Moshe Ze’ev Flinker (Maurice Wolf Flinker; * 9. Oktober 1926 in Den Haag; † 1944 in Auschwitz) war ein niederländischer Jugendlicher und Tagebuchautor, der Opfer des Holocaust wurde.
Moshe Fliker war das zweitälteste der sieben Kinder des Polen Noah Eliezer Flinker, der nach Holland ausgewandert und dort ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden war. Der jüdisch orthodoxe Glaube war bestimmender Faktor des Familienlebens.
Nach der Besetzung der Niederlande 1940 floh die Familie 1942 aus Den Haag nach Belgien, um den Nazis und der Verfolgung der Juden durch die Gestapo zu entkommen und konnte auch den Großteil ihres Vermögens in Form von Aktien mitnehmen. Am neuen Wohnort in Brüssel gelang es dem Vater dank seines Vermögens, seine Familie offiziell anzumelden, ohne dass ihre Religionszugehörigkeit bekannt wurde. Obwohl die Mutter lieber in die Schweiz weiterziehen wollte, fühlte sich der Vater in Brüssel sicher. Auch Mosche verwarf den Gedanken, eine Gelegenheit zur Flucht zu nutzen. Im Frühjahr 1944 wurde die Familie denunziert, festgenommen und deportiert wurden. Flinker und seine Eltern kamen nach Auschwitz und wurden dort ermordet. Seine sechs Geschwister überlebten.
Flinker begann nach dem Umzug nach Belgien am 24. November 1942, sein Tagebuch zu schreiben, das er bis Mitte September 1943 fortführte. Darin schilderte er die tägliche Bedrohung der Familie und anderer versteckter Juden, kommentierte scharfsinnig die politischen Umstände und hielt seine Überlegungen bei der Beschäftigung mit Talmud und Chassidismus fest, um Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Leidens des jüdischen Volkes zu erhalten. Er setzte seine Hoffnung nicht auf die Alliierten, sondern nur auf Gott. Wie der Zionismus sah er eine Hoffnung für das jüdische Volk nur in Erez Israel, wo er als Politiker tätig sein wollte. Dafür begann er Arabisch zu lernen.
Das Buch wurde nach dem Krieg von seinen Geschwistern gefunden und 1958 durch Yad Vashem in hebräischer Sprache veröffentlicht. Eine englische Übersetzung wurde 1965 durch Yad Vashem unter dem Titel Young Moshe’s Diary mit dem Untertitel The spiritual torment of a Jewish boy in Nazi Europe veröffentlicht. Eine zweite Auflage folgte 1971. Eine jiddische Übersetzung wurde 1965 von Perets, Tel Aviv, unter dem Titel Dos yingl Moyshe; Dos togbukh fun Moyshe Flinker veröffentlicht. Eine deutsche Übersetzung wurde 2008 von Berlin University Press unter dem Titel Auch wenn ich hoffe: Das Tagebuch des Mosche Flinker veröffentlicht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Flinker, Moshe Ze’ev |
| ALTERNATIVNAMEN | Flinker, Maurice Wolf; Flinker, Mosche; Flinker, Moses |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Tagebuchautor, Opfer des Holocaust |
| GEBURTSDATUM | 9. Oktober 1926 |
| GEBURTSORT | Den Haag |
| STERBEDATUM | 1944 |
| STERBEORT | Auschwitz |