Multi-Club-Ownership (MCO), auch Mehrfachbesitz von Fußballvereinen genannt, beschreibt die Situation, dass ein Investor oder eine Gruppe von Investoren gleichzeitig Anteile an mehreren Fußballvereinen hält.
In den letzten Jahren hat sich MCO im Profifußball zu einem immer beliebteren Trend entwickelt. Die UEFA zählte im Jahr 2023 beispielsweise 31 neue MCO-Investitionen, davon 11 mit Minderheits- und 20 mit Mehrheitsbeteiligungen. Insgesamt sind laut UEFA aktuell mehr als 180 Vereine in Europa in Mehrfachbesitzstrukturen eingebunden. MCOs existieren auch im Frauenfußball.
Die Motive für MCO sind vielfältig. Investoren erhoffen sich unter anderem größere finanzielle Möglichkeiten. Durch die Bündelung von Ressourcen und Know-how können MCO-Investoren Synergien schaffen und ihre Vereine finanziell stärken. Durch gezielte Transfers und die Nutzung von Spielern und Trainern zwischen den Vereinen erhoffen sich Investoren, die sportliche Leistungsfähigkeit ihrer Teams zu verbessern oder talentierte Spieler weiterzuentwickeln, indem die Partnervereine als Farmteams genutzt werden. Das MCO kann Investoren Zugang zu neuen Märkten und Fanbasen verschaffen. In einigen Ländern können MCO-Strukturen genutzt werden, um Steuern zu sparen.
Die Entwicklung von MCO wird von der UEFA und anderen Fußballverbänden beobachtet. Die UEFA hat bereits einige kleinere Regeln eingeführt, um die negativen Auswirkungen von MCO zu begrenzen. So dürfen beispielsweise zwei Vereine, die vom selben Investor kontrolliert werden, nicht im selben europäischen Wettbewerb antreten. Die regulatorische Situation steht großer Kritik gegenüber. In Deutschland verhindert die 50+1-Regel eine Übernahme der Stimmenmehrheit durch einen Investor.
Als sich der Aufstieg von RB Leipzig in die Fußball-Bundesliga anbahnte, zog sich die Red Bull GmbH beim FC Red Bull Salzburg als Eigentümer zurück und fungiert dort seither offiziell nur noch als Sponsor. So sollte sichergestellt werden, dass Leipzig und Salzburg beide an europäischen Wettbewerben teilnehmen können. Allerdings gibt es zahlreiche Berichte, wonach der Standort Salzburg nach wie vor integraler Bestandteil der Red Bull Fußballgruppe ist. Im Jahr 2018 trafen beide Vereine in der UEFA Europa League erstmals direkt aufeinander.
Die FIFA schloss 2025 den Club León von der Klub-Weltmeisterschaft aus, da dieser denselben Eigentümer hat wie der ebenfalls qualifizierte CF Pachuca.
Um den MCOs eigene internationale Strukturen entgegenzusetzen, bauen Fußballclubs wie Bayern München, Ajax Amsterdam oder Benfica Lissabon eigene Kooperations-Netzwerke auf. Ob diese mit MCOs gleichzusetzen sind, ist umstritten. Einerseits behalten viele Clubs innerhalb der Netzwerke ihre Eigenständigkeit bei, andererseits funktionieren die Strukturen der Talente-Entwicklung analog zu MCOs.
Manche Netzwerke sind auch Mischformen, wie beispielsweise das Joint Venture Red&Gold Football, an dem der FC Bayern München und der Los Angeles FC als eigenständige Clubs beteiligt sind. Red&Gold ist Mehrheitsgesellschafter beim Racing Club Montevideo (Uruguay) und bei der Gambinos Group, die wiederum die von Helmut Hack gegründeten Fußballschulen Gambinos Stars Africa (Gambia), Senegal Elite Stars (Senegal) und Phoenix Sports Association (Kamerun) betreibt. Red&Gold führt außerdem die eigenständigen Clubs S.D. Aucas (Ecuador) und Jeju SK FC in Südkorea als Kooperationspartner. Außerhalb von Red&Gold war der LAFC bis 2026 Mehrheitseigentümer von Grasshoppers Zürich, mit denen wiederum der FC Bayern eine Leih- und Entwicklungspartnerschaft hat. Der LAFC hält außerdem einen Minderheitsanteil an Wacker Innsbruck.