Muna Tatari

Muna Tatari (geboren 1971 in Hamburg) ist eine deutsche Islamwissenschaftlerin und Professorin für Islamische Theologie. 2020 wurde sie als erste Muslima Mitglied des Deutschen Ethikrates.

Werdegang

Muna Tatari, Tochter einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters, schloss 1997 das Grundstudium Islam an der Initiative für Islamische Studien e. V. in Hamburg ab. An der Universität Hamburg absolvierte sie ein Studium der Islamwissenschaften mit den Nebenfächern Erziehungswissenschaft, Missions-, Ökumene- und Religionswissenschaften, das sie 2006 mit einer Magisterarbeit zum Thema Musa as-Sadr. Ansätze eines interreligiösen Dialogs abschloss.

Sie hatte außerdem von 1992 bis 1994 an der Universität in Amman Arabisch studiert und war in dieser Zeit auch Gasthörerin an der dortigen theologischen Fakultät.

Von 2010 bis 2015 arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Paderborn, wo sie 2013, gefördert durch die Stiftung Mercator, auch mit einer Dissertation zum Thema Gott und Mensch im Spannungsverhältnis von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Versuch einer islamisch begründeten Positionsbestimmung promovierte.

Im Januar 2014 hatte sie eine Gastprofessur im Theologischen Studienjahr Jerusalem inne, wo sie gemeinsam mit Margareta Gruber und Roman Siebenrock ein Christlich-Islamisches Werkstattseminar durchführte.

Im April 2018 übernahm sie für ein Jahr eine Vertretungsprofessur für Islamische Theologie an der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg.

Seit Oktober 2015 ist sie Juniorprofessorin für Islamische Systematische Theologie am neu eingerichteten Seminar für Islamische Theologie der Universität Paderborn, wo sie auch das Seminar für Islamische Theologie (SIT) leitet.

Zum 30. April 2020 wurde sie als Kandidatin der Bundesregierung durch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble als erste Muslima in den Deutschen Ethikrat berufen, nachdem in den beiden vorherigen Amtszeiten der Islam durch den Mainzer Medizinethiker İlhan Ilkılıç vertreten worden war. 2024 wurde sie wiederberufen, schied aber im März 2025 aus.

Schwerpunkte

Zu Tataris Schwerpunkten zählen befreiungstheologische Perspektiven und die öffentliche Mitsprache von Theologie in einer säkularen Gesellschaft, Konzeptionen zum theologischen Prinzip des Tauḥīd, Glaube und Handeln, sowie komparative Theologie.

Im Deutschen Ethikrat sind ihre Schwerpunkte die Islamische systematische Theologie und die (islamische) theologische Ethik.

Mitgliedschaften

Publikationen

Monographien

Herausgeberschaften

Einzelnachweise

  1. ↑ Uni bildet bald Islamlehrer aus. In: Westfalen-blatt.de. 30. März 2019, abgerufen am 27. Dezember 2021.
  2. 1 2 3 4 Kulturwissenschaften - Jun.-Prof. Dr. Muna Tatari (Universität Paderborn). Abgerufen am 26. Dezember 2021.
  3. ↑ Erfolgreiche muslimische Nachwuchswissenschaftlerinnen – Dr. des. Tuba Işɪk und Dr. des. Muna Tatari schließen Promotion in Komparativer Theologie mit Bestnote ab. In: Universität Paderborn. 15. Juli 2013, abgerufen am 26. Dezember 2021.
  4. 1 2 Muna Tatari - Lebenslauf. Deutscher Ethikrat, abgerufen am 26. Dezember 2021.
  5. ↑ Neues Islam-Seminar in Paderborn eröffnet. In: domradio.de. 3. Mai 2016, abgerufen am 26. Dezember 2021.
  6. 1 2 Christoph Strack: Orientierung in schwierigen Zeiten: Islam-Theologin erstmals in Ethikrat berufen - Qantara.de. In: Qantara.de. 2. Juni 2020, abgerufen am 26. Dezember 2021.
  7. ↑ Ulrike Florian: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble beruft Mitglieder des Deutschen Ethikrates. 29. April 2020, abgerufen am 26. Dezember 2021.
  8. ↑ Mitglieder. und ehemalige Mitglieder. In: ethikrat.org. Abgerufen am 10. August 2025.
  9. ↑ Muna Tatari – Schwerpunkte des Engagements im Ethikrat. In: Deutscher Ethikrat. Abgerufen am 26. Dezember 2021.
Personendaten
NAME Tatari, Muna
KURZBESCHREIBUNG deutsche Islamwissenschaftlerin und Theologin
GEBURTSDATUM 1971
GEBURTSORT Hamburg