MuSeele

Das MuSeele ist ein Psychiatriemuseum im Klinikum Christophsbad in Göppingen (Baden-Württemberg).

Das MuSeele widmet sich insbesondere der Darstellung der Psychiatriegeschichte, der Geschichte des Christophsbads, sowie persönlicher Krankengeschichten.

Geschichte

Das alte Badhaus auf dem Klinikgelände des Christophsbads in Göppingen von vorne und der Seite ersichtlich, aus dem Jahr 2018.
Christophsbad Göppingen, Altes Badhaus 2018.

Das MuSeele ist eng mit der Geschichte des Christophsbads verbunden. Die psychiatrische Einrichtung wurde 1852 im sogenannten „alten Badgebäude“ in Göppingen gegründet. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Klinikgelände mehrfach erweitert und um zusätzliche Fachabteilungen ergänzt. Das historische Badgebäude ist als ältestes Bauwerk der Anlage bis heute in Nutzung.

Im Dachgeschoss des alten Badgebäudes befindet sich das Psychiatriemuseum MuSeele, das dort im Jahr 2004 gegründet wurde.

Seit seiner Gründung widmet sich das Museum der Darstellung psychiatrischer Themen in Form einer Dauerausstellung. Im Jahr 2025 wurden die Räumlichkeiten durch den Ausstellungsbereich „DANEBEN“, der für wechselnde Präsentationen genutzt wird, erweitert.

Ausstellung und Konzept

Die Dauerausstellung des MuSeele behandelt verschiedene Aspekte der Geschichte der Psychiatrie, darunter historische Behandlungsmethoden, wissenschaftliche Entwicklungen sowie gesellschaftliche Wahrnehmungen psychischer Erkrankungen. Darüber hinaus werden individuelle Lebensgeschichten sowie bedeutende Persönlichkeiten der Psychiatriegeschichte thematisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit, insbesondere der NS-Eugenik und der sogenannten "Euthanasie", sowie weiterer kritisch betrachteter Ereignisse der Psychiatriegeschichte.

Ziel des Museums ist es, eine differenzierte Auseinandersetzung mit psychiatrischen Themen zu ermöglichen. Hierfür werden Informationstafeln, interaktive Elemente und multimediale Präsentationen eingesetzt, um verschiedene Aspekte psychischer Erkrankungen darzustellen und Zugänge für Besucherinnen und Besucher zu schaffen.

Die seit 2025 genutzten erweiterten Räumlichkeiten unter dem Titel „DANEBEN“ dienen der Präsentation wechselnder Sonderausstellungen, die Themen der Psychiatrie, Kunst und Gesellschaft behandeln.

Anderweitiges Engagement

Neben der Dauer- und Sonderausstellungen veranstaltet das MuSeele regelmäßig Vorträge und kulturelle Veranstaltungen.

Darüber hinaus finden Kooperationen mit anderweitigen Museen statt.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Straub Annegret: Weitere Museen. Abgerufen am 19. März 2026.
  2. ↑ Stefan Lang: 150 Jahre Christophsbad Göppingen. Von der Heil- und Pflegeanstalt zum Gesundheitszentrum. Rung-Druck GmbH & Co, Göppingen 2002, S. 22.
  3. ↑ Rolf Brüggemann, Gisela Schmid-Krebs: Verortungen der Seele: Psychiatriemuseen in Europa = Locating the soul: museums of psychiatry in Europe. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-938304-48-8, S. 41.
  4. ↑ Rolf Brüggemann, Gisela Schmid-Krebs: Verortungen der Seele: Psychiatriemuseen in Europa = Locating the soul: museums of psychiatry in Europe. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-938304-48-8, S. 41.
  5. ↑ Göppingen: MuSeele feiert 25-jähriges Jubiläum und Einweihung des „Daneben“. Abgerufen am 18. März 2026.
  6. ↑ Rolf Brüggemann, Gisela Schmid-Krebs: Verortungen der Seele: Psychiatriemuseen in Europa = Locating the soul: museums of psychiatry in Europe. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-938304-48-8, S. 42.
  7. ↑ Daniel Hildwein, Thomas Stöckle: Das Christophsbad Göppingen. Eugenik und NS-„Euthanasie“ 1933 bis 1945. Hrsg.: Stadt Göppingen. Göppingen 2023, S. 180.
  8. ↑ Straub Annegret: Weitere Museen. Abgerufen am 19. März 2026.
  9. ↑ Psychiatriemuseum im Christophsbad: Eindrückliche Porträts im neuen Ausstellungsraum. Abgerufen am 19. März 2026.
  10. ↑ Rolf Brüggemann, Gisela Schmid-Krebs: Verortungen der Seele: Psychiatriemuseen in Europa = Locating the soul: museums of psychiatry in Europe. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-938304-48-8, S. 42.

Koordinaten: 48° 42′ 5,5″ N, 9° 38′ 38,4″ O