Mrocza

Mrocza
Wappen von Mrocza
Mrocza (Polen)
Mrocza (Polen)
Mrocza
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Nakielski
Gmina: Mrocza
Fläche: 4,32 km²
Geographische Lage: 53° 15′ N, 17° 36′ OKoordinaten: 53° 14′ 33″ N, 17° 35′ 56″ O
Einwohner: 4394 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 89-115
Telefonvorwahl: (+48) 52
Kfz-Kennzeichen: CNA

Mrocza ['mrɔʈ͡ʂa] (deutsch Mrotschen, 1939–1942 Schönhausen, 1942–1945 Immenheim) ist eine Stadt im Powiat Nakielski der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 9300 Einwohnern.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in der historischen Region Großpolen an der Rokitka, etwa zwölf Kilometer nördlich von Nakło (Nakel) und 31 Kilometer westnordwestlich von Bydgoszcz (Bromberg).

Geschichte

Mrotschen an der Rokitka südöstlich des Großen Wieler Sees auf einer Landkarte von 1914
Marktplatz
Stadtkirche

In Urkunden wird der Ort, der bis 1392 ein Dorf war, im Jahr 1288 Mroscha und 1393 Mroscza genannt.

Im Rahmen der Ersten Teilung Polens 1772 kam die Ortschaft zu Preußen. Sie gehörte von 1816 bis 1920 zum Landkreis Wirsitz im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen.

Die landwirtschaftlich geprägte Stadt hatte gegen Ende des ersten Quartals des 19. Jahrhunderts eine katholische Kirche, ein evangelisches Bethaus, eine Synagoge und ein königliches Domänenamt, 140 Wohnhäuser und rund sechshundert Einwohner.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste das Kreisgebiet aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden. Nach dem Überfall auf Polen 1939 wurde Mrotschen völkerrechtswidrig dem Deutschen Reich einverleibt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 kam der Ort wieder zu Polen. 1975–1998 gehörte die Stadt verwaltungstechnisch zur Woiwodschaft Bydgoszcz. Seither gehört es zur Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Bevölkerungsentwicklung bis 1922
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1788655
1802838
1816748davon 346 Katholiken, 238 Evangelische und 164 Juden; nach anderen Angaben 839 Einwohner davon 347 Evangelische, 359 Katholiken, 133 Juden
1821964in 112 Privatwohnhäusern
1837808
18431231
18581377
18611529
18671674
18711640davon 650 Evangelische, 730 Katholiken und 230 Juden (710 Polen); nach anderen Angaben 1637 Einwohner (am 1. Dezember), davon 727 Evangelische, 697 Katholiken und 213 Juden
18851809davon 828 Evangelische, 817 Katholiken und 164 Juden
19052427davon 1008 Evangelische und 156 Juden
19102537

Gemeinde

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Mrocza gehören die Stadt und 15 Dörfer mit Schulzenämtern.

Gemeindepartnerschaft

Partnergemeinde ist Lindern im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen.

Verkehr

Mrocza hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Oleśnica–Chojnice.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Mrocza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. ↑ Vgl. Weblink Amtsbezirk Immenheim-Land in Danzig-Westpreußen – Gemeindeumbenennungen.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 381.
  3. ↑ Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III.. Band 2, Teil 1, Berlin 1828, S. 122, Nr. 4).
  4. 1 2 3 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 336-343, Ziffer 454.
  5. ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 222, Ziffer 2643.
  6. 1 2 Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Teil IV: Die Provinz Posen, Berlin 1874, S. 158–159 (Digitalisat, S. 165-166).
  7. ↑ Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 158, Ziffer 2.
  8. ↑ Michael Rademacher: Pos_wirsitz. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  9. ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 205.
  10. ↑ Landkreis Wirsitz. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2024; abgerufen am 23. Februar 2026.