Die Mastino-Fledermäuse (Mormopterus) ist eine Fledermausgattung in der Familie der Bulldoggfledermäuse (Molossidae). Die zu ihr gehörenden Arten kommen weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten vor.
Merkmale
Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 43 bis 65mm, einer Schwanzlänge von 27 bis 40mm sowie einem Gewicht von 6 bis 19g sind die Arten der Mastino-Fledermäuse kleine Bulldoggfledermäuse. Ihre Unterarme sind 29 bis 41mm lang. Das Fell hat eine dunkelbraune, graubraune oder aschgraue Farbe. Es ist auf der Unterseite oft heller. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern der Familie besitzen die Mormopterus-Arten keine faltigen Lippen. Ihre Ohren sind aufgerichtet und nicht an der Basis miteinander verbunden. Die dritten Mahlzähne der oberen Kieferhälften sind voll entwickelt.
Lebensweise
Die Ökologie der Mastino-Fledermaus-Arten ist nur teilweise erforscht. Diese Fledermäuse werden vorwiegend in tropischen Wäldern, in offenen Landschaften und in Städten angetroffen. Sie ruhen in Baumhöhlen oder unter Hausdächern. Am Ruheplatz bilden sich Kolonien mit 10 bis wenigen hundert Individuen. Als Nahrung dienen Insekten, die im Flug oder vom Grund aufgenommen werden. Während der Jagd fliegen diese Fledermäuse häufig über den Baumkronen oder über Wasserflächen.
Bei Mormopterus planiceps werden die männlichen Spermien etwa zwei Monate im Geschlechtstrakt des Weibchens aufbewahrt, bevor die Befruchtung im Südwinter (Juli/August) erfolgt. Nach drei bis fünf Monaten Trächtigkeit wird meist ein Jungtier geboren.
Systematik
2014 erfolgte eine Neuordnung der der Mastino-Fledermäuse auf Grund morphologischer und genetischer Unterschiede, durch die mehrere neue Arten beschrieben wurden. Zurzeit wird die Gattung in vier Untergattungen eingeteilt. Folgende Arten zählen zur Gattung, die deutschen Namen folgen T. C. H. Cole.
123Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Band 1. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, S. 472–473, ISBN 0-8018-5789-9. Little Goblin Bats
↑T. B. Reardon, N. L. McKenzie, S. J. B. Cooper, B. Appleton, S. Carthew and M. Adams:A molecular and morphological investigation of species boundaries and phylogenetic relationships in Australian free-tailed bats Mormopterus (Chiroptera:Molossidae). In: Australian Journal of Zoology. Band62, 2014, S.109–136, doi:10.1071/ZO13082.
↑Theodor C. H. Cole:Wörterbuch der Säugetiernamen – Dictionary of Mammal Names. 1. Auflage. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2015, ISBN 978-3-662-46269-0.
↑S. M. Goodman B. Jansen van Vuuren F. Ratrimomanarivo J.-M. Probst R. C. K. Bowie:Specific Status of Populations in the Mascarene Islands Referred to Mormopterus acetabulosus (Chiroptera: Molossidae), with Description of a New Species. In: Journal of Mammalogy. Band89, Nr.5, 2008, S.1316–1327, doi:10.1644/07-MAMM-A-232.1.