| National Nuclear Security Administration (NNSA) | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Bund |
| Stellung der Behörde | Administration |
| Aufsichtsbehörde(n) | Energieministerium der Vereinigten Staaten |
| Bestehen | seit 2000 |
| Hauptsitz | Washington, D.C. |
| Behördenleitung | Brandon Williams, Under Secretary for Nuclear Security and NNSA Administrator |
| Mitarbeiter | > 65.000 (2024) in allen Laboren, Anlagen etc. Landesweit |
| Haushaltsvolumen | 24,1 Mrd. US-Dollar (2024) |
| Website | https://www.energy.gov/nnsa/national-nuclear-security-administration |
Die englisch National Nuclear Security Administration (NNSA) ‚Nationale Verwaltung für Nukleare Sicherheit‘ ist eine teilautonome Abteilung des Department of Energy (DOE).
Die NNSA befasst sich mit der Erhöhung der äußeren Sicherheit durch militärische Nutzung der Kernenergie. Der Organisation obliegt in diesem Rahmen die Verwaltung, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des U.S. Kernwaffenarsenals, einschließlich der Entwicklung, Produktion und Erprobung der Kernsprengköpfe zusammen mit dem Departmen of Energy (DOE).
Der NNSA gehören die folgenden Organisationen an:
Weitere Divisionen (viz. Offices), die der NNSA angehängt sind, sind z. B. das Office of Secure Transportation (OST), dem „Amt für sicheren Transport“. OST ist für den sicheren Transport von Atomwaffen, deren Komponenten und sogenanntem special nuclear material (in erster Linie Uran und Plutonium) zuständig und nimmt auch an anderen Missionen zur Unterstützung der nationalen Sicherheit teil. Seit 1974 ist die OST auch verantwortlich für die Entwicklung, Durchführung und Verwaltung eines Systems zum sicheren Transport aller speziellen Nuklearmaterialien von „strategischer“ oder „signifikanter“ Menge, welche Eigentum der Regierung sind oder sich unter Kontrolle des Energieministeriums bzw. der NNSA befinden. Transporte derartigen Materials werden mit besonderer Ausrüstung vorgenommen und von bewaffnetem Bundespersonal begleitet.
Das Stockpile Stewardship Program (SSP) wurde im Jahr 1993 (1. Amtszeit Bill Clinton, zuvor George H. W. Bush), also kurz nach dem letzten Schachttest der USA am 23. September 1992, als Teil der Operation Julin, durch Public Law 103-160 formell begründet und durch den National Defense Authorization Act (NDAA) of Fiscal Year 1994 finanziert.
Das SSP ist bis heute (Stand 2026) das aktive Programm des DOE/NNSA zur Erhaltung der strategischen Kapazitäten der nuklearen Abschreckung der USA.
Die NNSA ist die direkte Nachfolgeorganisation der Interim-Organisation Energy Research and Development Administration (ERDA), welche von 1975 bis 1977 aktiv war und ihrerseits der Nachfolger von der großen U.S. Atomic Energy Commission (AEC) war. Im Zuge der Gründung der ERDA wurde auch die U.S. Nuclear Regulatory Commission (NRC) gegründet. Die Letztere ist die Atomaufsichtsbehörde der USA.
Die halbautonome National Nuclear Security Administration (NNSA) wurde erst am 1. März 2000 in der zweiten Amtszeit von Bill Clinton gegründet. Der damalige DOE-Sekretär Bill Richardson legte jedoch sein Veto ein, da er eine Redundanz zum DOE sah. Er einigte sich mit Clinton und die NNSA wurde aktiviert. Formell wurde sie durch den National Nuclear Security Administration Act kodifiziert. Sie steht im Bundesgesetz United States Code (U.S.C.) 50, Chapter 41, National Nuclear Security Administration.
Der Gründung der NNSA als teilautonome Organisation innerhalb des DOE ging ein komplexer Spionageverdachtsfall um den Kernwaffenexperten Wen Ho Lee voraus.
Am 13. Februar 2025, dem 44. Tag der Zweiten Präsidentschaft von Donald Trump wurden im Zuge von Kostensenkungen, betrieben durch Elon Musk (DOGE), rund 300 Mitarbeiter der NNSA gekündigt. Am Folgetag wurde begonnen, Kündigungen wieder rückgängig zu machen, nachdem erkannt worden ist, dass NNSA auch für die Sicherheit der Atomwaffen sorgt.
Seit dem Ende der Sowjetunion und dem Ende des aktiven Testen von Kernwaffen, hat die NNSA zur Aufgabe, das Atomwaffenarsenal der USA zu unterhalten, zu modernisieren und auch Waffen zu entsorgen. Kernsprengköpfe sind im Durchschnitt älter als 25 Jahre. Laufende Aktivitäten sind z. B.:
Historisch gab es auch einige andere Programme, z. B. das Reliable Replacement Warhead (RRW), ein Entwicklungsprogramm für neue Kernsprengköpfe, welches jedoch durch die o. g. Stockpile-Programme keine Anwendung gefunden hat.
Bei all diesen Aufgaben geht es heutzutage darum,
Die NNSA betreibt außerdem zusammen mit dem DOE und dem LLNL im Rahmen des Advanced Simulation and Computing Program (ASC) ein Programm zur Simulation und Verifikation der Technik der Kernwaffen, der Effekte, der Tests und anderer Zusammenhänge. Ein weiteres Programm ist seit 1974 das National Energy Research Scientific Computing Center (NERSC).
Um die komplexen Probleme zu lösen, kommen bereits seit den 1950er Jahren Rechenmaschinen (bspw. MANIAC, IBM 704, IBM 7090, IBM Roadrunner, Crossroads) oder heutzutage Supercomputer zum Einsatz. Die meisten dieser Maschinen sind so leistungsstark, dass sie in der TOP500-Liste aufgezählt werden.
Zur NNSA gehören alle Labore, Nuklearanlagen und Testgelände, welche die Organisation von ihren Vorgängerorganisationen vererbt bekam. Einige der Labore gehören zu dem Netzwerk der National Laboratories. Heutzutage gehören zum sogenannten Nuclear Security Enterprise (NSE) der NNSA die folgenden Organisationen.

Die drei Hauptlabore für die Forschung und Entwicklung von Kernwaffen sind:
Weiterhin gehören zum NSE:
Hinweise:
Es gibt eine Vielzahl historischer Anlagen, die bereits deaktiviert, abgebaut oder konvertiert wurden. Dazu zählen z. B. der Rocky Flats Plant (RFP) oder Hanford Site oder Mound Laboratories in Miamisburg, Ohio usw. Einige der Anlagen werden vom DOE selbst verwaltet unter dem Legacy Management Programm.
Am 16. Juli 1945 testete die USA erstmals in der Geschichte eine (Plutonium-basierte) Atombombe unter dem Namen Trinity. Insgesamt hat die USA über 1.149 Tests mit verschiedenen Schwerpunkten wie z. B. zur Erprobung der Kernwaffentechnik, der Sicherheit, den Effekten usw. durchgeführt.

Nachdem durch mehrere Verträge atmosphärische Tests gestoppt wurden, etablierte die damalige AEC die Nevada Test Site (NTS) für Tests unter der Erde. Auch Großbritannien hat auf dem NTS-Gelände seine eigenen Kernwaffen getestet im Rahmen der „Special Relationship“ bzw. genauer des Mutual Defence Agreement (MDA) von 1958.
NTS ist heute die Nevada National Security Site (NNSS). Frühere Testgebiete, z. B. die Marshallinseln im Pazifik wurden deaktiviert.
Als Testgelände für Trägersystem-nahe Tests (z. B. Bomber, Flugzeuge, Bombenabwurf) dient eine große Fläche, die Tonopah Test Range (TTR), in Nevada. Weiterhin ist die Kirtland Air Force Base (Kirtland AFB) und die White Sands Missile Range (WSMR) bzw. White Sands Test Center (WSTC) für Tests aktiv. Die Testgelände sind geographisch um die Area 51 herum gelegen. Das größte nichtnukleare Testfeld in der Gegend ist die Nellis Air Force Range (Nellis AFB).
Alle Testgelände sind Sperrgebiet und Hochsicherheitszonen. Dies gilt natürlich auch für die Labore und Anlagen, welche mit Spaltmaterial arbeiten, z. B. Los Alamos, Livermore oder Pantex.