SV 09 Arnstadt

SV 09 Arnstadt
Vereinslogo des SV 09 Arnstadt e. V.
Basisdaten
Name Sportverein 09 Arnstadt e. V.
Sitz Arnstadt, Thüringen
Gründung 1905
Farben blau-gelb
Mitglieder 727 (Januar 2021)
Präsident Florian Kah
Website sv09arnstadt.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Martin Hauswald
Spielstätte Am Obertunk
Plätze 2000
Liga Thüringenliga
2025/26 2. Platz
Heim
Auswärts

Der SV 09 Arnstadt ist ein eingetragener Sportverein in Arnstadt im Thüringer Ilm-Kreis und einer der größten Sportvereine in der Region. Der Mehrspartenverein bietet neben Fußball auch Steeldarts, Volleyball, Tischtennis, Schach, Fitnesssport, Gymnastik sowie Schwimmen an und entstand am 19. Mai 2009 infolge eines Zusammenschlusses des SV Arnstadt-Rudisleben und des BC 07 Arnstadt zum SV 09 Arnstadt mit seinerzeit 875 Mitgliedern. Der Verein verfügt über das 4000 Zuschauer fassende Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion und die Sportanlage mit Rasen- und Kunstrasenplatz am Obertunk (2000 Zuschauer).

Logo-Historie

Geschichte des Arnstädter Fußballs

Der Verein geht sowohl auf den S.-V. Arnstadt (gegründet 1905) als auch auf den B.C. Arnstadt (gegründet 1907) zurück. Der S.-V. Arnstadt spielte um 1930 in der höchsten deutschen Spielklasse – der Gauliga – in der Staffel Nordthüringen des Verbandes Mitteldeutscher Ballspiel-Vereine. Beide Vereine, der bürgerliche Sportverein und der Arbeiterverein Ballspielclub wurden 1945 infolge des Verbots aller Sportvereine in der sowjetischen Besatzungszone zwangsweise aufgelöst.

Neugründung (1949–1952)

Am 1. September 1949 wurde in dem unter sowjetischer Leitung stehenden Rudislebener Betrieb Podjomnik die Betriebssportgemeinschaft Podjomnik Rudisleben gegründet. Nach dem Zusammenschluss mit der BSG Nafa aus dem Nachbarort Ichtershausen entstand am 12. Mai 1952 die BSG Motor Ichtershausen-Rudisleben. Im Laufe der Zeit bürgerte sich jedoch die Kurzbezeichnung Motor Rudisleben ein. Der Fusionspartner des Jahres 2009 – der Fußballverein BC 07 Arnstadt – ging aus einer späteren Abspaltung der Fußballer der am 17. September 1950 gegründeten BSG Einheit Arnstadt hervor, die zwischen 1952 und 1956 die Vormachtstellung im Arnstädter Fußball innehatte.

Dank der wirtschaftsstarken Trägerbetriebe entwickelte die Fußballsektion schnell eine spielstarke Mannschaft, die bereits 1954 in die damals drittklassige Bezirksliga Erfurt aufstieg. Dort belegten die Rudislebener vier Jahre lang Plätze in der oberen Tabellenhälfte und wurden im fünften Jahr 1959 Bezirksmeister. Damit hatten sie sich für die II. DDR-Liga qualifiziert, die inzwischen als dritte Spielklasse installiert worden war. Die Spielstärke reichte für diese Liga jedoch nicht aus. Nach dem Abstieg pendelte die BSG bis 1964 zwischen vierter und dritter Liga. 1964 wurde Rudisleben dann zum dritten Mal Erfurter Bezirksmeister. Inzwischen war die II. DDR-Liga wieder abgeschafft worden. Zur Qualifikation für die zweitklassige DDR-Liga musste der Bezirksmeister eine Aufstiegsrunde bestreiten. Motor Rudisleben meisterte die Aufstiegsspiele souverän und stieg als Gruppensieger auf. Am Ende der Saison 1964/65 erfolgte jedoch als Staffelletzter der Abstieg in die Bezirksliga. In der folgenden Saison überraschte Rudisleben im DDR-Pokalwettbewerb, als die Mannschaft bis ins Achtelfinale vordringen konnte. Erst dort unterlag man dem Oberligisten FC Karl-Marx-Stadt mit 0:4. Nach zwei zweiten Bezirksligarängen wurde 1968 die vierte Bezirksmeisterschaft gewonnen, in den anschließenden Aufstiegsspielen scheiterte die Mannschaft als Vorletzter jedoch deutlich.

Motor Rudisleben in der DDR-Liga (1978–1984)

Obwohl stets im Vorderfeld der Bezirksliga platziert, musste die BSG Motor weitere neun Jahre warten, ehe 1978 mit dem fünften Bezirksmeistertitel die sofortige Qualifikation für die DDR-Liga erreicht wurde. Diesmal war die Mannschaft so spielstark, dass sie sich über sechs Jahre in der zweithöchsten DDR-Spielklasse halten konnte. Erst als die DDR-Liga nach der Saison 1983/84 von fünf auf zwei Staffeln reduziert wurde, reichte der 7. Platz nicht mehr für den Klassenerhalt. In der Saison 1979/80 erreichte die BSG Motor mit Rang 4 ihre beste DDR-Liga-Platzierung. Trainer Klaus Bangert konnte sich dabei in den 22 Punktspielen auf folgende Stammelf stützen (Durchschnittsalter 28 Jahre):

Henry Wamser
(22 Spiele / 24 Jahre)
Werner Frank (22/38)
Hans-Jürgen Lässig (14/32), Jürgen Reske (21/23), Hans Latsny (22/33)
Georg Löffler (21/24), Jürgen Hildebrand (17/29), Helmut Seel (19/23)
Karl-Heinz Schmidt (13/24), Ralf Schulenberg (17/30), Bernd Drößmar (21/28)

Motor Rudisleben in der Bezirksliga (1984–1991)

Von 1984 bis zum Ende des DDR-Fußballspielbetriebes verblieb Motor Rudisleben in der Bezirksliga Erfurt. Ab 1991 spielte die Mannschaft, nun als Abteilung des SV Rudisleben/Ichtershausen, in der fünftklassigen Landesliga Thüringen. Zwischenzeitlich in SV Rudisleben umbenannt, musste die Mannschaft 2002 in die Landesklasse Thüringen absteigen. In der Landesklasse erfolgte dann ein Zusammenschluss mit der Fußballabteilung des BC 07 Arnstadt, mit dem die Spielgemeinschaft Rudisleben/BC 07 Arnstadt gebildet wurde. 2008 gelang dann die Rückkehr in die Thüringenliga. Seit der Saison 2009/10 tritt der Verein unter der Bezeichnung SV 09 Arnstadt an.

SV Arnstadt-Rudisleben (1990–2009)

Der SV Arnstadt-Rudisleben wurde am 14. Juni 1990 als Nachfolger der seit 1952 bestehenden BSG Motor Rudisleben gegründet. Gemeinsam wurde 2001 die Jugendspielgemeinschaft Arnstadt gebildet, die es sich zur Aufgabe machte, durch Förderung des Kinder- und Jugendfußballs in Arnstadt die Qualität und Quantität des Arnstädter Nachwuchses zu steigern. Erfolge der JSG Arnstadt im Landes-, Bezirks- und Kreismaßstab zeigten die Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung. Infolge der positiven Erfahrungen im Jugendbereich bildeten im Sommer 2005 der SV Arnstadt-Rudisleben sowie der BC 07 Arnstadt eine Spielgemeinschaft im Männerbereich. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und so konnte 2008 die Rückkehr in die Thüringenliga realisiert werden. Am 19. Mai 2009 fusionierten dann beide Vereine zum SV 09 Arnstadt.

Ligazugehörigkeit seit 1954

II. DDR-Liga, Staffel 5
1960, 1962/63 – 2 Jahre
DDR-Liga, Staffel E
1964/65, 1978/79, 1979/80, 1980/81, 1981/82, 1982/83, 1983/84 – 7 Jahre
Bezirksliga Erfurt
1954/55, 1955, 1956, 1957, 1958, 1961/62, 1963/64, 1965/66, 1966/67, 1967/68, 1968/69, 1969/70, 1970/71, 1971/72, 1972/73, 1973/74, 1974/75, 1975/76, 1976/77, 1977/78, 1984/85, 1985/86, 1986/87, 1987/88, 1988/89, 1989/90, 1990/91 (Bezirksliga Westthüringen) – 27 Jahre

NOFV-Oberliga (Süd)
2021/22, 2023/24 – 2 Jahre
Thüringenliga (Landesliga, Verbandsliga)
1991/92, 1992/93, 1993/94, 1994/95, 1995/96, 1996/97, 1997/98, 1998/99, 1999/2000, 2000/01, 2001/02, 2008/09, 2009/10, 2010/11, 2011/12, 2012/13, 2013/14, 2014/15, 2018/19, 2019/20, 2020/21, 2022/23 – 22 Jahre
Landesklasse (Staffel West, Ost, 1)
2002/03, 2003/04, 2004/05, 2005/06, 2006/07, 2007/08, 2015/16, 2016/17, 2017/18 – 9 Jahre


In der Ewigen Tabelle der DDR-Liga belegt Motor Rudisleben Rang 87.

Abschluss-Tabellenstände (1952–1959)

Saison Platz Liga
52/53 - (Einheit Arnstadt/4.) Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
53/54 1. – (Einheit Arnstadt Bezirksliga/5.) Bezirksklasse Erfurt – 4. Liga
54/55 8. – hinter Einheit Arnstadt (4.) Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
1955 8. – hinter Einheit Arnstadt (6.) Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
1956 5. – vor Einheit Arnstadt (8.) Bezirksliga Erfurt – 4. Liga
1957 6. hinter Einheit Arnstadt (5.) Bezirksliga Erfurt – 4. Liga
1958 2. Bezirksliga Erfurt – 4. Liga
1959 1. – Aufsteiger Bezirksliga Erfurt – 4. Liga

Abschluss-Tabellenstände (1960–1990)

Saison Platz Liga
1960 5. II. DDR-Liga, Staffel 5 - 3. Liga
61/62 1. Bezirksliga Erfurt, Staffel 1 - 4. Liga
62/63 7. II. DDR-Liga, Staffel 5 - 2. Liga
63/64 1. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
64/65 16. – Absteiger DDR-Liga, Staffel Süd – 2. Liga
65/66 2. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
66/67 2. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
67/68 1. – Aufstiegsrunden-4. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
68/69 4. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
69/70 3. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
70/71 4. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
71/72 2. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
72/73 3. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
73/74 4. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
74/75 2. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
75/76 5. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
76/77 3. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
77/78 1. – Aufsteiger Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
78/79 6. DDR-Liga, Staffel E – 2. Liga DDR
79/80 4. DDR-Liga, Staffel E – 2. Liga DDR
80/81 8. DDR-Liga, Staffel E – 2. Liga DDR
81/82 7. DDR-Liga, Staffel E – 2. Liga DDR
82/83 6. DDR-Liga, Staffel E – 2. Liga DDR
83/84 7. – Absteiger DDR-Liga, Staffel E – 2. Liga DDR
84/85 5. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
85/86 8. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
86/87 7. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
87/88 8. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
88/89 8. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga
89/90 10. Bezirksliga Erfurt – 3. Liga

Abschluss-Tabellenstände (1990–2026)

Saison Platz Liga
90/91 1. – Aufsteiger Bezirksliga Erfurt
91/92 3. Thüringenliga
92/93 11. Thüringenliga
93/94 14. Thüringenliga
94/95 13. Thüringenliga
95/96 7. Thüringenliga
96/97 6. Thüringenliga
97/98 13. Thüringenliga
98/99 4. Thüringenliga
99/00 3. Thüringenliga
00/01 6. Thüringenliga
01/02 14. – Absteiger Thüringenliga
02/03 10. Landesklasse Thüringen, Staffel Ost
03/04 9. Landesklasse Thüringen, Staffel Ost
04/05 5. Landesklasse Thüringen, Staffel West
05/06 2. Landesklasse Thüringen, Staffel Ost
06/07 6. Landesklasse Thüringen, Staffel West
07/08 1. – Aufsteiger Landesklasse Thüringen, Staffel West
08/09 4. Thüringenliga
09/10 4. Thüringenliga
10/11 7. Verbandsliga
11/12 13. Verbandsliga
12/13 8. Verbandsliga
13/14 10. Verbandsliga
14/15 15. – Absteiger Verbandsliga
15/16 12. Landesklasse Thüringen Staffel 1
16/17 8. Landesklasse Thüringen, Staffel 1
17/18 1. – Aufsteiger Landesklasse Thüringen, Staffel 1
18/19 7. Thüringenliga
19/20 9. – Abbruch 14. August 2020 Thüringenliga
20/21 2. – Abbruch 19. April 2021 – Aufsteiger Thüringenliga
21/22 16. – Absteiger Fußball-Oberliga Nordost Süd
22/23 1. – Aufsteiger Thüringenliga
23/24 16. – Absteiger Fußball-Oberliga Nordost Süd
24/25 7. Thüringenliga
25/26 2. Thüringenliga

Personen

Trainer bis 1970–1990

Trainer seit 1990

Bekannte Spieler seit 1990 (Auswahl)

Frühere und spätere DDR-Oberligaspieler (1970–1990)

Trainer, die früher in der DDR-Oberliga gespielt hatten, waren in Rudisleben tätig:

Frühere und spätere DDR-Oberligaspieler die in Rudisleben am Ball waren

Name des SpielersVereinvon/nachOberligaSonstiges
Erhard Meyer1964/65danach FC Rot-Weiß Erfurt145kam vom Empor Ilmenau
Manfred Vogel1983-84zuvor Hallescher FC Chemie und FC Rot-Weiß Erfurt133kam von Chemie IW Ilmenau nach der Hinrunde 1982/83, DDR-Oberliga-Torschützenkönig 1974/75
Holger Bühner1995-97zuvor Motor Suhl, FC Rot-Weiß, VfB Leipzig, Hansa Rostock, Zwickau78kam 1995 vom FSV Zwickau (2. Bundesliga), absolvierte 1992/93 drei Spiele in der 1. Bundesliga für den VfB Leipzig
Hans Latsny1964-67danach FC Rot-Weiß51971/72 wieder in Rudisleben
Hartmut Molata1981-83zuvor FC Carl Zeiss Jena und FC Rot-Weiß18
Klaus Schröder1981/82zuvor Carl Zeiss und Rot-Weiß, später Suhl152
Ralf Schulenberg1976-84zuvor FC Rot-Weiß und BFC Dynamo131neun Spiele DDR-Juniorenauswahl, drei A-Länderspiele, mit der DDR 1972 in München Olympiadritter
Jürgen Reske1979-84zuvor FC Rot-Weiß Erfurt51981/82 Vorwärts Kamenz

Literatur

Einzelnachweise

Commons: SV 09 Arnstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Gründungswappen S.V. Arnstadt nach Kurmark-Wappen 1930

Einzelnachweise

  1. ↑ Sportangebot auf der Vereinshomepage. In: sv09arnstadt.de. Abgerufen am 12. Oktober 2026.
  2. ↑ Hartmut Gerlach: TFV-Vorstand für Aufsteiger durch Quotientenregel – Keine Absteiger. In: tfv-erfurt.de. 14. August 2020, abgerufen am 8. August 2024: „Es werden keine Meister, Torschützenbesten und Fair Play Sieger ermittelt.“
  3. ↑ Helmut Gerlach: Punktspielsaison wird annuliert – Pokalfinale heißt FC Carl Zeiss Jena vs. ZFC Meuselwitz. In: tfv-erfurt.de. 19. April 2021, abgerufen am 8. August 2024.
  4. ↑ Ralf Brückner: Fußball, Aufstieg zur Oberliga: Der SV 09 Arnstadt steigt in die Oberliga Nordost auf. In: insuedthueringen.de. 20. Juni 2021, abgerufen am 8. August 2024 (Paywall).