Moskowien

Die Generalkarte Moskowiens oder Großrusslands. Claes Janszoon Visscher, 1681
Wappen von Moskau aus Paul Ritter Vitezović: Stemmatographia sive Armorum Illyricorum delineatio descriptio et restitutio, 1702

Moskowien (auch Muskowien) war in Westeuropa die Bezeichnung für das Großfürstentum Moskau, das das Kernland des heutigen russischen Staates bildete, sowie später für das Zarentum Russland. Das Wort Moskowien wurde ab dem 14. Jahrhundert bis zu Peter dem Großen in Europa für Russland verwendet, die Russen nannte man Moskowiter.

Der Begriff Russland (Russia) stand in der Frühen Neuzeit in Westeuropa häufig für die Gebiete der heutigen Ukraine und Belarus, während das heutige Russland meistens „Moskowien“ (Moscovia) genannt und damit von den ostslawischen Gebieten Polen-Litauens unterschieden wurde.

In Russland selbst war „Moskowien“ (Московия Moskowija) historisch nie gebräuchlich und tauchte erst in der neuesten Zeit als selten gebrauchte Übersetzung des lateinischen Moscovia auf. Im einfachen Volk war zur damaligen Zeit von „Moskauer Land“ (Московская земля Moskowskaja semlja) oder einfach nur von „Rus“ (Русь) die Rede. Im offiziellen Sprachgebrauch hieß das Land bis zum Jahre 1547 Großfürstentum Moskau (Великое Княжество Московское Welikoje Knjaschestwo Moskowskoje). Nach dem Zulegen des Zarentitels durch Iwan IV. („der Schreckliche“) sprach man von Russkoje Zarstwo (Zarentum Russland) und ab Peter dem Großen von Rossijskaja Imperia (Russisches Reich).

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde während des Zweiten Weltkrieges von führenden Funktionären ein „Reichskommissariat Moskowien“ geplant. Dieser Plan, der die Zerschlagung Russlands vorsah, wurde angesichts des Kriegsverlaufs nicht verwirklicht.

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Einzelnachweise

  1. ↑ Andreas Kappeler: Revisionismus und Drohungen. Vladimir Putins Text zur Einheit von Russen und Ukrainern. Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde.