| Munich Arena | ||
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| Visualisierung der geplanten Arena (2026) | ||
| Daten | ||
| Ort | Freisinger Allee 85356 Freising, Deutschland | |
| Koordinaten | 48° 21′ 13,2″ N, 11° 44′ 45,2″ O | |
| Eigentümer | MUNICH ARENA Property GmbH | |
| Eröffnung | 2029 (geplant) | |
| Kosten | über 400 Mio. Euro (Investitionsvolumen) | |
| Architekt | HENN (Generalplanung) Populous (Entwurf) Latz + Partner (Landschaftsarchitektur) | |
| Kapazität | ca. 20.000 Plätze | |
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| Lage | ||
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Die Munich Arena (Eigenschreibweise MUNICH ARENA) ist eine geplante, privat finanzierte Konzertarena in Freising, unmittelbar angrenzend an den Flughafen München. Sie soll bis zu 20.000 Besucher fassen und im Jahr 2029 eröffnet werden. Bauherrin ist die MUNICH ARENA Property GmbH, die bis September 2026 als SWMUNICH Real Estate GmbH firmierte; strategischer Partner des Vorhabens ist das Live-Entertainment-Unternehmen Live Nation. Das Bauleitplanverfahren der Stadt Freising wurde im Juni 2026 abgeschlossen, der Bebauungsplan trat am 5. August 2026 in Kraft.
Der geplante Standort der Arena liegt auf Freisinger Flur am nordwestlichen Ende des Münchner Flughafens. Zu den geplanten Maßnahmen gehören eine fußläufige Anbindung, unter anderem vom S-Bahn-Haltepunkt München Flughafen Besucherpark sowie verkehrsplanerische Konzepte. Ergänzend sieht das Konzept den Bau eines Parkhauses sowie eines Hotels mit rund 200 Zimmern vor. Alle Planungsinhalte wurden im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens gemeinsam mit der Stadt Freising konkretisiert und abgestimmt.
Die Bauherrin erwarb das Baugrundstück von der Flughafen München GmbH. Es grenzt im Westen an den LabCampus des Flughafens an. Vom S-Bahn-Haltepunkt München Flughafen Besucherpark ist das Gelände in etwa zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß erreichbar; das Autobahndreieck der A 92 liegt wenige hundert Meter entfernt. Am Standort gibt es keine angrenzende Wohnbebauung. Vorgesehen ist ein neues Parkhaus mit rund 1.200 Stellplätzen; am Standort besteht bereits eine Parkrauminfrastruktur, die mitbenutzt werden soll. Für die Anreise wurde gemeinsam mit Verkehrsgutachtern ein multimodales Konzept erarbeitet, das S-Bahn, Regionalverkehr, Busse, Individualverkehr und Fahrradverkehr einbezieht. Nach Angaben des Projektträgers wird zudem geprüft, ein Ticket des Münchner Verkehrs- und Tarifverbund in die Konzertkarte zu integrieren. Das Gesamtverkehrsgutachten wurde im Verfahren erstellt und im zuständigen Ausschuss erläutert.
Kritische Stimmen befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen an zentralen Knotenpunkten, eine Zunahme von Flugbewegungen sowie negative Auswirkungen auf die umliegende Fauna des Arena-Geländes.
Die Pläne für eine Konzertarena am Flughafen München wurden im Jahr 2020 erstmals öffentlich. Nach Angaben des Projektträgers wurden im Vorfeld mehr als hundert mögliche Standorte in der Metropolregion geprüft, bevor die Fläche am Flughafen ausgewählt wurde. Der Entwurf wurde in einem internationalen Architekturwettbewerb ermittelt. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Freising begleitete die Planung und befasste sich 2025 mehrfach mit dem Vorhaben.
Im Verlauf der Planung wurde die Gebäudegrundfläche nach Angaben des Projektträgers um rund ein Fünftel verringert, während die Kapazität von etwa 20.000 Plätzen erhalten blieb. Im Mai 2025 gaben Bauherrin und Live Nation eine langfristige Partnerschaft für das Vorhaben bekannt. nach Angaben eines Sprechers des Projektträgers ist der Spatenstich für das Jahr 2026 vorgesehen.
Die Große Kreisstadt Freising führte für das Vorhaben ein vorhabenbezogenes Bauleitplanverfahren einschließlich einer Änderung des Flächennutzungsplans. Das Verfahren dauerte rund vier Jahre und umfasste mehrere öffentliche Auslegungen sowie die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.
Im März 2025 billigte der Planungsausschuss des Stadtrats den Vorentwurf des Bebauungsplans mit neun zu vier Stimmen und gab die Unterlagen für die erste öffentliche Auslegung frei. Im Januar 2026 beschloss der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt nach Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen die zweite Auslegung. Am 10. Juni 2026 erfolgte der Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Am 18. Juni 2026 stimmte der Stadtrat dem Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans mit 24 zu 14 Stimmen zu; damit waren die kommunalen Beschlüsse gefasst. Mit der amtlichen Bekanntmachung der Stadt Freising trat der Bebauungsplan am 5. August 2026 in Kraft.
Während der letzten öffentlichen Auslegung gingen nach Angaben der Stadt keine Einwendungen von Privatpersonen ein. Rund 30 Träger öffentlicher Belange gaben Stellungnahmen ab, die nach Darstellung der Stadt keine Auswirkungen auf die endgültige Planung hatten.
Der Entwurf ist standortspezifisch auf die Freisinger Flur nahe dem Flughafen München ausgerichtet. Im Rahmen eines internationalen Architekturwettbewerbs wurde der Vorschlag des Londoner Büros Populous Architects in Zusammenarbeit mit Schlaich Bergermann Partner (Tragwerksplanung) und Latz + Partner (Freianlagenplanung) ausgewählt. Der Entwurf berücksichtigt sowohl gestalterische Anforderungen als auch funktionale Herausforderungen, etwa im Hinblick auf Erreichbarkeit, Verkehrsführung und die Integration in das bestehende Umfeld.
Die Generalplanung liegt beim Münchner Büro HENN. Prägendes Element der Fassade ist ein umlaufendes Exoskelett, dessen Form auf die Rauten der bayerischen Landesflagge Bezug nimmt. Der Zuschauerbereich ist als Hufeisen über rund 270 Grad zur Bühne hin angeordnet; die Ränge sind steil gestellt, um kurze Sichtachsen zur Bühne zu erreichen. Der Vorplatz der Arena wird als Arena-Plaza bezeichnet. Die Bruttogeschossfläche wird mit rund 49.000 Quadratmetern angegeben.
Die Freianlagen werden vom Büro Latz + Partner aus Kranzberg im Landkreis Freising geplant. Vorgesehen sind ein öffentlich zugängliches Freigelände mit Grünflächen und Baumpflanzungen, Sitzstufen nördlich und südlich des Vorplatzes sowie ein Biergarten. Die Sitzstufen gehen auf eine Anregung des Freisinger Gestaltungsbeirats zurück.
Das Nachhaltigkeitskonzept des Vorhabens wurde als Anlage zur Begründung des Bebauungsplans erarbeitet und sieht eine Zertifizierung nach dem System der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vor. Die DGNB erteilte dem Vorhaben ein Vorzertifikat in Gold im Nutzungsprofil Versammlungsstätten mit einem Gesamterfüllungsgrad von 69,3 Prozent.
Vorgesehen sind unter anderem Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen von Arena, Parkhaus und Hotel, begrünte Dächer, die Entsiegelung von Flächen sowie parkartig gestaltete Freianlagen.
Die Munich Arena ist als Konzertarena mit einer Kapazität von 20.000 Besuchern konzipiert. Der Schwerpunkt liegt auf Konzerten und Live-Entertainment; Akustik, Sichtlinien und Produktionsbedingungen werden nach Angaben des Projektträgers auf diesen Zweck ausgelegt; vorgesehen sind außerdem Hospitality-Bereiche und eine Dachbar. Lorenz Schmid, geschäftsführender Gesellschafter, erklärte im Juli 2026, Ziel sei „ein herausragendes Zuhause für Fans, Künstler und Veranstalter” (englisch: „an outstanding home for fans, artists and promoters”). Eine sportliche Nutzung ist nur für den Fall vorgesehen, dass München den Zuschlag für Olympische Sommerspiele erhält. Nach Angaben des Projektträgers soll die Arena als offene Veranstaltungsstätte allen Künstlern und Veranstaltern zur Verfügung stehen; erwartet werden mehr als 120 Veranstaltungen im Jahr.
München und der Freistaat Bayern haben offiziell ihr Interesse an der Austragung der Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bekundet. Im Rahmen des Bewerbungskonzepts ist auch die Munich Arena vorgesehen. In den Planungen ist sie als Austragungsort für die olympischen Schwimmwettbewerbe geplant.
Das im September 2026 vorgestellte Standortkonzept sieht Freising als Austragungsort für den Schwimmsport vor. Die Arena wäre dafür umzubauen und erhielte ein Wettkampfbecken mit zehn Bahnen für rund 15.000 Zuschauer; nach den Spielen würde das Becken wieder zurückgebaut. Hintergrund ist, dass das Münchner Olympia-Schwimmbad die Anforderungen des Internationalen Olympischen Komitees nicht erfüllt, weil inzwischen zehn Bahnen vorgeschrieben sind. Die Munich Arena ist kein olympisches Projekt; ihre Planung und ihr Zeitplan sind von der Bewerbung unabhängig.
Zu den wirtschaftlichen Wirkungen des Vorhabens liegt eine vom Projektträger beauftragte Economic-Impact-Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte vor. Sie beziffert die Bruttowertschöpfung während der Planungs- und Bauphase auf rund 390 Millionen Euro und für die stabilisierte Betriebsphase auf rund 350 Millionen Euro jährlich, jeweils einschließlich indirekter und induzierter Effekte. Für den Betrieb geht die Analyse von mehr als 1,2 Millionen Besuchern und rund 600.000 zusätzliche Übernachtungen jährlich in der Metropolregion München aus.
Die in Freising ansässige MUNICH ARENA Property GmbH ist für Planung und Bau der Arena verantwortlich; Geschäftsführer ist Lorenz Schmid. Die Gesellschaft firmierte bis zur Eintragung der Umfirmierung im September 2026 als SWMUNICH Real Estate GmbH; ältere Quellen nennen daher noch diesen Namen. Das Investitionsvolumen wird auf über 400 Millionen Euro geschätzt.
Laut Schmid erfolgt die Zusammenarbeit mit dem internationalen Veranstalter Live Nation Entertainment . Die Erfahrung aus der von Live Nation Entertainment betriebenen über 350 Veranstaltungsstätten, darunter der Ziggo Dome in Amsterdam und die Royal Arena in Kopenhagen, sowie aus über 50.000 Konzertveranstaltungen soll in das Projekt einfließen. Schmid rechnet mit einem positiven Marktpotenzial für den Standort und die Metropolregion München.
Bei der Bekanntgabe der Partnerschaft im Mai 2025 kündigten beide Unternehmen die Munich Arena als Deutschlands größte und modernste Konzertarena an. Zum Konzept gehört ein Live Entertainment Campus, der die Arena um ein Arena-Hotel und ein Arena Parkhaus ergänzt.
Marek Lieberberg, Geschäftsführer von Live Nation Concerts Germany, bezeichnet die geplante Arena als den Beginn „eines neuen Zeitalters“. Sie biete „eine notwendige neue Konzert- und Entertainment-Erfahrung, die den komplexen Bedürfnissen von Besuchern und Stars in jeder Hinsicht gerecht wird.“
Lorenz Schmid, der das Projekt seit Beginn verantwortet, stammt aus Freising. Die Munich Arena soll nach seinen Angaben eine Lücke im Bestand der Münchner Veranstaltungsstätten schließen, die überwiegend aus für andere Zwecke errichtete oder umgenutzte Hallen bestehen.
Das Vorhaben wurde in der regionalen und überregionalen Berichterstattung wiederholt behandelt und dabei unterschiedlich bewertet. Befürworter im Freisinger Stadtrat verwiesen auf kulturelle Bedeutung einer großen Spielstätte und auf erwartete wirtschaftliche Effekte für die Stadt. Der damalige Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher verwies im Dezember 2025 auf die Partnerschaft mit Live Nation als Zeichen dafür, dass es sich „in erster Linie um eine Konzerthalle“ handle. Der Geschäftsleiter der Nachbargemeinde Oberding, Josef Steinkirchner, bezeichnete das Vorhaben als „eine Bereicherung für die Region“. Der Gestaltungsbeirat der Stadt Freising bewertet die architektonische Qualität und die städtebauliche Einbindung des Entwurfs positiv.
Kritik kam vor allem aus dem Freisinger Stadtrat. Manfred Drobny (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich gegen das Vorhaben aus und nannte den Verkehr sowie zusätzlichen Flugverkehr als zentrale Kritikpunkte. Auch in der Sitzung zum Feststellungsbeschluss im Juni 2026 wurden Bedenken wegen der Verkehrsbelastung und einer Zunahme des Luftverkehrs vorgebracht; der Beschluss fiel mit 24 zu 14 Stimmen. In der Berichterstattung wurde die Arena zudem als zukünftige Konkurrenz für bestehende Münchner Veranstaltungsstätten eingeordnet. Der Projektträger sieht die Arena nach eigenen Angaben nicht als Konkurrenz zu bestehenden Münchner Spielstätten, sondern als Ergänzung des Angebots in der Metropolregion.