Alacant, S. 48 ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar) (katalanisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
  5. ↑ Joan Crexell: La Caputxinada. Edicions 62, Barcelona 1987, S. 173.
  6. 1 2 Thomas Hummitzsch: Roman von Montserrat Roig: Barcelona, wie es tanzt und taumelt. In: taz.de. 27. Februar 2024, abgerufen am 27. Februar 2024.
  7. ↑ Montserrat Roig. Arxiu Nacional de Catalunya, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Juli 2013 (katalanisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
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Personendaten
NAME Roig, Montserrat
ALTERNATIVNAMEN Roig i Fransitorra, Montserrat (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG katalanische Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 13. Juni 1946
GEBURTSORT Barcelona
STERBEDATUM 10. November 1991
STERBEORT Barcelona