Mridula Garg

Mridula Garg (2013)

Mridula Garg (Hindi मृदुला गर्ग; * 25. Oktober 1938 in Kalkutta) ist eine indische Schriftstellerin. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der 1979 erschienene Roman Chittacobra (deutsch Die gefleckte Kobra), der weibliches Begehren und die Grenzen der Ehe thematisiert. Für Miljul Mann erhielt sie 2013 den Sahitya Akademi Award. Für Kathgulab wurde sie 2004 mit dem Vyas Samman ausgezeichnet.

Leben

Garg absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, das sie 1960 abschloss. Danach lehrte sie drei Jahre lang an der University of Delhi. Sie begann in den 1970er-Jahren zu veröffentlichen; mit Chittacobra (1979) sorgte sie früh für Aufsehen. Nach dem Abdruck von Passagen in der Zeitschrift Sarika geriet der Roman ins Visier von Sittenwächtern, und sie wurde kurzzeitig zusammen mit ihrem Verleger festgenommen. Das Verfahren wegen „Obszönität“ wurde später zurückgezogen. Im Laufe der Jahrzehnte veröffentlichte sie über 30 Bücher. Im Jahr 2018 erschien ihr auf Englisch verfasster Roman The Last Email. 2023 legte sie eine eigene englische Übersetzung von Chittacobra vor. 2025 wurde Garg Gegenstand des Dokumentarfilms Qissa Be-Lagam der Filmemacherin Sangeeta Gupta. Sie lebt in Delhi.

Wirken

Garg veröffentlichte rund 30 Bücher in Hindi. Ihr Œuvre umfasst acht Romane, vier Theaterstücke, vier Essaybände, einen Reisebericht sowie rund 90 Kurzgeschichten. Ihr Prosawerk befasst sich mit weiblicher Autonomie, Begehren und den sozialen Zwänge der Ehe. Ihr Roman Chittacobra durchbricht gängige Vorurteile und thematisiert Intimität außerhalb der Ehe. Kritiken hoben hervor, dass der Roman weder einfache Entschuldigungen noch stereotype Plotlösungen anbietet und dadurch bis heute von Bedeutung ist.

Garg betonte wiederholt, dass Frauen in der Liebe oftmals furchtloser seien – eine Haltung, die sich auch in The Last Email niederschlägt. Der zuerst auf Englisch erschienene Roman The Last Email wurde als bewegende E-Mail-Korrespondenz zweier alter Liebender besprochen. Garg positionierte sich öffentlich gegen Zensur und für Meinungsfreiheit und schilderte die Folgen der Auseinandersetzungen um Chittacobra für ihr Schreiben. Zugleich mahnte sie 2015 im Kontext der Proteste rund um Preisrückgaben, die Institution Sahitya Akademi nicht zu beschädigen.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Mridula Garg mit Leseprobe. In: Literaturforum Indien. Abgerufen am 9. November 2025.
  2. 1 2 Women are far more fearless in love: Mridula Garg. In: The Times of India. 3. Mai 2018, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  3. 1 2 3 4 The parallel worlds of Mridula Garg’s women. In: Mint. 23. April 2023, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  4. ↑ Javed Akthar, Mridula Garg chosen for Sahitya Akademi Awards. In: Business Standard. 18. Dezember 2013, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  5. 1 2 3 Review: Chittacobra by Mridula Garg. In: Hindustan Times. 5. Mai 2023, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  6. 1 2 3 Mridula Garg translates ‘Chittacobra,’ her 1979 Hindi novel that was branded ‘obscene’ upon release. In: Scroll.in. 2. Februar 2023, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  7. 1 2 Micro review: 'The Last Email' is a moving account of two romantic individuals bound by memory and passion. In: The Times of India. 13. April 2018, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  8. ↑ ‘I don’t keep diaries, memories flood back’. In: The New Indian Express. 17. September 2025, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  9. ↑ Mridula Garg Opens up About Writing, Censorship, and Her Latest Novel. In: The Wire. 5. Mai 2018, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  10. ↑ India’s Writers Are Returning Literary Awards to Protest Diminishing Freedoms. In: TIME. 13. Oktober 2015, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
Personendaten
NAME Garg, Mridula
ALTERNATIVNAMEN Mann, Miljul; Kathgulab, Mridula
KURZBESCHREIBUNG indische Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 25. Oktober 1938
GEBURTSORT Kalkutta