In den Fluss- und Auenlandschaften Süddeutschlands wird der traditionell aus Eiche gefertigte Fischer- und Fährkahn auch als Nachen oder Nache bezeichnet. Es ist ein kleiner Kahn ohne Aufbauten, der durch Muskelkraft (Rudern oder Stochern) angetrieben wird und der dem Weidling sehr ähnlich ist. Alternative Bezeichnungen für diese süddeutschen kleinen Kähne sind auch Dreibord oder Stocherkahn. Als Angelnachen für den Hobbyangler oder bei den beliebten Nachenfahrten auf dem Altrhein können auch offene Bootstypen aus anderen Materialien oder mit anderem Antrieb zum Einsatz kommen. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten gab es auf den Nette-Seen den nur dort vorkommenden Dreibordnachen.
Traditionell wurde und wird östlich der Elbe, besonders im Havelland und im früheren Ostpreußen für einen kleinen Kahn ähnlich der Verwendung des Nachens der Begriff Handkahn verwendet. Der Maler Max Pechstein bezeichnete eines seiner Bilder Handkahn.
Andere Boote (regional unterschiedliche Benennung):
Zille – flaches Arbeitsboot, auch als Fähre verwendet
Ledischiff oder Nauen – schweizerische Bezeichnung für ein Lastschiff
Schaluppe – ein Beiboot für größere Schiffe, Hafenboot
Nähe – vor allem im 15. Jahrhundert wurden in Deutschland große, flachgebaute Fähren mit geringem Tiefgang so bezeichnet. Die zum Übersetzen von Tieren und Personen verwendeten hölzernen Fahrzeuge wurden vor allem auf dem Rhein und dem Neckar eingesetzt.
Beispiele aus der Literatur
Wie der Fluß in Breit und Länge / So manchen lustigen Nachen bewegt … (Johann Wolfgang von Goethe: FaustI, Vor dem Tor, Zeile 931ff.)
Im Takte deines Herzens schwankt mein Nachen, / Mein Herze weint, und alle Sterne lachen. (Heinrich Mann: Professor Unrat, Lied der Rosa Fröhlich im 6.Kapitel)