Das Rezept für Moretum wurde durch ein Vergil zugeschriebenes lateinisches Gedicht im Umfang von 122 Hexametern unter dem Titel Moretum in der sogenannten Appendix Vergiliana überliefert. Es schildert, als Parodie auf die übertriebene Lobpreisung des Landlebens, wie ein einfacher Bauer sein Tagwerk beginnt; Kernstück ist dabei die Zubereitung von Moretum zum Frühstück.
Weitere Erwähnung findet Moretum in Columellas Schrift De re rustica (XII 59, 1–4). Columella erwähnt darin eine Variante, bei der statt des Käses geriebene Walnüsse verwendet werden (2a), sowie Alternativen mit geröstetem Sesam (2b), mit Pinien- oder Mandelkernen (3), sowie Mischungen mit getrockneten Kräutern (4).
In seinen LehrgedichtenFasti erwähnt Ovid eine Art Moretum im Zusammenhang mit der Verwendung der Verehrung der Magna Mater, ohne jedoch genauere Einzelheiten zu nennen. Demnach soll dieses Moretum ein uraltes Nahrungsmittel sein und aus „reiner Milch“, also „Weißkäse“ und zerstoßenen Wildkräutern hergestellt werden.
Literatur
Andrew Dalby, Sally Grainger:Küchengeheimnisse der Antike. Kulinarische Entdeckungen und Rezepte. Flechsig, Würzburg 1996, ISBN 3-88189-204-4 (Originaltitel: The classical cookbook. Übersetzt von Roland Vocke).
Nicholas Horsfall: The Moretum decomposed. In: Classica et Mediaevalia. Band 5, 2001, 303–318 (zum Vergil zugeschriebenen Gedicht).
Marcus Junkelmann:Panis Militaris. Die Ernährung des römischen Soldaten oder der Grundstoff der Macht. Philipp von Zabern, Mainz 1997, ISBN 3-8053-2332-8.