| National Institute of Standards and Technology — NIST — | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Handelsministeriums der Vereinigten Staaten |
| Aufsichtsbehörde(n) | Handelsministerium der Vereinigten Staaten (Department of Commerce) |
| Bestehen | seit 1901 |
| Hauptsitz | Gaithersburg (Maryland) |
| Behördenleitung | Laurie E. Locascio, Under Secretary of Commerce for Standards and Technology and the director of the National Institute of Standards and Technology |
| Mitarbeiter | 3.400 (2023) |
| Website | www.nist.gov |

Das National Institute of Standards and Technology (NIST, deutsch Nationales Institut für Standards und Technologie) ist eine Bundesbehörde der Vereinigten Staaten mit Sitz in Gaithersburg (Maryland) und hat seit 1954 eine Niederlassung in Boulder (Colorado).
NIST ist als zentrale US-Großforschungseinrichtung verantwortlich für Standardisierungsprozesse und Messtechnik bzw. Metrologie von physikalisch-technischen Konstanten, ähnlich der deutschen Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).
Die Forschung am NIST heutzutage umfasst jedoch viele weitere Fachbereiche, z. B. auch Informationssicherheit (siehe unten).
Das NIST wurde 1901 gegründet und ist heute Teil der technologischen Administration des U.S. Department of Commerce.
Der frühere Name der Behörde war von 1901 bis 1988 National Bureau of Standards (NBS). Das Institut hatte im Jahr 2023 ein Budget von 1,63 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.
Das Budget des NIST stieg von 850 Millionen USD im Jahr 2014 über 964 Mio. (2016), 986 Mio. (2019) und 1.034 Mio. (2021) auf 1.627 Millionen USD (2023).
Die Behörde (NIST) liegt unmittelbar südlich (Gaithersburg) des ehemaligen Atomic Energy Commission (AEC) Hauptquartiers (Germantown), welche ab 1977 Teil des Department of Energy (DOE) mit Hauptsitz in Washington, D.C. wurde.
NIST-F1 ist der Name der institutseigenen Atomuhr, die zur Koordinierten Weltzeit beiträgt. Sie erreichte 2005 eine Genauigkeit von 5 × 10−16, das entspricht einer Gangabweichung von einer Sekunde pro 60 Millionen Jahren. Das NIST beauftragte in den 1970er Jahren u. a. die Boulder-Gruppe mit der Messung der Lichtgeschwindigkeit und der Neudefinition des Meters.
Im Bereich der Kryptografie sind hier beispielsweise die Verschlüsselungsalgorithmen DES und AES sowie die Hashfunktionen der SHA-Familie hervorgegangen. Weiterhin werden die Federal Information Processing Standards (FIPS) veröffentlicht, die für US-Behörden gelten. Hinweis: In Deutschland befasst sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit Informationssicherheit.
Die Rolle des NIST in der Cybersicherheit geht schon lange über die Kryptographie hinaus: Im Jahr 2013 wurde das Institut beauftragt, ein flexibles und reproduzierbares Rahmenmodell zur Steuerung von Cyberrisiken kritischer Infrastrukturen zu entwickeln. Cybersecurity Framework 2.0 ist eine freiwillige Leitlinie, die auf bestehenden Standards und Praktiken zur Steuerung und Minderung von Cyberrisiken basiert.
In Kanada sind die Anforderungen des CPCSC für die Lieferkette im Verteidigungsbereich mit ITSP.10.171 verknüpft, das auf NIST SP 800-171 Rev. 3 aufgebaut ist. In den USA umfasst das Modell CMMC für die Verteidigungsindustrie Anforderungen aus NIST SP 800-171 Rev. 2 sowie einen Teil der verschärften Anforderungen aus SP 800-172.
Für die Sicherheit von Software hat NIST das Secure Software Development Framework SP 800-218 entwickelt, das von der CISA als Satz grundlegender Praktiken für sichere Softwareentwicklung beschrieben wird. Die nationale Schwachstellendatenbank NVD wurde 2005 von NIST gestartet und mit der CVE-Liste synchronisiert. Das Institut betreibt außerdem das Common Platform Enumeration-Schema (CPE) für die strukturierte Benennung von IT-Systemen, Software und Paketen.
Die Kontrollen aus NIST SP 800-53 Rev. 5 bilden die Grundlage für die FedRAMP Rev5-Anforderungen an Cloud-Dienste. Deren Bereich Risk Assessment sieht Überwachung und Scannen von Schwachstellen sowie die Nutzung von Standards zur Auflistung von Plattformen, Softwarefehlern und zur Bewertung der Auswirkungen vor.
NIST entwickelt auch angrenzende Rahmenwerke: Das AI Risk Management Framework wird als freiwilliges Instrument für das Risikomanagement von KI eingesetzt. Das US-Handelsministerium weist zudem die Veröffentlichung des NIST Privacy Framework 1.0 als eigenständiges Instrument im Bereich Datenschutz hin.
Das PML arbeitet mit CODATA zusammen und bietet im Rahmen der NIST Standard Reference Database die sogenannten Fundamental Physical Constants an. Meist sind das physikalische Standarddaten wie universelle Naturkonstanten, elektromagnetische Konstanten, atom- und kernphysikalische Konstanten, physikalisch-chemische Daten, Strahlendaten wie Röntgen- oder Röntgenstrahlung usw.
Das Institut gibt unter anderem auch eine für die Substanzidentifizierung mittels Massenspektrometrie heute meistverwendete Sammlung stoffspezifischer Massenspektren, die NIST/EPA/NIH Mass Spectral Library heraus. Die Version aus dem Jahre 2023 beinhaltet über 2,3 Millionen Einträge.
Die National Vulnerability Database (NVD) ist die Schwachstellendatenbank der Regierung der Vereinigten Staaten Sie wird vom NIST betrieben und enthält strukturierte Informationen über bekannte Sicherheitslücken in Software und IT-Systemen. Dazu enthält sie für jede Schwachstelle typischerweise die CVE-ID, eine Beschreibung, ein CVSS-Score, betroffene Produkte und deren Versionen mit Hinweisen zu Behebungen. Die Daten basieren auf Common Vulnerabilities and Exposures.
Das NIST betreibt das US AI Safety Institute, das sich der Sicherheit und Regulierung ‚künstlicher Intelligenz‘ widmen soll. Kritiker merken jedoch die vergleichsweise geringe Grundfinanzierung und den Personalanteil ehemaliger Mitarbeiter aus Konzernen an, die ein Interesse an möglichst geringer Beschränkung hätten.
Koordinaten: 39° 7′ 59″ N, 77° 13′ 25″ W