Eltern-Kind-Pass bezeichnet in Österreich eine Gesundheitsvorsorgemaßnahme, die werdende Eltern und ihr Kind bis in das Alter von etwa 5 Jahren begleitet. Er ist kostenlos und nicht verpflichtend, jedoch eine notwendige Voraussetzung für weitere Sozialleistungen.
Der Pass hieß bis 2023 Mutter-Kind-Pass und war auf die werdende Mutter und ihr Kind ausgerichtet. Im Juni 2021 beschloss der österreichische Nationalrat die Weiterentwicklung des Mutter-Kind-Pass zu einem Eltern-Kind-Pass, gültig bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Zum Jahr 2024 fand die Umbenennung statt; zugleich wurde der Leistungsumfang um weitere Früherkennungs-Tests, um Angebote zu Ernährung und Gesundheit, um Maßnahmen zur psychischen Gesundheit sowie um Beratungs- und Informationsangebote zur Vaterrolle erweitert.
Den Eltern-Kind-Pass bekommt die werdende Mutter ab der Feststellung einer Schwangerschaft vom zuständigen Frauenarzt, vom Hausarzt oder von Schwangerenberatungsstellen.
In diesem Heftchen werden die Ergebnisse von Vorsorgeuntersuchungen sowohl während der Schwangerschaft als auch in den ersten Lebensjahren des Kindes dokumentiert. Beigelegt sind auch ein Impfpass und Informationen für werdende Mütter. Es hat eine Größe von 15,7 × 9,5 cm.
Die im Eltern-Kind-Pass-Programm vorgesehenen Untersuchungen dienen zur Früherkennung und rechtzeitigen Behandlung von Schwangerschaftskomplikationen sowie zur Kontrolle des Entwicklungsstandes des Kindes. Zudem können die im Pass enthaltenen Informationen in Notfällen eine rasche und adäquate medizinische Versorgung begünstigen.
Der Pass bzw. die darin vorgesehenen Untersuchungen sind gesetzlich nicht vorgeschrieben, der lückenlose Nachweis aller Untersuchungen ist aber Voraussetzung für die Gewährung des vollen Kinderbetreuungsgeldes ab dem 21. Lebensmonat. Alle Untersuchungen sind kostenlos, auch wenn keine Krankenversicherung für Mutter oder Kind besteht.
Seit der Einführung des Mutter-Kind-Passes im Jahre 1974 unter der Gesundheitsministerin Ingrid Leodolter wurde das Untersuchungsprogramm mehrfach erweitert und verändert. Lag der Fokus zu Beginn auf der Verringerung der Säuglingssterblichkeit, ist mittlerweile auch die Früherkennung von Fehlentwicklungen im Säuglings- und Kindesalter ein Schwerpunkt.
Die Einhaltung der vorgesehenen Untersuchungen war zunächst Voraussetzung für die Auszahlung der Geburtenbeihilfe. Nach deren Abschaffung nahm die Zahl der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen deutlich ab, so dass 1997 ein Mutter-Kind-Pass-Bonus in Höhe von 2000 Schilling eingeführt wurde. Seit 2002 gilt die Regelung, dass bei Nichteinhaltung der ersten zehn vorgesehenen Untersuchungen das Kinderbetreuungsgeld ab dem 20. Monat um die Hälfte gekürzt wird.
Bis zur Geburt des Kindes werden alle relevanten Daten zur Gesundheit der Mutter wie z. B. Blutgruppe, Eisen- und Zuckergehalt im Blut, Untersuchungsergebnisse für Erb- und Infektionskrankheiten (HIV, Röteln, Toxoplasmose, Syphilis) etc., zum Zustand des Kindes wie z. B. Lage, Gewicht, Größe etc. und der voraussichtliche Geburtstermin eingetragen. Beide vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen sind, wie alle Untersuchungen, freiwillig. Sämtliche Ultraschalluntersuchungen sind nicht relevant für den Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes (siehe S. 5 im Mutter-Kind-Pass).
Folgende Untersuchungen sind während der Schwangerschaft vorgesehen (Stand Jänner 2010):
Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Hebammen-Beratung in der 18. bis 22. SSW; diese ist nicht Voraussetzung für den Erhalt des vollen Kinderbetreuungsgeldes.
Für Kinder sind folgende Untersuchungen vorgesehen:
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